Microsofts Excel erhält einen autonomen KI-Modus, der komplexe Datenanalysen eigenständig plant und ausführt. Ab Mitte Januar 2026 kommt die als „Agent Mode“ bezeichnete Technologie auf den Desktop – ein strategischer Schwenk von einfachen Chat-Hilfen hin zu arbeitenden digitalen Assistenten.
Vom Chatbot zum Denkpartner: Die Agent-Revolution
Die KI in Excel denkt jetzt mit. Während der bisherige Copilot einfache Einzelbefehle wie „Fasse diese Tabelle zusammen“ verarbeitet, übernimmt der neue Agent Mode mehrstufige Denkprozesse. Das System zerlegt komplexe Aufgaben in logische Schritte. Ein Befehl wie „Analysiere die Umsatztrends aus dem dritten Quartal und prognostiziere das vierte Quartal basierend auf historischer Saisonalität“ wird in einen Aktionsplan übersetzt. Die KI führt diesen Schritt für Schritt aus, überprüft eigene Berechnungen und erstellt Formeln, Diagramme und Pivot-Tabellen, ohne dass der Nutzer ständig eingreifen muss.
Ein dediziertes „Reasoning Pane“ (Denkfenster) macht den Gedankengang der KI in Echtzeit sichtbar. Diese Transparenz ist für Unternehmen entscheidend, die den automatisierten Ergebnissen vertuen müssen. Der Rollout für die Windows- und Mac-Versionen beginnt Mitte Januar und soll bis Anfang März 2026 abgeschlossen sein. Bisher war die Funktion nur im Web-Excel in eingeschränkter Form verfügbar.
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Offenes Ökosystem: Drittmodelle und Live-Daten aus dem Web
In einer bemerkenswerten Öffnung des Microsoft-365-Ökosystems unterstützt der Agent Mode auch KI-Modelle von Drittanbietern. Organisationsadministratoren können künftig erlauben, dass Nutzer Modelle von Anthropic Claude zum Erstellen und Bearbeiten von Arbeitsmappen nutzen. Dieser Schritt deutet auf eine „modell-agnostische“ Zukunft hin: Microsoft vermeidet so mögliche Abhängigkeiten von einem einzigen KI-Anbieter und nutzt die spezifischen Stärken verschiedener Sprachmodelle.
Eine weitere Neuerung ist das „Web Grounding“. Die KI kann im Internet nach aktuellen externen Daten suchen – wie Wechselkurse, Marktbenchmarks oder Wirtschaftsindikatoren – und diese direkt in die Arbeitsmappe einbinden. Ein Finanzanalyst könnte den Agenten bitten, „unser regionales Umsatzwachstum mit den neuesten nationalen Inflationsdaten zu vergleichen“. Das System würde die externen Zahlen abrufen und den Vergleich konstruieren.
Formel-Assistent und Branchenausblick
Parallel zum Agent Mode wird ein neuer, KI-gestützter Formel-Assistent direkt in die Excel-Zellen integriert. Nutzer können in natürlicher Sprache beschreiben, welche Berechnung sie wünschen, und die KI generiert die komplexe Syntax mit verschachtelten Funktionen. Diese Zellhilfe ergänzt den übergreifenden Agent Mode: Während der Assistent zellspezifische Logik handhabt, orchestriert der Agent die Gesamtstruktur der Analyse.
Branchenbeobachter sehen in der Einführung einen fundamentalen Wandel. Microsoft adressiert damit eine Hauptkritik an frühen KI-Tools: ihre Unzuverlässigkeit bei langfristigen Aufgaben. Excel wird so vom reinen Kalkulationstool zum aktiven Partner in Data-Science-Workflows. Experten erwarten, dass der „Agent Mode“ später in 2026 auch auf Word und PowerPoint ausgeweitet wird, wo Agenten ganze Dokumente oder Präsentationen basierend auf einer Kurzbeschreibung und Datendateien entwerfen könnten. Für Unternehmen wird die Verwaltung von Berechtigungen für Websuchen und Drittmodelle in sensiblen Arbeitsmappen zur zentralen Governance-Frage.





