Microsoft: Dynamics 365 und Power Platform ab September in KI-Roadmap

Microsoft integriert KI tiefer in Dynamics 365 und Power Platform, stellt MFA-Verfahren um und meldet Rekordzahlen für das Geschäftsjahr 2026.

Der US-Softwarekonzern Microsoft weitet seine strategische Ausrichtung im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) deutlich aus. Ab September 2026 werden die Geschäftsanwendungen Dynamics 365, die Power Platform sowie der Datendienst Dataverse offiziell in die „AI at Work“-Roadmap des Unternehmens aufgenommen.

Dieser Schritt markiert eine tiefergehende Verzahnung von KI-Funktionen mit den zentralen Unternehmenslösungen für Finanzen, Vertrieb, Service und Betrieb.

Neue Preisstruktur für Dynamics 365 Business Central

Im Zuge dieser Weiterentwicklung wurden auch Details zur Preisgestaltung von Dynamics 365 Business Central bekannt. Für das Essentials-Paket wird eine Gebühr von 80 US-Dollar pro Nutzer und Monat bei jährlicher Zahlung fällig. Die Premium-Variante wird mit 110 US-Dollar veranschlagt, während der Zugang für Team-Mitglieder 8 US-Dollar pro Nutzer und Monat kostet.

Um Unternehmen den Einstieg zu erleichtern, stellt Microsoft eine kostenlose Testversion mit einer Laufzeit von 30 Tagen zur Verfügung. Das System zielt darauf ab, betriebliche Kernprozesse durch die Integration verschiedener Fachabteilungen zu optimieren.

Parallel zur funktionellen Erweiterung treibt Microsoft Sicherheitsanpassungen in der Identitätsverwaltung voran. In Entra ID wird die Unterstützung für SMS- und sprachbasierte Multi-Faktor-Authentisierung (MFA) schrittweise eingestellt. Ab dem 1. September 2026 erfolgt eine automatische Aktivierung von Passkeys, bevor am 1. Februar 2027 die endgültige Abschaltung der bisherigen Verfahren erfolgt.

Konsolidierung der Copilot-Dienste und neue Werkzeuge

Bereits im August 2026 hat Microsoft mit der Zusammenführung seiner Copilot-Apps begonnen. In diesem Zusammenhang wurde die neue Domain „copilot.cloud.microsoft“ eingeführt. Während Dienste wie Group Chat, Podcasts und Deep Research eingestellt wurden, konzentriert sich die Plattform nun auf einen zentralisierten Ansatz. Zudem wurde die Verwaltung von Multi-Tenant-Agenten Mitte August in einer öffentlichen Vorschau verfügbar gemacht.

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Weitere Änderungen betreffen die kollaborativen Werkzeuge: Legacy-Whiteboards sollen am 5. September 2026 dauerhaft gelöscht werden, gefolgt von der Einstellung der eigenständigen App am 14. September 2026. Nutzungsberichte werden an neue Adressen verschoben, wobei entsprechende Weiterleitungen frühestens ab dem 17. September 2026 greifen.

Für das Projektmanagement-Tool Planner ist nach Oktober 2026 die Einführung einer Kapazitätsansicht geplant, die die Abhängigkeit von externen Exporten oder Microsoft Project verringern soll.

Rekordergebnisse im Geschäftsjahr 2026

Die wirtschaftliche Untermauerung dieser Transformation spiegelte sich in den Zahlen für das Geschäftsjahr 2026 wider. Microsoft erwirtschaftete einen Umsatz von 331,84 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Der Gewinn kletterte um 31 Prozent auf 133,75 Milliarden US-Dollar. Besonders die Cloud-Sparte Azure trug mit einem Jahresumsatz von über 100 Milliarden US-Dollar und einem Wachstum von 43 Prozent im vierten Quartal maßgeblich zum Ergebnis bei.

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Das reine KI-Geschäft erreichte eine annualisierte Umsatzrate von 37 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 123 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Microsoft plant für das Kalenderjahr 2026 Investitionsausgaben (CapEx) in Höhe von rund 175 Milliarden US-Dollar.

Die Marktkapitalisierung des Unternehmens lag zuletzt bei 3,6 Billionen US-Dollar bei einem Aktienkurs von 487,31 US-Dollar. Analysten sehen hierbei weiteres Aufwärtspotenzial mit Kurszielen zwischen 560 und 569 US-Dollar.

Hardware-Innovationen und Partner-Ökosystem

Im Bereich der Hardware steht der Start des Maia-300-Chips bevor, der möglicherweise im September erfolgt. Ergänzt wird das Portfolio durch neue Software-Entwicklungen wie die PowerToys-Version 0.101, die unter anderem eine On-Device-KI für erweiterte Einfügefunktionen nutzt.

Auch das Partner-Ökosystem reagiert auf die Plattform-Strategie. KINETIQ bietet auf dem Microsoft Marketplace eine Bewertung für Microsoft Fabric an. Das für 55.000 US-Dollar verfügbare Paket umfasst eine drei- bis fünfwöchige Analyse zur Identifizierung von Anwendungsfällen und zur Quantifizierung des Return on Investment.

NTT DATA positioniert sich unterdessen mit Angeboten zur Transformation des Arbeitsplatzes, bei denen KI-Agenten zunehmend die Rolle digitaler Kollegen übernehmen sollen.