Microsoft erweitert Copilot um KI-Modelle von Drittanbietern

Microsoft integriert Anthropics Claude in Office, schließt kritische Lücken und kündigt Preiserhöhungen für Microsoft 365 an.

Der Konzern treibt die Integration künstlicher Intelligenz in sein Office-Paket massiv voran – und schließt zeitgleich kritische Sicherheitslücken. Ein Update-Marathon mit weitreichenden Folgen für Unternehmen.

Copilot bekommt Verstärkung: Claude von Anthropic zieht ein

Microsoft setzt bei seinem KI-Assistenten Copilot künftig auf mehrere Modelle. Neben der hauseigenen Lösung integriert der Konzern nun auch Anthropics Claude als Beta-Assistenten in Outlook, Word, Excel und PowerPoint. Nutzer können damit je nach Aufgabe zwischen verschiedenen großen Sprachmodellen wählen.

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Die aktualisierte Version setzt zudem auf OpenAIs GPT-5.5 Instant. Branchendaten zufolge hat dieses Modell die Häufigkeit von KI-Halluzinationen um 52,5 Prozent reduziert. Ein deutlicher Fortschritt für alle, die auf verlässliche Ergebnisse angewiesen sind.

In Outlook gibt es eine praktische Neuerung: Die Desktop-Version erlaubt es nun, markierte Textabschnitte in E-Mails direkt von Copilot zusammenfassen zu lassen. Ab dem 12. Mai 2026 vereinheitlicht Microsoft zudem die Tastenkürzel – Alt+C und F6 rufen den Assistenten plattformübergreifend auf. Ein schwebender Button für die Benutzeroberfläche erschien am 13. Mai 2026; der vollständige Rollout auf dem Desktop soll bis Anfang Juni abgeschlossen sein.

Project K2: Windows 11 und Office werden schneller

Die KI-Erweiterungen sind Teil einer umfassenden Performance-Initiative namens Project K2. Dieses Update-Paket optimiert Windows 11 und die zugehörigen Anwendungen – speziell für leistungsstarke Laptops mit niedrigen Latenzzeiten.

Die internen Kennzahlen sind beeindruckend: Programmstarts von Edge und Outlook sollen bis zu 40 Prozent schneller erfolgen. Die Reaktionsfähigkeit des Startmenüs verbesserte sich sogar um bis zu 70 Prozent. Ein spürbarer Unterschied im Arbeitsalltag.

Kritische Sicherheitslücken: Zero-Click-Exploits und Exchange-Schwachstellen

Die KI-Offensive wird von ernsten Sicherheitsproblemen überschattet. Am Mai-Patch-Day 2026 schloss Microsoft über 130 Schwachstellen, davon 17 als kritisch eingestuft.

Besonders brisant: CVE-2026-40361 – eine Zero-Click-Lücke in Outlook und Word. Angreifer können Schadcode ausführen, allein durch die Vorschau einer manipulierten E-Mail. Der Empfänger muss nichts weiter tun. Ein Albtraum für Sicherheitsverantwortliche.

Nur zwei Tage später, am 14. Mai 2026, folgte eine dringende Warnung zu CVE-2026-42897. Diese kritische Schwachstelle betrifft Exchange Outlook Web Access (OWA) in lokalen Installationen – Exchange Server 2016, 2019 und die Subscription Edition. Angreifer können manipulierte E-Mails versenden, die beliebigen JavaScript-Code ausführen.

Exchange Online ist nicht betroffen. Für lokale Systeme empfiehlt Microsoft den Exchange Emergency Mitigation Service oder das Exchange On-premises Mitigation Tool für isolierte Umgebungen.

Die Schutzmaßnahmen haben jedoch Nebenwirkungen: In OWA treten vorübergehende Funktionseinschränkungen auf – Probleme mit eingebetteten Bildern und der Kalenderdruck funktioniert nicht.

Bereits am 12. Mai 2026 schloss Microsoft drei kritische Prompt-Injection-Lücken im Microsoft 365 Copilot. Die Sicherheitsbemühungen kommen nicht zu früh: Die Bedrohungslage verschärft sich rasant. Im ersten Quartal 2026 stieg die Zahl der Quishing-Angriffe (QR-Code-Phishing) um 146 Prozent, identitätsbasierte Attacken legten um 71 Prozent zu.

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Outlook Lite wird eingestellt – Cloud-Speicher und Preise ändern sich

Microsoft strafft sein Produktportfolio. Outlook Lite, die schlanke Version der mobilen App, wird am 25. Mai 2026 offiziell eingestellt. Nutzer sollen auf die Standard-App wechseln – ein Schritt, der bereits mit der Abschaltung der Delve-Apps begann.

In der Cloud verschärft Microsoft seit dem 12. Mai 2026 die Postfach-Limits. Für Geschäftskunden wurde die Kapazität auf 100 GB verdoppelt. Wer mehr Speicher braucht, sollte sich beeilen: Der Verkauf älterer separater Speicherpläne endet am 31. Mai 2026.

Und dann kommt der Preisschock: Ab dem 1. Juli 2026 steigen die monatlichen Kosten für Microsoft 365. Business Basic kostet dann 7 Euro, Business Standard 14 Euro und Business Premium 22 Euro. Ein Schritt, der viele Unternehmen treffen wird.

Technischer Umbau: Von EWS zur Graph-API

Im Hintergrund läuft eine grundlegende Migration. Microsoft bewegt sich von Exchange Web Services (EWS) zur Graph-API in hybriden Umgebungen. Das Mai-Update für Exchange Server bereitet diesen Wechsel vor. EWS in Exchange Online wird im April 2027 komplett deaktiviert. Administratoren sollten Health-Checker-Skripte nutzen und Berechtigungen aktualisieren.

Pannen beim Rollout: Ausfälle und Installationsprobleme

Die Einführung neuer Funktionen und Sicherheitsupdates verlief nicht reibungslos. Am 13. Mai 2026 führte ein Glasfaserkabelbruch zu großflächigen Ausfällen von Outlook und Microsoft 365 in Südamerika.

Einen Tag zuvor, am 12. Mai 2026, verursachte eine Konfigurationsänderung Installationsfehler von Office auf Windows 365 Cloud-PCs. Microsoft bot einen Workaround über das Webportal an und kündigte an, dass ein permanenter Fix bis zum 15. Mai 2026 bereitgestellt wurde.

Praktische Neuerungen für Outlook im Web

Neben Sicherheit und KI gibt es auch alltagstaugliche Verbesserungen. Eine neue Navigationsleiste zeigt automatisch Team-Kalender an. Nutzer können jetzt mehrere nicht aufeinanderfolgende Termine mit Shift- oder Strg-Taste auswählen.

Weitere Updates: Stapelbearbeitung von Terminen, erweiterte Sortierung nach Flag-Status oder Fälligkeitsdatum und eine ICS-Exportfunktion für Kalenderdaten.

Der Weg zur einheitlichen Plattform

Die aktuellen Updates sind Teil eines mehrjährigen Fahrplans. Microsoft will alle Nutzer auf die einheitliche „New Outlook“-Plattform migrieren. Windows-10-Nutzer müssen die moderne Outlook-App seit Februar 2025 installieren. Der vollständige Übergang soll bis März 2027 abgeschlossen sein.

Für Unternehmen gibt es eine Gnadenfrist: Die klassische Desktop-Version von Outlook wird bis April 2029 weiter unterstützt.

Während die Konkurrenz von Google und OpenAI auf autonome KI-Agenten setzt, bleibt Microsofts Fokus auf Governance und integrierter Sicherheit zentral. Experten sind sich einig: Wenn KI-Agenten erst einmal tief in Unternehmenskalender und E-Mail-Archive eindringen, werden strenge Protokollierung und rollenbasierte Zugriffe – genau das, was Microsoft jetzt aufbaut – zum Standard für digitale Produktivität.