Microsoft, Google und Dropbox kämpfen mit KI um den digitalen Arbeitsplatz

Microsoft, Google und Dropbox verschieben den Fokus von der Datenspeicherung auf intelligente Informationsverarbeitung. Die Integration von KI-Assistenten und strengeren Sicherheitskontrollen prägt den Wettbewerb.

Der Kampf um die digitale Arbeitsumgebung eskaliert. Microsoft, Google und Dropbox haben diese Woche bedeutende KI-Updates vorgestellt, die den Fokus von reiner Datenspeicherung auf intelligente Informationsverarbeitung verschieben. Die neuen Funktionen zielen darauf ab, Daten in allen Unternehmens-Apps sofort nutzbar zu machen.

Die Ankündigungen markieren einen strategischen Wendepunkt: Künstliche Intelligenz ist kein Zusatzfeature mehr, sondern wird zum Kern der Zusammenarbeit. Sie verändert grundlegend, wie Teams mit Dokumenten und Daten interagieren.

Microsoft baut KI-Assistenten aus und stärkt IT-Kontrolle

Microsoft treibt die Integration seines Copilot-Assistenten in das Microsoft-365-Ökosystem aggressiv voran. Ein Schlüsselupdate erlaubt es der KI nun, auf externe Datenquellen wie Dropbox und GitHub zuzugreifen. Damit will Microsoft den Copilot als zentrale Wissensdrehscheibe positionieren, die die Datensilos zwischen verschiedenen Cloud-Diensten aufbricht.

Parallel verstärkt der Konzern die Governance-Tools für IT-Administratoren. Eine neue Bewertungsfunktion im Admin-Center hilft Unternehmen, Sicherheitslücken vor der Copilot-Einführung zu identifizieren. Für Ende Februar 2026 sind weitere granulare Kontrollen angekündigt, etwa für Meeting-Passwörter in Teams. Die Strategie ist klar: Produktivität durch KI steigern, aber gleichzeitig die von Unternehmen geforderte Sicherheit gewährleisten.

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Google kontert mit erweitertem KI-Zugang für Workspace

Google reagiert mit einem eigenen KI-Offensivpaket. Das neue „AI Expanded Access“-Add-on für Workspace bietet höhere Nutzungslimits und Zugang zu leistungsstarken Modellen wie Gemini 3 Pro. Zielgruppe sind Teams, die zunehmend auf KI für Alltagsaufgaben setzen. Der Ansatz ist gestaffelt – Unternehmen skalieren ihre KI-Investition nach Bedarf.

Auch bei den Admin-Tools zieht Google nach. Seit dem 20. Februar 2026 können Administratoren detaillierte Nutzungsstatistiken für Gemini-Features einsehen. Einen Tag zuvor führte Google eine neue, eigenständige Berechtigungseinstellung in Google Groups ein. Sie erlaubt es, die Verwaltung von Gruppennamen zu delegieren, ohne volle Manager-Rechte zu vergeben. Diese Updates unterstreichen den Fokus auf enterprise-taugliche Sicherheit.

Dropbox und Box setzen auf spezialisierte KI und Automatisierung

Während die Giganten umfassende KI-Suiten bauen, setzen andere Player auf Nischen. Dropbox entwickelt seinen KI-gestützten Universal-Suchdienst Dash weiter. Die Analyse vom 19. Februar 2026 hebt hervor, dass Dash über mehrere Drittanbieter-Apps hinweg suchen und generative KI-Antworten liefern kann. Das Unternehmen verlagert sein Geschäftsmodell durch Zukäufe wie Dropbox Sign hin zu Premium-Workflow-Lösungen und höheren Umsätzen pro Nutzer.

Box wiederum konzentriert sich auf sein Kerngeschäft: sicheres Content-Management für Großunternehmen. Die Strategie nutzt KI, um komplexe Geschäftsprozesse in regulierten Branchen neu zu gestalten und unstrukturierte Daten zu verwalten. Box positioniert sich als Kontrollschicht für Unternehmensinhalte – ein Wertversprechen, das über die Generalisten-Features der großen Plattformen hinausgeht.

Die neue Front: Intelligenz und Kontrolle

Die Updates belegen: Der Markt für Cloud-Kollaboration hat die „Speicherkriege“ hinter sich gelassen. Das neue Schlachtfeld ist die Intelligenz. Anbieter verkaufen keine Gigabyte mehr, sondern Produktivitäts-Booster durch KI. Diese automatisieren Routineaufgaben und machen Informationen zugänglicher.

Gleichzeitig wächst mit der KI-Macht der Bedarf an robusten Sicherheitskontrollen. Der Fokus von Microsoft und Google auf Admin-Dashboards und Berechtigungen ist eine direkte Antwort auf die Nachfrage der Unternehmen nach Datenhoheit. Dieser Doppeltrend – mehr KI bei strengerer Sicherheit – wird den Wettbewerb auf absehbare Zeit prägen.

Ausblick: Automatisierung und Vernetzung nehmen zu

Die Integration von KI in Kollaborationstools wird sich vertiefen. Erwartet werden ausgefeiltere „Agenten“-Fähigkeiten, die mehrstufige Aufgaben über Apps hinweg orchestrieren. Microsoft testet mit einem „Agent Mode“ in PowerPoint bereits, wie KI Präsentationen aus Meetings und E-Mails erstellt.

Die Interoperabilität wird ebenfalls zunehmen. Microsofts Schritt, Copilot für externe Datenquellen zu öffnen, ist ein Signal für ein vernetzteres Ökosystem. Das erhöht den Druck auf alle Plattformen, ihre Integrationsfähigkeiten zu verbessern. Für Unternehmen bedeutet dies eine fortlaufende Bewertung ihrer Digital-Tools, bei der nahtlose Funktionalität in einer Multi-Cloud-Umgebung entscheidend wird.