Microsoft Entra: Passkeys ersetzen SMS-Authentifizierung ab September

Microsoft macht Passkeys zum Standard bei Entra ID, erweitert Governance-Werkzeuge und veröffentlicht neue Vorgaben sowie Zertifizierungen für KI-Dienste.

Microsoft hat zum 1. September 2026 weitreichende Aktualisierungen für seinen Identitätsdienst Entra angekündigt. Im Zentrum der Neuerungen steht die Umstellung der Standard-Authentifizierung auf Passkeys für Entra ID. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Modernisierung seiner Identity-Governance-Tools voran und setzt neue Maßstäbe im Bereich der regulatorischen Compliance für KI-gestützte Dienste.

Fokus auf Passkeys und das Ende der SMS-Authentifizierung

Mit Wirkung zum 1. September 2026 fungieren Passkeys als primäre Methode für die Authentifizierung in Microsoft Entra ID. Dieser Schritt markiert eine deutliche Abkehr von traditionellen, oft als unsicherer eingestuften Verfahren.

In diesem Zusammenhang hat Microsoft angekündigt, die Unterstützung für die von dem Unternehmen bereitgestellte SMS- und Sprachauthentifizierung schrittweise einzustellen. Dieser Prozess soll bis zum 1. Februar 2027 abgeschlossen sein, wonach diese Methoden nicht mehr zur Verfügung stehen werden.

Ergänzend zu den Änderungen bei den Authentifizierungsverfahren führt Microsoft neue Funktionen für die Verwaltung von Identitätslebenszyklen ein. Die sogenannten Lifecycle Workflows unterstützen nun das Klonen von Arbeitsläufen, was die Effizienz bei der Einrichtung automatisierter Prozesse für den Ein- und Austritt von Mitarbeitern offiziell steigern soll.

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Erweiterte Governance-Funktionen und technische Anpassungen

Im Bereich der Identity Governance haben wichtige Funktionen den Status der allgemeinen Verfügbarkeit (General Availability) erreicht. Seit September 2026 stehen die Tenant Governance sowie benutzerzentrierte Access Reviews offiziell für Unternehmenskunden zur Verfügung. Diese Werkzeuge ermöglichen eine präzisere Kontrolle darüber, welche Benutzer Zugriff auf spezifische Ressourcen innerhalb einer Organisation haben.

Parallel dazu bereitet Microsoft weitere technische Umstellungen vor. Für den 3. November 2026 ist die Einstellung von MemberOf-basierten Konfigurationen geplant. Zudem wurden Änderungen am Berechtigungsumfang für User.ReadBasic.All innerhalb der Entra-Plattform vorgenommen.

In einer aktuellen Preview-Phase befinden sich zudem neue Sicherheitsfunktionen, darunter eine MCP-Firewall für Microsoft Entra sowie die Synchronisierung von sAMAccountNames, um die Interoperabilität zwischen verschiedenen Verzeichnisdiensten zu verbessern.

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Transparenzbericht und Zertifizierungen im Bereich Künstliche Intelligenz

Flankierend zu den Identitäts-Updates veröffentlichte Microsoft am 2. September 2026 den dritten jährlichen „Responsible AI Transparency Report“. Der Bericht legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Identifikation und Handhabung von Risiken, die durch agentische KI-Systeme entstehen können.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurde der „Responsible AI Standard“ überarbeitet. Die Anforderungen sind nun differenzierter nach KI-Modellen, Plattformdiensten und konkreten Anwendungen getrennt.

In diesem Kontext stellte das Unternehmen neue Sicherheits- und Evaluierungstools vor, darunter einen AI Red Teaming Agent sowie spezielle Agent-Evaluatoren. Mit ASSERT und RAMPART wurden zusätzliche Werkzeuge zur Absicherung von KI-Infrastrukturen eingeführt. Microsoft gab zudem bekannt, dass wesentliche Dienste wie Microsoft 365 Copilot, Foundry und GitHub Copilot nach dem Standard ISO 42001 zertifiziert wurden.

Zur weiteren Absicherung seiner Systeme setzt Microsoft auf externe Kooperationen. Eine neu gegründete „Red Team Alliance“ umfasst die Zusammenarbeit mit 18 Universitäten. Auf internationaler Ebene arbeitet das Unternehmen zudem mit der OECD-Arbeitsgruppe an der Weiterentwicklung des „Hiroshima AI Process Reporting Framework v2.0“, um globale Standards für die Berichterstattung über KI-Systeme zu unterstützen.