Microsoft Edge 148: Neue Funktionen, aber Stabilitätsprobleme trüben das Bild

Nach dem Update auf Version 148 kämpft Microsoft Edge mit zahlreichen Fehlern. Nutzer berichten von Abstürzen und fehlenden Funktionen.

Microsoft hat Mitte Mai 2026 die Version 148.0.3967.54 seines Edge-Browsers veröffentlicht – zeitgleich für Windows und Mac. Doch statt Begeisterung über neue Features dominieren derzeit Nutzerbeschwerden die offiziellen Support-Foren. Über 28.000 aktive Anfragen verzeichnete allein die Microsoft-Q&A-Plattform in den vergangenen Tagen.

Fehlerhafte Profile und abgestürzte Tabs

Die Probleme sind vielfältig. Anwender berichten von unvollständigen Verlaufsseiten und gravierenden Schwierigkeiten bei der Profilverwaltung. Besonders ärgerlich: Das Löschen von Profilen oder das Einloggen in bestehende Accounts führt immer wieder zu Fehlermeldungen.

Hinzu kommen funktionale Rückschritte. Microsoft hat den H.265-Videocodec aus dem Browser entfernt – ein Schritt, der bei Nutzern hochauflösender Videoinhalte für Unmut sorgt. Auch die Seitenleiste mit ihren Schnellzugriffen auf integrierte Apps wird nach und nach eingestellt.

Anzeige

Während Microsoft die Browser-Stabilität optimiert und den Umstieg auf neue Outlook-Clients forciert, bereiten Einrichtung und Synchronisation oft Probleme. Diese kostenlose Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie Sie Ihre E-Mails und Konten in wenigen Minuten fehlerfrei konfigurieren. Outlook jetzt stressfrei und korrekt einrichten

Besonders kritisch: Bei einigen Anwendern startet Edge gar nicht mehr. Soundprobleme unter Windows 11 und das Einfrieren des Browsers bei Nutzung der Vorlesefunktion gehören zu den häufig gemeldeten Fehlern. Selbst das Drucken von PDF-Dokumenten bereitet Schwierigkeiten, und der Tab Session Manager neigt zur Korruption.

Windows 11: Neues Leistungsprofil im Test

Parallel zu den Browser-Updates arbeitet Microsoft an systemweiten Optimierungen. Seit dem 8. Mai testet der Konzern ein sogenanntes „Low Latency Profile“ (Projekt K2). Die Technik erhöht kurzzeitig die CPU-Frequenz, um das Startmenü, Kontextmenüs und einzelne Anwendungen schneller zu laden.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen: App-Startzeiten sollen sich um bis zu 40 Prozent verkürzen, die Menü-Reaktionsfähigkeit um beeindruckende 70 Prozent steigen. Microsoft-Vizepräsident Scott Hanselman bezeichnete die Implementierung als „branchenübliche Praxis“ – ähnliche Mechanismen nutzen auch macOS und Linux.

In der experimentellen Windows-11-Build 26300.8376 kehren zudem klassische Optionen zurück. Die Befehle „Aktualisieren“ und „Drucken“ finden sich wieder direkt im modernen Rechtsklick-Menü des Datei-Explorers. Auch die Datums- und Dateigrößenanzeige wurde überarbeitet: Sie zeigt nun Größen in KB, MB und GB an, statt nur in Kilobyte.

Google Chrome: Heimlicher KI-Download sorgt für Ärger

Derweil gerät Google in die Kritik. Chrome 148 lädt offenbar unbemerkt ein 4 Gigabyte großes KI-Paket („weights.bin“) für das Sprachmodell Gemini Nano herunter. Google betont, dass die Daten lokal verarbeitet werden und nicht in die Cloud gelangen. Branchenbeobachter kritisieren jedoch die mangelnde Transparenz – der Download erfolgt ohne explizite Zustimmung der Nutzer.

Hardware-Krise belastet den gesamten Markt

Die Software-Entwicklung findet unter schwierigen Rahmenbedingungen statt. Die Preise für DRAM- und NAND-Speicher sind regelrecht explodiert: Im ersten Quartal 2026 stiegen sie um rund 90 Prozent, im zweiten Quartal legten sie weitere 50 Prozent zu. Die Folge: Neue PCs kosten im Schnitt 25 Prozent mehr. Hersteller wie Asus, Acer und Lenovo haben ihre Preise um 10 bis 25 Prozent angehoben. Branchenexperten rechnen für 2026 mit einem Rückgang des gesamten PC-Marktes um 11,3 Prozent.

Microsoft forciert den Abschied vom Passwort

Ein Lichtblick: Microsoft treibt die passwortlose Authentifizierung voran. Weltweit sind bereits rund 5 Milliarden Passkeys im Einsatz. Im eigenen Konzern nutzen 99,6 Prozent der Mitarbeiter phising-resistente Verfahren.

Die Konsequenzen für Bestandssysteme sind deutlich: Bis Januar 2027 wird die Möglichkeit, Passwörter über Sicherheitsfragen in Entra ID zurückzusetzen, komplett abgeschaltet. Outlook Lite wird bereits am 25. Mai 2026 eingestellt, und der neue Outlook-Client wird ab dem 31. Dezember 2026 für alle Nutzer verpflichtend.

Anzeige

Angesichts steigender Hardware-Preise und des nahenden Support-Endes älterer Systeme suchen viele Nutzer nach Wegen für ein kostengünstiges Upgrade. Dieser kostenlose Report erklärt einen legalen Weg, wie Sie Windows 11 auch auf offiziell inkompatiblen PCs ohne Datenverlust installieren. Windows 11 ohne teure neue Hardware freischalten

Ausblick: Stabilität als Schlüssel zum Erfolg

Für Microsoft wird die kommenden Monate entscheidend sein. Edge dient als zentrales Tor zu vielen dieser neuen Sicherheits- und Produktivitätstools. Gleichzeitig läuft der Support für Windows 10 Version 22H2 seit Oktober 2025 – erweiterte Sicherheitsupdates gibt es noch bis Oktober 2026. Doch mit rund 28 Prozent Marktanteil ist Windows 10 noch immer weit verbreitet.

Der Erfolg von Edge wird davon abhängen, ob das Entwicklungsteam die aktuellen Stabilitätsprobleme in den Griff bekommt – und gleichzeitig die Leistungsversprechen der neuen Systemoptimierungen einlöst.