Der Technologiekonzern Microsoft plant eine massive Ausweitung seiner Präsenz im Nahen Osten. Wie aus aktuellen Berichten hervorgeht, beabsichtigt das Unternehmen, bis zum Jahr 2030 mehr als 10 Milliarden US-Dollar in den Golfstaaten zu investieren. Die Mittel sollen in den Ausbau der Cloud- und KI-Infrastruktur in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Saudi-Arabien, Katar und Kuwait fließen.
Ausbau der Cloud-Infrastruktur und digitaler Resilienz
Der Investitionsrahmen von über 10 Milliarden US-Dollar umfasst sowohl Kapital- als auch Betriebsausgaben. Ein bedeutender Teil dieser Summe entfällt auf die Vereinigten Arabischen Emirate. Hier waren bereits im Vorjahr Investitionen in Höhe von 7,9 Milliarden US-Dollar gemeldet worden, die nun um zusätzliche 2 Milliarden US-Dollar aufgestockt werden.
Ein separater Bericht beziffert das Engagement in den VAE für den Zeitraum von 2023 bis 2029 sogar auf insgesamt 15,2 Milliarden US-Dollar. Aus Sicherheitsgründen gab Microsoft keine detaillierte Aufschlüsselung der Mittel nach einzelnen Ländern oder spezifischen Projekten bekannt.
Ein zentraler Aspekt der aktualisierten Regionalstrategie ist die Stärkung der digitalen Resilienz. Dies umfasst die Fähigkeit der Cloud- und KI-Infrastruktur, den Betrieb auch bei physischen Angriffen aufrechtzuerhalten. Hintergrund sind Erfahrungen aus dem US-Iran-Konflikt, in dessen Verlauf mehrere Rechenzentren in der Region beeinträchtigt wurden.
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In diesem Zusammenhang wurde berichtet, dass bei Mitbewerbern wie Amazon Daten in betroffenen Anlagen in den VAE und Bahrain nicht wiederherstellbar waren. Solche Störungen führten in der Vergangenheit zu Ausfällen bei Banken, Zahlungssystemen und Cloud-Plattformen, was wiederum Sicherheitskosten und Versicherungsprämien in der Region steigen ließ.
Investitionen in globale Konnektivität und Fachkräfte
Zusätzlich zu den Ausgaben für Rechenzentren plant Microsoft bis 2030 Investitionen von über 400 Millionen US-Dollar in die Untersee- und terrestrische Konnektivität im Nahen Osten. Ein Teil dieser Mittel fließt in das Seekabel-Projekt SeaMeWe-6, das Landestationen in Katar, Saudi-Arabien und den VAE vorsieht. Das globale Glasfasernetz des Konzerns umfasst damit mittlerweile mehr als 275.000 Meilen.
Neben der technischen Infrastruktur setzt das Unternehmen auf die Förderung lokaler Fachkräfte. Bis zum Jahr 2030 sollen über 4,2 Millionen Menschen in der Region qualifiziert werden. Zudem arbeitet Microsoft an der Weiterentwicklung der KI-Governance im Rahmen der Initiative RAIFF, die gemeinsam mit Partnern wie G42 und der Mohamed bin Zayed University of Artificial Intelligence (MBZUAI) gegründet wurde.
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Strategische Partnerschaften ohne Kapitalbeteiligung
Die Umsetzung der Pläne erfolgt über enge Partnerschaften mit regionalen Akteuren. Dazu gehören Kooperationen mit der Regierung von Kuwait sowie mit Organisationen wie G42 in Abu Dhabi, Humain in Saudi-Arabien und Qai in Katar. Microsoft betonte jedoch, dass über die bestehenden Verhältnisse hinaus keine neuen Kapitalinvestitionen in diese Firmen geplant seien.
Bereits im Jahr 2024 hatte Microsoft 1,5 Milliarden US-Dollar für einen Minderheitsanteil an G42 investiert, wobei Microsoft-Präsident Brad Smith einen Sitz im dortigen Vorstand einnimmt.
Smith erklärte nun, dass der richtige Zeitpunkt für die verstärkten Investitionen in den Golfstaaten gekommen sei. Während die Staaten der Region verstärkt digitale Souveränität anstreben, positioniert sich der Konzern als Anbieter für souveräne Cloud-Lösungen und Cybersicherheits-Kapazitäten.
An den Finanzmärkten wurde die Entwicklung stabil aufgenommen; die Aktie des Unternehmens verzeichnete seit Beginn des Jahres ein Plus von 3 Prozent.

