Microsoft Edge: Sicherheitslücke bei Passwörtern geschlossen

Microsoft behebt Edge-Sicherheitslücke und startet Performance-Offensive mit Project K2 für Windows 11.

Bislang konnten Passwörter im Klartext im Arbeitsspeicher des Systems landen – ein Albtraum für jeden Sicherheitsbeauftragten.

Update schützt vor Datenklau aus dem RAM

Der Technologiekonzern rollt ab Mitte Mai 2026 einen Fix für alle unterstützten Edge-Versionen aus, beginnend mit Build 148. Die Änderung markiert einen Strategiewechsel: Statt das Risiko kleinzureden, setzt Microsoft nun auf eine robuste „Defense-in-Depth“-Sicherheitsarchitektur. Konkret bedeutet das: Passwörter werden beim Browserstart nicht mehr unverschlüsselt in den RAM geladen.

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Der Sicherheitsforscher Tom Jøran Sønstebyseter Rønning hatte die Schwachstelle am 4. Mai 2026 entdeckt und einen Proof-of-Concept veröffentlicht, der zeigte, wie sich Passwörter aus dem Speicher extrahieren lassen. Microsofts erste Reaktion: Das sei ein Designmerkmal, ein Angreifer brauche ohnehin Administratorrechte. Doch nach öffentlicher Kritik ruderte der Konzern zurück.

Andrew Ritz, Microsoft-Vizepräsident, bestätigte die Kehrtwende. Gareth Evans, Sicherheitschef von Edge, betonte, der Schritt sei Teil einer umfassenderen Sicherheitsstrategie. Die gute Nachricht: Aus der Ferne ließ sich die Lücke nicht ausnutzen – ein Angreifer musste bereits physischen oder administrativen Zugriff haben.

Update-Flut im Mai: 120 Schwachstellen geschlossen

Der Patch-Day am 12. Mai 2026 war einer der umfangreichsten der jüngeren Geschichte. Rund 120 Sicherheitslücken im Windows-Ökosystem wurden gestopft, darunter 16 als kritisch eingestufte Fehler. Besonders brisant: Eine kritische Zero-Day-Lücke in Exchange Outlook Web Access (CVE-2026-42897), die Exchange 2016, 2019 und SE betrifft.

Hinzu kommt ein BitLocker-Umgehungsangriff namens YellowKey, der angeblich in weniger als einer Minute Zugriff auf TPM-verschlüsselte Laufwerke ermöglicht. Auch hier arbeitet Microsoft an Lösungen.

Project K2: Windows 11 wird flotter

Neben der Sicherheit treibt Microsoft ein ehrgeiziges Performance-Projekt voran. Project K2 optimiert Windows 11 gezielt für ältere Hardware – ein strategisch kluger Schachzug. Die Zahlen sprechen Bände: Die PC-Verkäufe gingen Anfang 2026 um 11,3 Prozent zurück, während die DRAM-Preise im ersten Quartal um 90 Prozent anzogen. Wer sich keinen neuen Rechner leisten kann oder will, soll zumindest mit einem schnelleren System belohnt werden.

Die ersten Ergebnisse können sich sehen lassen:
Startmenü: Öffnet bis zu 70 Prozent schneller
Edge und Outlook: Starten rund 40 Prozent flotter
Datei-Explorer: 25 Prozent kürzere Ladezeiten

Ein neues Low Latency Profile erlaubt kurzfristige CPU-Leistungsspitzen von bis zu 97 Prozent für rechenintensive Aufgaben.

FAT32-Grenze gefallen – Win32-API bleibt

Das Mai-Update KB5089549 bringt eine längst überfällige Änderung: Die FAT32-Partitionsgrenze steigt von mageren 32 GB auf satte 2 TB. Jahrzehntealte Beschränkung – endlich Geschichte.

Doch nicht alles wird modernisiert. Mark Russinovich, Microsofts CTO, bestätigte am 15. Mai 2026: Windows 11 behält die Win32-API aus den 1990ern als Fundament. Der Grund: Millionen von Unternehmensanwendungen sind darauf angewiesen. Statt eines radikalen Bruchs setzt Microsoft auf Sandboxing und Virtualisierung, um die Altlasten abzusichern.

Microsoft 365: Preise steigen, Limits sinken

Seit dem 12. Mai 2026 gilt eine strikte 15-GB-Postfachgrenze für bestimmte Pläne – Geschäftskunden dürfen sich dagegen über 100 GB freuen. Ab dem 1. Juli 2026 steigen die Preise für mehrere Microsoft-365-Tarife:
Business Basic: 7 Euro
Business Standard: 14 Euro
Business Premium: 22 Euro

Technische Pannen trübten die jüngste Bilanz: Am 13. Mai 2026 kämpften Nutzer in Südamerika mit Ausfällen wegen eines beschädigten Glasfaserkabels – am nächsten Tag war das Problem behoben. Und Windows-365-Anwender hatten seit dem 12. Mai Probleme mit Office-Installationen; ein Fix sollte bis zum 15. Mai bereitstehen.

KI bekommt Zugriff auf Geschäftsdaten

Ab Juni 2026 wird Microsoft 365 Copilot auf Dataverse-Informationen aus Dynamics 365 und Power Apps zugreifen können. Der KI-Assistent verknüpft dann Produktivitätssignale mit konkreten Unternehmensdaten – ein mächtiges Werkzeug, das aber auch Datenschutzfragen aufwirft.

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Für die Datenaufbewahrung bleibt Microsoft Purview zuständig: Standardmäßig 93 Tage in SharePoint- und OneDrive-Papierkörben, Premium-Pläne (E3 und E5) erlauben Verlängerungen auf bis zu zehn Jahre.

Ausblick: Was 2026 noch bringt

Mehrere Termine sollten Nutzer im Blick behalten:
25. Mai 2026: Outlook Lite wird eingestellt
31. Mai 2026: Verkauf älterer Standalone-Speicherpläne endet
26. Juni 2026: Secure-Boot-Zertifikate laufen ab – Firmware-Updates nötig
Juli 2026: Neue E7-Pläne mit erweiterten Administrationsfunktionen
September 2026: Automatisiertes Cloud-Initiated Driver Recovery startet
13. Oktober 2026: Support-Ende für Windows 10

Die Kombination aus Sicherheitsupdates, Performance-Optimierungen und Preisanpassungen zeigt: Microsoft bereitet die Nutzerbasis auf eine neue Ära vor – mit Windows 11 als Plattform, die auch auf älterer Hardware läuft, und einem Sicherheitsversprechen, das Forscherfeedback ernst nimmt. Ob das reicht, um die verbliebenen Windows-10-Nutzer bis zum Oktober zu überzeugen, wird sich zeigen.