Microsoft Juli-Patch: 570 Sicherheitslücken und drei aktive Zero-Days

Microsoft veröffentlicht größtes Sicherheitsupdate aller Zeiten mit über 570 behobenen Lücken, darunter drei aktiv ausgenutzte Zero-Days.

Mit über 570 behobenen Sicherheitslücken – darunter drei aktiv ausgenutzte Zero-Day-Schwachstellen – liefert der Konzern das umfangreichste Update seiner Geschichte aus.

Drei Zero-Days und eine kritische Copilot-Lücke

Die Zahlen sind atemberaubend: Rund 416 der insgesamt 622 gemeldeten Sicherheitslücken betreffen direkt das Windows-Betriebssystem. Das ist fast eine Verdreifachung im Vergleich zum Juli 2025. Branchenexperten führen den sprunghaften Anstieg auf Microsofts KI-gestütztes Erkennungssystem MDASH zurück, das Schwachstellen in nie dagewesenem Tempo aufspürt.

Besonders brisant: Drei Sicherheitslücken waren bereits vor dem Patch öffentlich bekannt oder wurden aktiv ausgenutzt. Dazu zählt eine BitLocker-Umgehung (CVE-2026-50661), eine Sicherheitslücke in SharePoint (CVE-2026-56164) sowie eine Schwachstelle in den Active Directory Federation Services (CVE-2026-56155). Letztere ermöglicht Angreifern, ihre Systemrechte auszuweiten.

Mit einem CVSS-Score von 9,6 bewertet Microsoft eine kritische Schwachstelle in Copilot (CVE-2026-48561). Sie erlaubt entfernte Codeausführung – ein Albtraum für jedes Unternehmen.

Updates pausieren leicht gemacht

Neben den Sicherheitsfixes bringt Microsoft eine lang erwartete Neuerung: Nutzer können Updates nun per Kalenderauswahl für bis zu 35 Tage pausieren. Das Besondere: Die Pause ist beliebig oft verlängerbar – allerdings nur durch manuelle Bestätigung nach Ablauf jeder Frist.

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Ein weiteres Highlight ist die „Point-in-time“-Wiederherstellung. Sie erlaubt ein Zurücksetzen des Systems auf einen Zustand der letzten 72 Stunden. Voraussetzung: mindestens 200 Gigabyte freier Speicherplatz, wobei bis zu 50 Gigabyte für die Wiederherstellungsdaten reserviert werden.

Bessere Bluetooth-Unterstützung und neue Bedienhilfen

Der Patch bringt spürbare Verbesserungen im Alltag. Bluetooth-Verbindungen mit AirPods und Beats-Kopfhörern sollen endlich stabil laufen – ein häufiger Kritikpunkt von Windows-Nutzern. Auch der berüchtigte 0x9F-Fehler wurde behoben.

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Für die Sprachsteuerung gibt es jetzt Unterstützung für Deutsch, Französisch und Spanisch. Der Datei-Explorer läuft flüssiger und integriert GIPHY für mehr Ausdruckskraft. Das Widgets-Panel bekommt einen leiseren Modus, der Ablenkungen reduziert.

Besitzer aktueller Notebooks mit Touchpad können sich über eine frei konfigurierbare Rechtsklick-Zone freuen. Für Nutzer der neuesten 26H1-Builds (KB5101649) gibt es zudem NPU-Metriken in der Systemüberwachung und die Möglichkeit, eigene Ordnernamen zu vergeben.

Achtung: Dell-Geräte vorerst ausgesperrt

Nicht alle profitieren sofort vom Update. Microsoft hat eine temporäre Schutzsperre für bestimmte Dell-Geräte mit Intel-Prozessoren verhängt. Grund: Überhitzung und unerwartete Abschaltungen während der Installation. Betroffene Nutzer müssen sich gedulden, bis Microsoft nachgebessert hat.

Zeit läuft ab: Windows 11 24H2 erreicht End of Life

Der Patchday ist auch eine Mahnung: Windows 11 Version 24H2 (Home und Pro) erreicht am 13. Oktober 2026 sein Support-Ende. Nutzer dieser Version sollten den Umstieg auf eine neuere Version planen.

Parallel arbeitet Microsoft an einer überarbeiteten Windows-Suche, die derzeit in Insider-Builds getestet wird. Sie priorisiert lokale Dateien, vereinfacht die Oberfläche und erlaubt das Ausblenden von Werbeinhalten. Ein Rollout für alle Nutzer wird in den kommenden Monaten erwartet.