Microsoft Copilot: Verbrauchsabrechnung startet am 1. Dezember für neue Abos

Microsoft führt ab Dezember nutzungsabhängige Copilot-Gebühren für neue Partner-Abos ein und integriert den Chat ohne Aufpreis in Office.

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Microsoft vollzieht einen strategischen Kurswechsel bei seinen generativen KI-Diensten. Der Softwarekonzern ergänzt das bisherige reine Lizenzmodell für Copilot um eine verbrauchsbasierte Abrechnung und stellt gleichzeitig den Copilot Chat in seinen zentralen Office-Programmen ohne zusätzliche Gebühren bereit.

Das Unternehmen zielt mit dieser Neuausrichtung darauf ab, die Verbreitung der KI-Assistenten im Markt signifikant auszuweiten und gleichzeitig den Umsatz pro Kunde zu steigern.

Verbrauchsabhängige Credits starten zum Monatswechsel

Ab dem 1. Dezember 2026 schaltet Microsoft für neue Abonnements von Microsoft 365 Copilot Business über Partnerkanäle (Cloud Solution Provider, CSP) standardmäßig eine nutzungsabhängige Abrechnung frei. Bestehende Abonnements bleiben davon unberührt, und auch die eigentliche Basis-Seat-Lizenz bleibt bestehen. Für verbrauchsabhängige Funktionen kommen Copilot Credits zum Einsatz, die mit 0,01 US-Dollar pro Credit veranschlagt werden.

Microsoft setzt das Standardlimit auf 4.000 Credits pro Monat und Nutzer fest. Bei einer Umgebung mit 100 Nutzern liegt das Limit somit bei 400.000 Credits im Monat, was zusätzlichen Kosten von bis zu 40 US-Dollar je Nutzer und Monat entspricht. Kostenlose Inklusiv-Credits gewährt das Unternehmen nicht.

Metered abgerechnet werden spezialisierte Funktionen wie Copilot Cowork, Work IQ APIs und GitHub Copilot Harness. Einfache KI-Funktionen sind weiterhin über die feste Seat-Gebühr von 18 bis 32 US-Dollar pro Nutzer und Monat für Microsoft 365 Copilot Business abgedeckt, und auch der Standard-Chat fällt nicht unter die Messung.

Administratoren erhalten über das Kostenmanagement im Microsoft 365 Admin Center die Möglichkeit, Verbrauchslimits anzupassen oder auf null zu setzen, wodurch der Zugriff auf verbrauchspflichtige Funktionen blockiert wird.

Die Abrechnung erfolgt monatlich rückwirkend. Der Start dieses Modells war ursprünglich für den 2. November geplant, wurde jedoch auf den 1. Dezember 2026 verlegt, während die Sandbox für Partner am 2. November 2026 startet.

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Ausgenommen vom Marktstart am 1. Dezember sind elf Länder, darunter Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, die Niederlande, Polen, Australien und Indien. Für Kunden, die direkt über Microsoft kaufen, gilt ein separater Zeitplan.

Kostenloser Einstieg in den Kern-Anwendungen

Flankierend öffnet Microsoft den Einstieg in die Technologie: Der Copilot Chat steht Nutzern von Microsoft 365 nun ohne Zusatzkosten als integriertes Seitenpanel in Word, Excel, PowerPoint, Outlook und OneNote zur Verfügung.

Zuvor war dafür eine eigenständige Anwendung nötig. Die Funktion agiert kontextbezogen auf Basis des aktuell geöffneten Dokuments und beinhaltet Zugriff auf OpenAI ChatGPT 5, Bild-Uploads sowie ein vergrößertes Eingabefenster.

Für weitergehende Funktionen bleibt hingegen das Microsoft 365 Copilot Add-on erforderlich, das mit 30 US-Dollar pro Nutzer und Monat bepreist wird. Nur mit diesem kostenpflichtigen Zusatzpaket erhalten Kunden vollen Zugriff auf unternehmensweite Arbeitsdaten, erweiterte KI-Agenten und priorisierte Rechenzeiten.

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Skalierung über neue Umsatzmodelle

CEO Satya Nadella begründete die Einführung verbrauchsbasierter Zusatzgebühren als wertorientierte Preisgestaltung. Microsoft verzeichnete zuletzt einen Anstieg der Nutzung von Copilot Credits um 75 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

Ein interner Treiber für die Umstellung über den Partnerkanal ist die Struktur der Kundschaft: Drei von vier Copilot-Business-Kunden über Microsoft-Partner verfügen über keinen bestehenden Azure-Footprint, über den eine Verbrauchsabrechnung bisher hätte abgewickelt werden können.

Zudem verweist Microsoft auf Erfahrungen bei Entwicklerwerkzeugen. Nach der Umstellung auf eine verbrauchsabhängige Abrechnung verdoppelte sich die Nutzung von GitHub Copilot mehr als. Microsoft setzt darauf, dass Kunden nach dem kostenlosen Kennenlernen einfacher Chat-Funktionen gezielt kostenpflichtige, metered Dienste hinzubuchen.