Microsoft Edge 156: Browser sperrt betrügerische Benachrichtigungen automatisch

Edge entzieht verdächtigen Websites die Mitteilungsrechte und ermöglicht Nutzern, auffällige Seiten direkt an SmartScreen zu melden.

•

Der Webbrowser Microsoft Edge hat einen erweiterten Schutzmechanismus gegen sogenannte Scareware erhalten. Die neue Schutzfunktion schaltet Website-Benachrichtigungen künftig automatisch ab, sobald diese zur Verbreitung gefälschter Virenmeldungen oder betrügerischer Inhalte missbraucht werden. Damit reagiert der Softwarekonzern auf Angriffswellen, bei denen manipulierte Browser-Hinweise Anwender fortlaufend auf unseriöse Internetangebote locken.

Automatische Abschaltung bei betrügerischen Push-Nachrichten

Viele Online-Betrugsmaschen beginnen mit Benachrichtigungen im Webbrowser. Einmal erteilt, nutzen Kriminelle diese Berechtigungen aus, um Betroffene wiederholt auf bereits als schädlich identifizierte Webseiten zu leiten.

Zu den typischen Betrugsformen zählen gefälschte Browser-Updates, angebliche Virenwarnungen mit scheinbar blockierter Maus oder Tastatur, ClickFix-Angriffe per Kopieren und Einfügen sowie Phishing-Versuche mit Erpressungstrojanern, gefälschten Jobangeboten, Bank- und Erstattungsbetrug.

Die Schutzfunktion greift ab Version Edge 156, deren Verteilung im Oktober 2026 begann. Sobald der integrierte Defender SmartScreen oder der Scareware-Blocker feststellt, dass eine Internetseite über Benachrichtigungen betrügerische Inhalte verbreitet, entzieht Edge der betroffenen Adresse eigenständig die Berechtigung zum Senden von Hinweisen.

Anzeige

Während Browser-Hersteller ihre Schutzmechanismen stetig verbessern, bleiben Passwörter eine der größten Schwachstellen für Online-Konten. Dieser kostenlose Report zeigt, wie Sie mit der neuen Passkey-Technologie Ihre Accounts bei Amazon, WhatsApp und Co. effektiv vor Hackern absichern. Passkey-Ratgeber jetzt kostenlos herunterladen

Beim darauffolgenden Start des Browsers weist eine Informationsleiste auf den Eingriff hin und teilt mit, dass Mitteilungen einer verdächtigen Seite aus der vorherigen Sitzung blockiert wurden. Betroffene Anwender können die vorgenommenen Blockierungen in den Browsereinstellungen unter Datenschutz, Suche und Dienste im Bereich der Websiteberechtigungen für Benachrichtigungen einsehen und bei Bedarf manuell anpassen oder wieder freigeben.

Neue Meldefunktion und technische Voraussetzungen

Ergänzend führt der Browser eine neue Auswahlmöglichkeit direkt im Berechtigungsdialog für Benachrichtigungen ein. Über die Option zum Blockieren und Melden können Nutzer verdächtige Seiten direkt an das Sicherheitsnetzwerk übermitteln. Dabei werden eine Beschreibung, die Internetadresse und optional ein Bildschirmfoto weitergeleitet.

Nach Angaben von Microsoft trägt jede einzelne dieser Meldungen dazu bei, rund 50 weitere Anwender über das SmartScreen-System abzusichern; derselbe Wert zeigte sich bereits während der vorangegangenen Testphase.

Anzeige

Wer sich mit dem Schutz vor Online-Betrug befasst, sollte auch die Sicherheit seiner digitalen Zugänge überdenken. Ein neuer Gratis-Report erklärt die sichere Alternative zu klassischen Passwörtern, die Hackern keine Chance mehr lässt und den Anmeldestress dauerhaft beendet. Sichere Alternative zu Passwörtern gratis nachlesen

Der zugrunde liegende Scareware-Blocker ist seit gut einem Jahr auf entsprechend ausgestatteten Rechnern standardmäßig aktiviert. Nach Unternehmensangaben bewahrt das System täglich zehntausende Anwender unmittelbar vor Schäden und schützt indirekt Millionen weitere.

Insgesamt blockiere der Browser Benachrichtigungsspam bereits milliardenfach. Laut Angaben von Rob Franco und Lu Huang in einem Unternehmensbeitrag gelten für den automatischen Schutz jedoch bestimmte Systemanforderungen.

Der Support listet die Funktion als standardmäßig aktiv auf Systemen mit mehr als 2 GB Arbeitsspeicher und mindestens fünf Prozessorkernen, während Systeme mit unter 1 GB RAM oder lediglich zwei Kernen nicht unterstützt werden. Berichten zufolge lief die Basisfunktion seit Edge 142 auf PCs und Macs mit wenigstens 2 GB RAM und einem Vierkernprozessor.

In den offiziellen Versionshinweisen zum stabilen Kanal von Edge 156 vom 22. Oktober war die Neuerung mit Stand vom 30. Oktober noch nicht aufgeführt; die interne Entwicklungs-Roadmap wies den Status auf Entwicklung mit einer geplanten breiten Verfügbarkeit im November 2026 aus.

Bislang mussten unerwünschte Benachrichtigungen manuell über das Symbol mit den drei Punkten im Hinweisfenster abgestellt werden, da die Interaktion mit den Schaltflächen innerhalb gefälschter Warnungen zusätzliche Risiken barg.