Microsoft hebt Sicherheits-Standard für Millionen Nutzer an

Microsoft integriert erweiterte Defender-Funktionen in den E3-Tarif und erhöht gleichzeitig die Preise. Zudem treibt der Konzern mit neuen Services und Standardeinstellungen die Sicherheit voran.

Microsoft startet 2026 mit einer umfassenden Sicherheitsoffensive. Der Tech-Riese baut seinen Mittelklasse-Tarif Microsoft 365 E3 massiv aus und setzt gleichzeitig auf strenge Voreinstellungen. Für Unternehmen bedeutet das höheren Schutz, aber auch höhere Kosten.

Ab 1. Juli 2026 wird die erweiterte Bedrohungsschutz-Lösung Microsoft Defender for Office 365 Plan 1 fester Bestandteil aller E3-Abonnements. Bisher war diese Sicherheitsstufe nur gegen Aufpreis oder im teureren E5-Tarif verfügbar. Die Integration schließt eine kritische Lücke: Während der bisherige Basisschutz vor Spam und Schadsoftware schützt, wehrt die neue Stufe gezielt moderne Angriffe wie sophistiziertes Phishing und betrügerische Geschäfts-E-Mails ab.

Konkret bringt das zwei Schlüsselfunktionen für alle E3-Nutzer:
* Safe Attachments: Verdächtige Dateianhänge werden in einer abgeschotteten Umgebung geprüft, bevor sie den Posteingang erreichen.
* Safe Links: URLs in E-Mails und Office-Dokumenten werden beim Anklicken in Echtzeit auf Schadcode überprüft.

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Die Kehrseite der Medaille: Der Mehrwert schlägt sich im Preis nieder. Die Listenpreise für die kommerziellen Suites steigen ebenfalls zum 1. Juli. So soll Microsoft 365 E3 von 36 auf 39 US-Dollar pro Nutzer und Monat klettern. Für viele Unternehmen könnte die Aufpreis-Ersparnis die Erhöhung jedoch ausgleichen.

Sofortmaßnahmen: Neue Experten-Suite und Teams-Zwang

Noch bevor die große E3-Erweiterung wirkt, treibt Microsoft die Sicherheit mit zwei sofortigen Schritten voran.

Am 6. Januar 2026 stellte das Unternehmen den Microsoft Defender Experts Suite vor. Dieser neue Managed Service bietet Unternehmen, denen eigene Cybersicherheitsexperten fehlen, rund um die Uhr Unterstützung durch Microsofts Sicherheitsteams. Das Angebot kombiniert proaktive Jagd auf Bedrohungen mit einem Managed Detection and Response (MDR)-Service.

Gleichzeitig steht ein verbindlicher Termin an: Ab 12. Januar 2026 aktiviert Microsoft automatisch „Secure-by-Default“-Einstellungen in Microsoft Teams für alle Kunden, die keine eigenen Sicherheitskonfigurationen vorgenommen haben. Drei Schutzmechanismen werden dann Standard:
1. Der Block von Dateitypen, die häufig für Malware missbraucht werden.
2. Die Echtzeit-Überprüfung von Links in Chats und Kanälen.
3. Eine Meldefunktion für falsche Alarmierungen direkt in Teams.

Strategischer Kurswechsel: Sicherheit wird zur Pflicht

Die parallelen Ankündigungen markieren einen klaren strategischen Schwenk. Microsoft hebt die Messlatte für grundlegende Unternehmenssicherheit an. Was früher Premium-Funktion war, wird nun zum Standard. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem KI-gestützte Cyberangriffe. Generative KI macht Phishing-Kampagnen so überzeugend, dass herkömmliche Erkennungsmethoden oft versagen.

Die Integration der erweiterten Defender-Funktionen in den weit verbreiteten E3-Tarif soll hunderten Millionen Nutzern automatisch KI-gestützte Abwehr an die Hand geben. Zudem deuten Roadmap-Updates auf eine engere Verzahnung dieser Sicherheitsebenen mit der Copilot-Ökologie hin. Je tiefer KI-Assistenten in Arbeitsabläufe eingreifen, desto wichtiger wird der Schutz der genutzten Daten und Kommunikationskanäle.

Was Unternehmen jetzt tun müssen

Für IT-Verantwortliche ist die Agenda 2026 klar, erfordert aber aktives Handeln. Neben der Vorbereitung auf die Teams-Änderungen am 12. Januar steht die Planung für den Juli im Fokus.

Unternehmen mit Microsoft 365 E3 sollten:
* Lizenzen prüfen: Wer Defender for Office 365 Plan 1 heute als Add-on bezahlt, kann diese Kosten ab Juli einsparen.
* Drittanbieter evaluieren: Die neuen Native-Funktionen könnten externe E-Mail-Security-Gateways überflüssig machen.
* Budget anpassen: Die Preiserhöhungen für die E3- und Office 365-Tarife müssen in die Finanzplanung für die zweite Jahreshälfte einfließen.

Die Botschaft aus Redmond ist eindeutig: Das Mindestniveau für Sicherheit wurde angehoben. Produktivität und Sicherheit sind in der digitalen Wirtschaft nicht mehr zu trennen – und Microsoft macht diese Erkenntnis zur Grundlage seiner Lizenzpolitik.

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