Die Systeme können komplexe Geschäftsprozesse eigenständig abwickeln – von der Beschaffung bis zur internen Revision.
Der große Wurf der Tech-Giganten
Google machte am heutigen Freitag den Anfang: Workspace Studio, angetrieben von Gemini 3, ist ab sofort allgemein verfügbar. Die Plattform erlaubt Unternehmen, maßgeschneiderte KI-Agenten direkt in Google Workspace zu erstellen. Interne Daten zeigen: Die Agenten haben in den letzten 30 Tagen mehr als 20 Millionen Aufgaben bewältigt. Der Reinigungsgerätehersteller Kärcher etwa berichtet von einer Reduzierung der Entwurfszeit um bis zu 90 Prozent.
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Microsoft zog bereits am Dienstag nach: Copilot Cowork erreichte die allgemeine Verfügbarkeit für autonome, längerfristige Aufgaben in Microsoft 365. In der Testphase erledigte das Tool über zwei Millionen Aufgaben – bei einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit von nur 18 Minuten. Zwei Tage später folgte „Eddie“, ein KI-Agent für die PC-Beschaffung, der auf Azure OpenAI und ServiceNow basiert. Das System betreut mehr als 200.000 Mitarbeiter weltweit und verkürzte die durchschnittliche Beschaffungsdauer von 5,8 Tagen auf unter 1,5 Tage.
Amazon zog am Mittwoch nach: Mit autonomen Agenten für Amazon Quick lassen sich nun über 16 neue Drittanbieter-Integrationen ansteuern. Nutzer erhalten Antworten auf komplexe Fragen aus verschiedenen Datenquellen mit einer einzigen Abfrage.
Spezialisten für knifflige Fälle
Für besonders komplexe Workflows – etwa Streitfälle oder Kreditentscheidungen – hat UiPath am Donnerstag Maestro Case auf den Markt gebracht. Erste Anwender aus dem Finanzsektor berichten von einer Reduzierung der Bearbeitungszeit um 60 bis 80 Prozent. Die prognostizierten jährlichen Einsparungen liegen bei über zwölf Millionen Euro.
Auch im Prüfungswesen tut sich etwas: Das Startup Andera sicherte sich am Donnerstag 34 Millionen Euro in einer Series-A-Finanzierungsrunde unter Führung von Lightspeed. Die Plattform automatisiert interne Prüfungsabläufe – von der Beweissammlung bis zur Kontrollprüfung.
SAP setzt auf Partnerschaft: Der Walldorfer Konzern beteiligte sich am Mittwoch am Workflow-Spezialisten n8n, der mit 4,8 Milliarden Euro bewertet wird. SAP will die Low-Code-Plattform in Joule Studio integrieren – die allgemeine Verfügbarkeit ist für später im Jahr 2026 geplant.
Der Markt boomt – aber Vorsicht ist geboten
Die Analysten von APQC warnen jedoch: Ohne durchdachte Prozesse nützt die beste Technologie nichts. Unternehmen, die einfach nur Technologie einführen, erzielen oft fragmentierte Ergebnisse. Erfolgreiche Organisationen setzen dagegen auf klare Governance und vertrauenswürdige Daten.
Der Markt für autonome KI-Agenten soll von umgerechnet zehn Milliarden Euro im Jahr 2026 auf über 168 Milliarden Euro bis 2033 wachsen. Kein Wunder also, dass die Tech-Riesen um die Wette entwickeln.
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Auch der Rest der Welt zieht nach
- Alibaba.com brachte am Donnerstag „Accio Work“ in Malaysia an den Start – ein KI-Team für kleine und mittlere Unternehmen.
- SK Telecom kündigte an, jeden Mitarbeiter in 25 Konzerntöchtern mit einem persönlichen KI-Agenten auszustatten. Rund 80.000 Beschäftigte sind betroffen.
- Meta führte einen Business Agent für WhatsApp ein, der die Kundenkommunikation autonom übernimmt.
Die Botschaft ist klar: Die Ära der einfachen Chatbots geht zu Ende. Die Zukunft gehört Agenten, die selbstständig handeln – und das in einem Tempo, das viele Unternehmen erst noch einholen müssen.

