Microsoft forciert KI-Offensive und verabschiedet sich von alten Passwörtern

Microsoft integriert Claude in Office, verbessert Copilot und forciert die passwortlose Authentifizierung mit Milliarden von Passkeys.

Im Mai erreichte die Integration künstlicher Intelligenz in Microsoft 365 einen neuen Meilenstein – und traditionelle Passwörter haben endgültig ausgedient.

Claude erobert Office – Copilot wird schlauer

Seit dem 7. Mai 2026 ist Anthropics Claude-Assistent für Word, Excel und PowerPoint allgemein verfügbar. Für Outlook startete zeitgleich eine öffentliche Beta. Der Clou: Der KI-Assistent behält den Kontext über verschiedene Anwendungen hinweg. Finanzexperten können komplexe Excel-Modelle erstellen, ohne bestehende Formeln zu gefährden. Juristen und Projektmanager wiederum profitieren von der automatischen Memo-Erstellung mit vollständiger Änderungsverfolgung.

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Auch Microsofts eigene KI hat zugelegt. Die neueste Copilot-Version auf Basis von GPT-5.5 Instant reduziert Halluzinationen um beeindruckende 52,5 Prozent und erreicht einen wert von 81,2 Punkten im AIME-2025-Benchmark. Flankiert wird dies von Project K2, das Windows 11 ein „Low Latency Profile“ beschert – mit bis zu 40 Prozent mehr Systemgeschwindigkeit.

Die globale KI-Schere öffnet sich

Doch die KI-Revolution erfasst die Welt höchst ungleich. Laut einem Microsoft-Bericht aus dem ersten Quartal 2026 nutzen weltweit 17,8 Prozent der 15- bis 64-Jährigen KI. Spitzenreiter sind die Vereinigten Arabischen Emirate mit 70,1 Prozent, gefolgt von Singapur (63,4 Prozent). Die USA landen mit 31,3 Prozent nur auf Platz 21. Besonders besorgniserregend: Die Kluft zwischen Globalem Norden und Süden wuchs auf 12,1 Prozentpunkte – trotz Asiens starkem Wachstum, angeführt von Südkorea und Thailand.

Schluss mit Passwort-Chaos

Microsoft macht ernst mit der passwortlosen Zukunft. Weltweit existieren bereits 5 Milliarden Passkeys – das belegt die FIDO Alliance. Im eigenen Haus setzen 99,6 Prozent der Mitarbeiter auf phishing-resistente Authentifizierung. Ab Januar 2027 wird Microsoft Entra ID die Passwort-Zurücksetzung über Sicherheitsfragen komplett deaktivieren.

Der Zeitpunkt ist klug gewählt: Neue Schadsoftware wie CloudZ-RAT nutzt die Windows-Funktion „Phone Link“, um SMS-TANs abzugreifen. Gleichzeitig laufen im Juni 2026 die UEFI-Secure-Boot-Zertifikate ab – ein Termin, den Administratoren unbedingt im Blick behalten sollten.

Linux und Open Source rücken näher

Microsoft öffnet sich weiter für die Open-Source-Welt. Der Konzern integrierte Ubuntu Pro in Microsoft Defender – zeitgleich zum Release von Ubuntu 26.04 LTS („Resolute Raccoon“) am 23. April. Die neue Linux-Distribution bringt Kernel 7.0 und einen Dual-Boot-Installer, der BitLocker-Verschlüsselung erkennt. Allerdings berichten Nutzer von Wiederherstellungsschleifen nach aktuellen Microsoft-Updates.

Deutschland setzt auf offene Standards

Die deutsche Verwaltung geht einen eigenen Weg: Bis 2028 sollen das Open Document Format (ODF) und PDF/UA verpflichtend werden. Das würde proprietäre Formate wie .docx und .xlsx aus Regierungsbehörden verbannen. LibreOffice reagierte prompt: Version 24.2, erschienen am 11. Mai, führt ein neues Nummerierungssystem ein und verbessert die ODF-Verschlüsselung.

Kärcher geht zu Google – Outlook Classic lebt weiter

Ein prominenter Wechsel zeigt die Bewegung im Markt: Der Reinigungsgeräte-Hersteller Kärcher migrierte 17.000 Mitarbeiter zu Google Workspace – mit dem Ergebnis von 80 Prozent weniger Helpdesk-Tickets. Microsoft reagiert, indem es „New Outlook“ zur Pflicht macht. Der klassische Outlook-Client bleibt zwar bis April 2029 unterstützt, die schlanke Version Outlook Lite wird jedoch bereits am 25. Mai 2026 eingestellt.

Windows 11: Alte Bekannte kehren zurück

Nutzer des Windows-Ökosystems dürfen sich über eine Rückkehr freuen: Der experimentelle Build 26300.8376 bringt die Befehle „Aktualisieren“ und „Drucken“ zurück ins moderne Rechtsklick-Menü des Datei-Explorers. Zudem zeigt der Explorer Dateigrößen jetzt standardmäßig in lesbaren Einheiten wie MB und GB an.

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Technische Baustellen bleiben

Nicht alles läuft rund. Microsoft bestätigte einen bug im klassischen Outlook (Version 2512, Build 19530.20138): Quick Steps wie das Löschen von Flags oder Kategorien erscheinen ausgegraut. Als Workaround empfiehlt der Konzern Tastenkombinationen oder ein Rollback – ein permanenter Fix wird entwickelt.

Was bleibt für Unternehmen?

Bis zum Auslaufen der erweiterten Sicherheitsupdates (ESU) für Windows 10 im Oktober 2026 müssen Organisationen gleich mehrere Herausforderungen meistern: Hardware-Upgrades für Windows 11 (TPM, Secure Boot), die Integration neuer KI-Assistenten und die Umstellung auf passwortlose Authentifizierung. GitHub Copilot verzeichnet bereits einen Anstieg von 78 Prozent bei Git-Pushes im Jahresvergleich – die Entwicklung ist längst automatisiert.

Eine Logitech-Studie zeigt: 45 Prozent der britischen Arbeitnehmer nutzen bereits KI im Arbeitsalltag. Der Druck auf Unternehmen wächst, Schritt zu halten. Der Erfolg von Microsofts Strategie wird sich daran messen lassen, ob der Konzern Sicherheitsvorgaben und Leistungsanforderungen in Einklang bringt – besonders, wenn die Project-K2-Optimierungen in den stabilen Zweig einziehen.