Microsoft erlaubt Entfernung von Copilot auf Unternehmensgeräten

Microsoft gibt IT-Administratoren die Kontrolle: Copilot lässt sich nun von Windows-11-Geräten löschen. Ein neues Performance-Programm soll zudem die Systemstabilität verbessern.

Microsoft reagiert damit auf jahrelange Kritik von IT-Administratoren, die sich mehr Kontrolle über die Systemauslastung wünschen. Der Schritt ist Teil einer umfassenden „Performance-First“-Initiative, die das Windows-11-Erlebnis grundlegend verbessern soll.

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Neue Löschoptionen für Unternehmen

Seit dem 24. April 2026 stellt Microsoft IT-Verantwortlichen die Richtlinie „RemoveMicrosoftCopilotApp“ zur Verfügung. Über Gruppenrichtlinien oder die Systemregistrierung können Administratoren die KI-Anwendung auf Geräten mit Windows 11 Version 25H2 und neuer entfernen. Die Option gilt für Enterprise-, Pro- und Education-Versionen.

Allerdings gibt es Einschränkungen: Die Deinstallation funktioniert nur, wenn Microsoft 365 Copilot installiert ist, die App nicht manuell vom Nutzer eingerichtet wurde und in den letzten 28 Tagen nicht gestartet wurde. Diese Bedingungen deuten auf eine Strategie hin, die ungenutzte KI-Komponenten entfernt, aber aktive Nutzer nicht beeinträchtigt.

Bereits zuvor hatte Microsoft die automatische Installation von Microsoft 365 Copilot auf Unternehmenshardware gestoppt. Darüber hinaus wird die Integration der KI modularer: In aktuellen Insider-Builds lässt sich der Agent von der Taskleiste lösen, und KI-Funktionen in Systemdienstprogrammen werden umbenannt.

Das Performance-First-Programm

Parallel zu den Löschoptionen startet Microsoft sein Performance-First-Programm. Für den 12. Mai 2026 ist ein großes Zuverlässigkeits-Update geplant, das 18 Verbesserungsbereiche adressiert – darunter schnellere Datei-Explorer-Geschwindigkeiten und ein reaktionsschnelleres Startmenü. Eine bemerkenswerte Änderung: Die FAT32-Partitionsgrenze steigt von 32 GB auf 2 TB.

Ein zentrales Element ist die neue „Update Later“-Option im Windows-11-Erstinstallationsprozess. Seit dem 23. April 2026 können Nutzer bei einer Neuinstallation oder Ersteinrichtung Pflichtupdates überspringen. Das System startet deutlich schneller, während Updates im Hintergrund laufen oder später installiert werden können. Diese Änderung adressiert die seit Ende 2025 kritisierte lange Einrichtungszeit.

In Preview-Versionen testet Microsoft zudem erweiterte Update-Funktionen: eine unbegrenzte Update-Pause über eine Kalenderoberfläche und die Möglichkeit, Updates beim Herunterfahren zu überspringen. Für Hardwarehersteller bereitet das Unternehmen Version 26H1 vor, eine hardwareoptimierte Version für neue Geräte.

Wettbewerb im Bereich KI-Agenten

Die Änderungen kommen in einer Zeit, in der die gesamte Branche auf „agentische“ KI setzt – Systeme, die komplexe Aufgaben mit minimaler Aufsicht erledigen. Am 23. April 2026 veröffentlichte OpenAI GPT-5.5, ein Modell mit verbesserten Fähigkeiten für Programmierung, Recherche und autonome Computernutzung. Es erreichte 82,7 Prozent im Terminal-Bench 2.0 und 58,6 Prozent im SWE-Bench Pro.

Google Cloud stellte auf der Cloud Next 2026 sein Workspace Intelligence System vor. Die Plattform integriert KI-Agenten in Gmail, Docs und Sheets und führt eine Gemini Enterprise Agent Platform ein. Google berichtet, dass Code-Migrationsaufgaben sechsmal schneller erledigt werden können. Partnerschaften mit ServiceNow und Alteryx werden ausgebaut.

Microsoft reagiert: Seit dem 24. April 2026 sind agentische Copilot-Funktionen in Word, Excel und PowerPoint allgemein verfügbar. Die KI kann direkt in Dokumenten arbeiten – Präsentationen erstellen oder Daten analysieren – während Administratoren neue Kontrollen zur Überprüfung der Änderungen erhalten.

Technische Probleme bei den Updates

Trotz des Fokus auf Leistung und Kontrolle gibt es Hürden. Das Update KB5083769 vom April-Patch-Tuesday verursacht auf bestimmten HP Pavilion- und Dell-Desktop-Systemen Boot-Schleifen und Blue-Screen-Fehler. Nutzer berichten auch von BitLocker-Wiederherstellungsfehlern und ungewöhnlichen Neustarts.

Ein Anzeigefehler in Remote-Desktop-Warnfenstern tritt bei Systemen mit mehreren Monitoren und unterschiedlichen Skalierungsfaktoren auf. Microsoft bestätigt die Probleme und arbeitet an Korrekturen. Sicherheitsexperten warnen indes vor den Risiken der neuen „Update Later“-Option: Am 22. April 2026 wurde ein Notfall-Patch für .NET 10 (CVE-2026-40372) veröffentlicht, der eine schwerwiegende Sicherheitslücke schließt.

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Ausblick auf die Windows-11-Entwicklung

Die Roadmap für Windows 11 zeigt einen klaren Trend: Hardware-Optimierung und kontrollierte KI-Integration. Die kommende Version 26H2 soll den Pflichtcharakter von Copilot weiter reduzieren und stattdessen auf Systemzuverlässigkeit und Nutzerwahl setzen. Microsoft hält an Hardware-Anforderungen wie TPM 2.0 fest, erweitert aber Funktionen wie den Xbox-Modus auf alle Windows-11-Geräte.

Bis 2027 verschiebt sich der Fokus der Betriebssystementwicklung offenbar von neuen Funktionen hin zur Effizienzsteigerung bestehender. Die Möglichkeit für IT-Administratoren, KI-Komponenten gezielt zu entfernen, und flexiblere Update-Richtlinien zeigen: Microsoft stellt die Stabilitäts- und Leistungsanforderungen seiner Unternehmenskunden über die flächendeckende Einführung seiner KI-Suite.