Microsoft Frontier Company: 2,5 Milliarden Euro für KI-Implementierung

Microsoft verzeichnet zehnfaches Web-Excel-Wachstum, startet KI-Tochter und hebt Preise an. Neue Benchmarks zeigen KI-Stärken.

Allein Excel im Web verbuchte eine Verzehnfachung der Sitzungen seit 2018.

Der Erfolg ist kein Zufall. Der Konzern hatte bereits vor acht Jahren die strategische Weichenstellung in Richtung Cloud vorgenommen – mit massiven Investitionen und einer Neuorganisation der Unternehmensstruktur. Nun zeigt sich: Der Plan geht auf.

Vom Desktop in die Cloud – mit KI an Bord

Während Google Sheets vor allem durch seine Ladegeschwindigkeit und den kostenlosen Zugang punktet, hat Microsoft sein Web-Angebot massiv aufgerüstet. Die Lücke zur Desktop-Version schließt sich zusehends.

Zu den jüngsten Neuerungen gehören die Integration des KI-Assistenten Copilot, ein spezieller Planungsmodus sowie professionelle Finanzdaten-Schnittstellen zu Anbietern wie FactSet, Morningstar und PitchBook. Eine Kooperation mit dem Financial Modeling Institute soll zudem die berufliche Nutzung weiter stärken.

Interessant: Microsoft hatte intern bereits 2024 mit dem Konzept „Aion“ experimentiert – einem browserbasierten Betriebssystem. Zwar scheiterte die Idee an der mangelnden Nachfrage nach reinen Cloud-Umgebungen, doch der grundsätzliche Trend zu Edge-zentrierten, cloudbasierten Workflows setzt sich ungebrochen fort.

Preiserhöhung zum 1. Juli – was sich ändert

Die gestiegene Nutzung fällt mit einer angekündigten Preisanpassung für Microsoft 365 zusammen, die am 1. Juli 2026 in Kraft trat. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

  • Business Basic: von 6 auf 7 Euro pro Nutzer
  • Business Standard: von 12,50 auf 14 Euro
  • Office 365 E3: von 23 auf 26 Euro
  • Microsoft 365 E3 und E5: jetzt 39 bzw. 60 Euro
  • Frontline-Pläne (F1, F3): Anstiege zwischen 25 und 43 Prozent

Im Gegenzug erhalten Kunden neue Funktionen wie Defender for Office 365, erweiterte Intune-Fähigkeiten und Verbesserungen beim Security Copilot. Bereits im November 2025 hatte Microsoft die Mengenrabatte für Enterprise Agreements gestrichen.

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Milliarden für KI: Microsoft Frontier Company startet

Um die hohen Ausfallraten bei KI-Projekten in den Griff zu bekommen, gründete Microsoft am 2. Juli 2026 die Tochtergesellschaft Microsoft Frontier Company. Mit einem Budget von 2,5 Milliarden Euro und 6.000 Spezialisten – darunter Lösungsarchitekten und Deployment-Ingenieure – soll die neue Einheit Unternehmen bei der Implementierung künstlicher Intelligenz unterstützen.

Der Bedarf ist enorm: Branchenexperten schätzen, dass über 80 Prozent der KI-Projekte in Unternehmen scheitern. Ein erster Pilotversuch mit einem europäischen Autobauer zeigt, was möglich ist: Die Einführungszeit sank von 14 Monaten auf fünf.

KI-Benchmark: Wer kann wirklich rechnen?

Wie leistungsfähig sind KI-Agenten in Tabellenkalkulationen? Der am 1. Juli 2026 veröffentlichte Excel Modeling Benchmark (EMB) von Vals AI liefert erste Antworten. Getestet wurden 17 KI-Modelle mit komplexen Aufgaben wie LBO- und M&A-Modellen.

Die Ergebnisse:

  • Claude Opus 4.8: 69,4 Prozent Genauigkeit
  • Claude Sonnet 5: 66,3 Prozent
  • GPT-5.5: 64,5 Prozent

Doch die Spitzenwerte täuschen: Claude Opus 4.8 scheiterte bei 39 Prozent der numerischen Prüfungen. Für Microsoft ist das ein wichtiges Signal – der Konzern integriert unter anderem Modelle von Anthropic in sein Ökosystem, um gegen Konkurrenten wie Cursor und Claude Code bestehen zu können.

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Edge 150: Google-Konto-Anmeldung und veraltete Technik ade

Seit dem 2. Juli 2026 rollt Microsoft Edge Version 150 aus. Die wichtigste Neuerung: Nutzer von Windows und macOS können sich künftig mit ihrem Google-Konto anmelden, um Lesezeichen und Passwörter über die Google Cloud zu synchronisieren.

Parallel dazu verabschiedet sich Microsoft von alter Technik. Bereits im August 2025 begann der Konzern, FrontPage RPC in Office 365 standardmäßig zu blockieren. Die Einschränkung betrifft Word, Excel und PowerPoint – bestimmte Zugriffsmethoden auf SharePoint und WebDAV funktionieren nur noch, wenn IT-Administratoren die entsprechenden Pfade als vertrauenswürdig einstufen.

Copilot: Noch ein weiter Weg

Trotz aller Fortschritte: Die Zahlen aus dem Mai 2026 zeigen, dass erst rund 20 Millionen Nutzer – weniger als 4,5 Prozent der Microsoft-365-Kunden – für Copilot bezahlen. Der Konzern arbeitet daher an einer grundlegenden Überarbeitung der KI-Anwendung, um den Mehrwert für Unternehmen deutlicher zu machen.