Im Rahmen der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2027 hat Microsoft-Chef Satya Nadella deutliche Zuwächse im Geschäft mit Künstlicher Intelligenz bekannt gegeben. Die Zahl der täglichen Nutzer des KI-Assistenten Copilot stieg im Jahresvergleich um mehr als das Fünffache.
Im Vergleich zum Vorquartal legte die tägliche Nutzung um fast 50 Prozent zu. Zugleich hat sich der Umsatz der KI-Entwicklungsplattform Foundry im Jahresvergleich mehr als verdreifacht. Nadella unterstrich dabei, noch nie so zuversichtlich hinsichtlich der vor dem Konzern liegenden Marktchancen gewesen zu sein.
Starkes Wachstum bei Großkunden und Automatisierung
Parallel zum Nutzerwachstum kletterte die gemessene Nutzerzufriedenheit mit Copilot im Quartalsvergleich um fast 20 Prozent auf ein Allzeithoch. Bei großen Unternehmenskunden verzeichnete Microsoft eine Beschleunigung: Die Anzahl der Kunden mit mehr als 50.000 Copilot-Arbeitsplätzen wuchs im Jahresvergleich um mehr als das Achtfache.
Zu dieser Gruppe gehören unter anderem Capgemini, HCLTech, die Hitachi Group, Truist Financial sowie die britische Steuer- und Zollbehörde UK Revenue and Customs. Zudem plant der Automobilkonzern Volkswagen den Einsatz von Copilot für über 330.000 Beschäftigte.
Auch bei der Nutzungstiefe legte das System zu. Seit Juli 2026 hat sich die Zahl der von Copilot automatisierten Aufgaben fast verdoppelt. Dabei laufen mittlerweile 90 Prozent der Copilot-Anfragen im automatischen Modus, der dynamisch nach Kriterien wie Qualität, Ausführungsgeschwindigkeit und Kosten routet.
Wandel der Preismodelle und Dynamik auf Foundry
Über das bisherige Modell fester Arbeitsplatzabonnements hinaus erweitert Microsoft sein Portfolio um nutzungsbasierte Abrechnungen. Die Zahl der Copilot-Kunden mit aktiver Nutzung von Credits über verbrauchsabhängige Tarife stieg im Quartal um über 75 Prozent.
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Finanzchefin Amy Hood merkte dazu an, dass dieser verbrauchsabhängige Ansatz außerhalb der Softwareentwicklung voraussichtlich langsamer anlaufen werde.
Für kleinere und mittlere Unternehmen mit Microsoft-365-Copilot-Business-Lizenzen gilt ab dem 1. Dezember 2026 eine standardmäßig aktivierte Nutzungsabrechnung mit einem Limit von 4.000 Copilot-Credits pro Nutzer und Monat, die sich über ein Limit von null deaktivieren lässt. Für das höherwertige Bündel M365 E7 verwies Hood zudem auf Millionen bezahlter Lizenzen.
Die Entwicklungsplattform Foundry zählt inzwischen über 120.000 Kunden. Neben Effizienzgewinnen bei Grafikprozessoren trug ein höherer Umsatz pro Token zur Umsatzverdreifachung bei.
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Das Segment der Open-Source-KI-Modelle auf Foundry verzeichnete im Jahresvergleich sogar ein Umsatzwachstum um das Zehnfache, während sich die Zahl der Kunden, die Multi-Modell-Agenten einsetzen, im Quartal verfünffachte. Im Bereich der Agentenplattform Agent 365 laufen laut Microsoft über 50 Millionen Agenten, was einem Zuwachs von 30 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht.
Microsoft Purview auditierte dabei 7,6 Milliarden Agent-Aktivitäten, fünfmal so viele wie im Vorquartal. Fast 60.000 Kunden setzen auf den Microsoft-IQ-Kontext, was einem Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht.
Fortschritte bei Softwareentwicklung und Infrastruktur
In der Entwicklersparte wurde GitHub Copilot Fusion eingeführt, das Spitzenqualität zu bis zu 77 Prozent geringeren Kosten beziehungsweise rund 5,50 US-Dollar pro Aufgabe bereitstellen soll. Von KI-Agenten generierte Pull Requests auf GitHub wuchsen innerhalb von sechs Monaten um das Sechsfache und machen inzwischen über ein Drittel aller Einreichungen aus. Der Umsatz von GitHub Advanced Security stieg im Jahresvergleich um mehr als 50 Prozent.
Um die wachsende Nachfrage zu bedienen, nahm Microsoft im Berichtsquartal 24 neue Rechenzentren auf fünf Kontinenten in Betrieb. Zudem gelang es, die Bereitstellungszeiten für neue GB300-Systeme in den größten Regionen im Quartalsvergleich um rund 20 Prozent zu verkürzen.
Finanziell schlug sich diese Entwicklung in den Gesamtzahlen nieder: Microsoft Cloud erwirtschaftete im Quartal einen Umsatz von 63,9 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg um 30 Prozent im Jahresvergleich. Der Gesamtumsatz des Konzerns belief sich auf 92,3 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 19 Prozent entspricht. Das Nettoergebnis nach GAAP legte um 32 Prozent auf 36,6 Milliarden US-Dollar zu.

