Microsoft entfernt veraltete Modem-Treiber aus Windows 11

Microsoft schließt mit dem ersten Patch-Tuesday 2026 über 100 Sicherheitslücken und entfernt veraltete Agere-Modemtreiber. Dies schützt die Mehrheit, macht aber Nischengeräte funktionsunfähig.

Microsoft setzt mit dem ersten Patch-Tuesday 2026 ein klares Sicherheitszeichen: Alte Agere-Modemtreiber sind Geschichte – und machen Spezial-Hardware unbrauchbar.

Im dritten Quartal 2024 beseitigte der Update-Katalog über 100 Schwachstellen. Jetzt folgt der nächste, radikale Schritt. Mit dem kumulativen Update KB5074109 vom 13. Januar hat Microsoft die veralteten Treiberdateien agrsm64.sys und agrsm.sys aus Windows 11 entfernt. Diese gehörten einst zu Soft-Modems des längst nicht mehr existierenden Herstellers Agere Systems. Für die überwältigende Mehrheit der Nutzer bleibt die Änderung unsichtbar. Eine Nische trifft es jedoch hart: Geräte, die auf diese spezifischen Treiber angewiesen sind, funktionieren nach dem Update schlicht nicht mehr.

Proaktiver Schnitt statt Flickwerk

Hinter der Entscheidung steckt eine klare Sicherheitslogik. Die Treiber wiesen eine schwerwiegende Privilegieneskalationslücke (CVE-2023-31096) auf, die einem Angreifer im schlimmsten Fall die vollständige Systemkontrolle ermöglicht hätte. Statt den jahrzehntealten Code eines nicht mehr existierenden Unternehmens zu patchen, entfernte Microsoft die Komponente komplett. „Das Angriffsfläche eliminieren, statt sie zu reparieren“ – so lautet die Devise.

Diese Strategie ist nicht neu. Bereits im Oktober 2025 entfernte der Konzern mit dem Treiber ltmdm64.sys einen weiteren Agere-Treiber, um eine andere kritische Schwachstelle (CVE-2025-24990) zu schließen. Die Botschaft ist eindeutig: Dritt-Anbieter-Komponenten ohne Support haben in einem modernen Betriebssystem keinen Platz mehr. Microsoft säubert den Update-Katalog systematisch, um langfristige Risiken zu minimieren und das System zu straffen.

Anzeige

Viele Betroffene stehen plötzlich vor der Frage, wie sie sicher auf moderne, Windows‑11‑kompatible Hardware umsteigen, ohne Daten oder Programme zu verlieren. Der kostenlose Gratis-Report „Windows 11 Komplettpaket“ erklärt risikofrei und Schritt für Schritt die Installation, Daten‑ und Programmübernahme sowie die wichtigsten Neuerungen — ideal für Windows‑10‑Nutzer, Administratoren und alle, die ohne Stress wechseln wollen. Enthält eine Checkliste für kompatible Hardware und praxisnahe Tipps für einen reibungslosen Übergang. Jetzt Gratis-Report zum problemlosen Windows‑11‑Umstieg sichern

Die Leidtragenden: Nischen-Anwender mit Spezialhardware

Doch was bedeutet das konkret für die Betroffenen? In Foren melden sich Nutzer, deren Spezialgeräte plötzlich ausfallen. Betroffen sind etwa Anlagen für Rufnummernanzeige-Dienste oder spezielle medizinische Geräte, die über analoge Modems kommunizieren. Für sie ist die Lösung aufwändig: Sie müssen auf moderne, mit Windows 11 kompatible Hardware umsteigen. Ein einfaches Zurückrollen des Updates ist aus Sicherheitsgründen keine empfehlenswerte Alternative.

Die Situation zeigt das grundsätzliche Dilemma der Tech-Branche: Wie lange soll Rückwärtskompatibilität für obsolete Technik gewährleistet werden, wenn sie die Sicherheit aller anderen Nutzer gefährdet? Microsoft hat sich entschieden – zugunsten der Sicherheit.

Sicherheit geht vor – ein Trend mit Zukunft

Der Januar-Patch-Tuesday war ein Großereignis: Insgesamt wurden 114 Schwachstellen geschlossen, darunter drei Zero-Day-Lücken, von denen eine aktiv ausgenutzt wurde. Vor diesem Hintergrund erscheint die Entfernung der alten Treiber als konsequenter, wenn auch für einige schmerzhafter Teil einer Gesamtstrategie.

Für Administratoren und betroffene Nutzer heißt es jetzt: Hardware-Inventur. Alle Geräte, die auf die betagten Agere-Treiber angewiesen sind, müssen identifiziert und ersetzt werden. Dieses Vorgehen dürfte Schule machen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Microsoft weiterhin veraltete und unsichere Treiber aus Windows 11 entfernen wird. Die Ära der Plug-and-Play-Kompatibilität mit 20 Jahre alter Hardware geht zu Ende – zugunsten eines sichereren Systems für Millionen.