Microsoft hat auf dem AI Infrastructure Summit in New Delhi den Start der neuen Cloud-Region India South Central in Hyderabad bekanntgegeben. Parallel kündigte der Konzern auf der DevDays Asia 2026 an, seine Rechenzentren in Taiwan von zwei auf vier Standorte zu erweitern. Beide Ankündigungen unterstreichen die strategische Bedeutung Asiens für den weiteren Ausbau der Cloud- und KI-Infrastruktur des Unternehmens.
Vierte indische Cloud-Region mit Fokus auf Nachhaltigkeit
Hyderabad ist nach Pune, Chennai und Mumbai die vierte Microsoft-Cloud-Region in Indien. Die Region besteht aus drei Verfügbarkeitszonen mit jeweils unabhängiger Strom-, Kühl- und Netzwerkanbindung sowie KI-fähiger Hardware. Bei der Kühlung setzt Microsoft auf luftgekühlte Kältemaschinen mit dem Ziel eines effektiv null Wasserverbrauchs.
Puneet Chandok, President von Microsoft India/South Asia, erklärte, dass zusätzlich eine Grundwasserkapazität von 5 Millionen Litern aufgebaut werde. Die Anlage sei zudem auf indische Regulierungs- und Erdbebenzonen-Anforderungen ausgelegt.
Als erste Kunden der neuen Region nannte Microsoft die Adani Group, Bajaj Finserv, HDFC Bank und PB Pay. HDFC Bank will Hyderabad als dedizierten Disaster-Recovery-Standort nutzen. Weitere Azure- und KI-Dienste, darunter Microsoft Foundry, sollen folgen.
Laut Chandok erzeugt Indien rund 20 Prozent der weltweiten Daten, verfügt aber nur über etwa 3 Prozent der globalen Datacenter-Kapazität. Er rechnet mit einem Anstieg der Kapazität von derzeit rund 2 Gigawatt auf 12 bis 14 Gigawatt bis 2035. Microsoft selbst hat nach eigenen Angaben in Indien 1 Gigawatt erneuerbare Energie kontrahiert, wovon 630 Megawatt bereits in Betrieb sind – mit Blick auf 2030. Zusätzlich bestehen Vereinbarungen über mehr als 1.000 Megawatt neue Solar-, Wind- und Hybridprojekte.
Nach Angaben des Unternehmens hat Microsoft in Indien bereits über 10 Millionen Menschen in KI-Kompetenzen geschult, darunter 2 Millionen Lehrer; bis 2030 sollen es 20 Millionen sein.
Microsoft zufolge nutzen 92 Prozent der indischen Wissensarbeiter bereits KI-Tools, gegenüber 75 Prozent weltweit. Die Nutzung von Agenten in Microsoft 365 sei um das 15-Fache gestiegen.
Microsoft hat mit Hyderabad seine vierte Cloud-Region in Indien gestartet und erweitert parallel die Rechenzentren in Taiwan von zwei auf vier Standorte — Asien wird für Cloud- und KI-Infrastruktur strategisch entscheidend. Wer dort Daten verarbeitet oder verarbeiten will, muss Datenhoheit, Verfügbarkeitszonen und Ausfallsicherheit vorher klären. Unser kostenloser Leitfaden liefert die passende Checkliste. Jetzt kostenlosen Asien-Cloud-Leitfaden anfordern
Zur weiteren Vernetzung der Region kündigte Microsoft eine Beteiligung am geplanten 3.600 Kilometer langen Seekabel Indien-Südostasien (I-2SEA) mit Landungen in Machilipatnam und South Chennai an; die Inbetriebnahme ist für 2029 geplant.
Laut Microsoft ist Hyderabad die zweite strategische Drehscheibe des Konzerns in Indien und eine der größten Investitionen des Landes im Bereich Rechenkapazität. Eine von Microsoft angeführte BCG-Studie geht davon aus, dass der Datacenter-Ausbau in Indien bis 2030 eine Wirtschaftsleistung von 140 bis 200 Milliarden US-Dollar erzeugen könnte.
Taiwan: Ausbau von zwei auf vier Standorte
Auf der DevDays Asia 2026 erklärte Microsofts Taiwan-Chef Chen Chih-hsiang, dass die Nachfrage nach KI-Rechenleistung das Angebot in den nächsten zwei bis drei Jahren übersteigen werde. Microsoft habe seine Cloud-Services in Taiwan von über 70 auf über 200 erweitert.
Der Taiwan-Standort werde als „Hero Site“ mit einer 3+1-Konfiguration positioniert, mit einer Glasfaser-Latenz von unter 3 Millisekunden zu anderen Regionen. Aus Sicherheitsgründen gibt Microsoft die genauen Standorte der taiwanesischen Rechenzentren nicht bekannt, der Schwerpunkt liege in Nordtaiwan.
Microsofts Taiwan-Chef rechnet damit, dass die Nachfrage nach KI-Rechenleistung das Angebot in den nächsten zwei bis drei Jahren übersteigt — auch in Indien wächst die Datacenter-Kapazität erst von rund 2 auf 12 bis 14 Gigawatt bis 2035. Wer seine KI-Infrastruktur skalieren will, sollte jetzt planen statt später nachrüsten. 5 Schritte zur KI-Infrastruktur-Skalierung jetzt sichern
Als größte Kunden in Taiwan nannte Microsoft die Halbleiter- und Hightech-Industrie; mittelfristig sollen Regierung, Gesundheitswesen sowie Finanz- und Telekomsektor mit Anforderungen an Datenhoheit hinzukommen. Microsofts COO Chen Wan-yu kündigte an, dass die konzerneigene ASIC-Entwicklung im kommenden Jahr in die Massenproduktion gehen solle. Microsoft verfüge zudem über mehr als 11.000 Modelle.
Die Ankündigungen in Indien und Taiwan fügen sich in Microsofts im September verkündete Strategie ein, die globale Datacenter-Kapazität bis 2032 von rund 12 Gigawatt auf über 38 Gigawatt mehr als zu verdreifachen.

