Ab dem 7. Januar 2026 erhalten Millionen Nutzer von Microsoft 365 Copilot automatisch Zugriff auf die KI-Modelle des Konkurrenten Anthropic. Diese strategische Kehrtwende beendet die exklusive Abhängigkeit von OpenAI und stellt deutsche Unternehmen vor eine wichtige Konfigurationsentscheidung.
Frist läuft: Unternehmen müssen bis 7. Januar handeln
Die Integration der Modelle Claude Sonnet 4 und Claude Opus 4.1 ist für den genannten Stichtag als Standard aktiviert. Firmen-IT-Abteilungen haben damit weniger als zehn Tage Zeit, die Funktion bei Bedarf manuell zu deaktivieren. Geschieht das nicht, nutzt Copilot für bestimmte Aufgaben – insbesondere komplexes Schlussfolgern und Programmieren – automatisch die Technologie von Anthropic.
Diese Entscheidung spiegelt laut Branchenbeobachtern konkrete Kundenwünsche wider. Während OpenAIs GPT-Modelle in kreativen Aufgaben glänzen, hat sich die Claude-Serie einen Ruf für präzises Coden, Datenanalyse und weniger Fehlaussagen bei langen Anfragen erarbeitet. Für deutsche DAX-Konzerne, die auf verlässliche Automatisierung setzen, könnte das ein entscheidender Vorteil sein.
„Smart Plus“: Microsoft setzt auf Multi-Modell-Strategie
Parallel schaltet Microsoft ein neues „Smart Plus“-Modus frei, das GPT-5.2 für schnelle, kreative Aufgaben nutzt. Die Botschaft ist klar: Der Software-Riese will nicht länger von einem einzelnen KI-Anbieter abhängen. Stattdessen positioniert er sich als neutrale Plattform – ähnlich einem Betriebssystem –, die die besten Modelle für jede Aufgabe bereitstellt.
Viele Unternehmen unterschätzen die Folgen der EU‑KI‑Verordnung für den Einsatz fremder Modelle in Produkten wie Microsoft Copilot. Wenn Anthropic als Data‑Subprocessor integriert ist, sind Kennzeichnungspflichten, Risikobewertung und umfangreiche Dokumentation erforderlich — und Fristen laufen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt verständlich, welche Pflichten für Entwickler und IT‑Verantwortliche gelten und welche Schritte Ihre IT‑Abteilung jetzt ergreifen muss, um Copilot‑Konfigurationen rechtssicher zu gestalten. Sichern Sie sich das Gratis‑E‑Book für Ihr Compliance‑Team. Kostenlosen KI‑Leitfaden herunterladen
Die Aufgabenteilung ist konkret: GPT-5.2 soll für intensive Kreativarbeiten zuständig sein, Anthropics Claude-Modelle übernehmen tiefgehende Recherchen und den neuen Agent Mode. Dieser Modus in Excel und Word kann mehrstufige Workflows, wie die Prüfung von Finanztabellen oder das Zusammenfassen juristischer Dokumente, mit hoher Autonomie bearbeiten.
Risikostreuung: Warum Microsoft auf Konkurrenz setzt
Die Aufnahme von Anthropic – einem Unternehmen, das maßgeblich von Amazon und Google finanziert wird – in das Flaggschiff-Produkt ist ein strategischer Schachzug. Er reduziert das Abhängigkeitsrisiko von OpenAI und kommt gleichzeitig dem Bedürfnis der Wirtschaft nach Modell-Vielfalt und Risikostreuung entgegen.
Hinter den Kulissen hat Microsoft Anthropic als offiziellen Daten-Subprocessor integriert. Das stellt sicher, dass Compliance- und Sicherheitsstandards für Unternehmen gewahrt bleiben – egal, ob GPT-5.2 oder Claude Opus 4.1 zum Einsatz kommt. Die jüngste Investition von 23 Milliarden Euro in KI-Infrastruktur unterstreicht, dass Microsoft seine Azure-Cloud als Fundament für alle großen KI-Technologien etablieren will.
Ausblick 2026: Das Jahr der autonomen KI-Agenten
Die Integration soll den Weg für „agentische“ KI ebnen – Systeme, die nicht nur texten, sondern handeln können. Die „Claude Code“-Fähigkeiten deuten an, dass Entwickler in Copilot Studio bald Agenten bauen können, die mit beispielloser Zuverlässigkeit autonom Code schreiben und debuggen.
Für IT-Verantwortliche hierzulande hat die anstehende Konfigurationsfrist oberste Priorität. Für den globalen Markt markiert der Schritt einen Wendepunkt: Der „KI-Krieg“ verlagert sich vom Wettstreit der Chatbots hin zum Kampf der integrierten Ökosysteme. Microsoft Copilot will dabei das zentrale Drehkreuz für alle großen KI-Technologien werden.
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