Microsoft: KI-Boom treibt Quartalszahlen unter die Lupe

Microsofts Quartalsbericht zeigt, ob die milliardenschweren Investitionen in KI und Azure nachhaltige Erträge bringen. Analysten erwarten weiteres Wachstum trotz hoher Bewertung.

Die Tech-Welt blickt gespannt auf Microsoft. Am Dienstag legt der Konzern seine Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Im Fokus steht die Frage, ob die milliardenschweren Investitionen in Künstliche Intelligenz und die Cloud-Plattform Azure weiterhin in profitables Wachstum umgemünzt werden können. Für die gesamte Software-Branche gilt der Bericht als Stimmungsbarometer.

Zuletzt überzeugte Microsoft mit einem Umsatzplus von 18 Prozent auf 77,7 Milliarden US-Dollar. Angetrieben wurde dieses Wachstum vor allem durch die Cloud- und KI-Sparten. Seit der letzten Veröffentlichung im Oktober hat die Aktie jedoch fast 14 Prozent an Wert verloren. Investoren erwarten nun den Beleg, dass der KI-Hype bei Microsoft nachhaltige Erträge bringt.

Azure: Der Wachstumsmotor unter Druck

Das Kerngeschäft mit der Intelligent Cloud, insbesondere Azure, ist der entscheidende Treiber. Im Vorquartal schnellte der Umsatz mit „Azure and other cloud services“ um 40 Prozent in die Höhe. Analysten prüfen nun, ob dieses Tempo gehalten werden kann. Die Debatte hat sich von der puren Stabilität Azures hin zu seiner möglichen Wachstumsbeschleunigung durch KI-Projekte in Unternehmen verschoben.

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Hinter diesem Wachstum stehen gewaltige Infrastrukturinvestitionen. Die Kapitalausgaben beliefen sich im letzten Quartal auf 34,9 Milliarden US-Dollar. Mit diesem Geld baut Microsoft neue Großrechenzentren für KI, wie etwa das „Fairwater“-Center in Wisconsin. Es soll im ersten Quartal 2026 ans Netz gehen und Engpässe bei der Rechenkapazität beheben. Diese Projekte sind essenziell, um die gewaltigen Anforderungen von KI-Workloads in Branchen wie Gesundheitswesen, Handel und öffentlicher Verwaltung zu bedienen.

Die Gretchenfrage: Macht KI schon Geld?

Während viele Konkurrenten noch von der KI-Schwärmerei leben, muss Microsoft liefern, dass sich die Technologie rechnet. Besonderes Augenmerk liegt auf der Adoption der Copilot-Produktfamilie. Der erfolgreiche Verkauf dieser Premium-KI-Dienste ist eine zentrale Säule der Strategie und rechtfertigt die hohe Bewertung des Unternehmens.

Investoren schauen heute genauer hin. Es geht nicht mehr nur um das Erreichen von Gewinnzielen, sondern um die konkrete Umsetzung der KI-Strategie. Dazu zählt auch der gewaltige Auftragsbestand, der im letzten Quartal um über 50 Prozent auf fast 400 Milliarden US-Dollar anwuchs – vor allem dank langfristiger Azure-Verträge. Die Erwartungen sind hoch: Für das zweite Quartal prognostiziert die Wall Street einen Umsatz von rund 80,3 Milliarden US-Dollar. Die entscheidende Kennzahl wird jedoch die Marge sein. Kann Microsoft sie trotz steigender Investitionen hoch halten?

Analysten bleiben optimistisch trotz hoher Bewertung

Trotz der jüngsten Kursdelle bleibt die Stimmung unter Analysten überwiegend positiv. Microsoft wird als klarer Führer in den beiden wichtigsten Tech-Trends gesehen: Public Cloud und Künstliche Intelligenz. Viele Banken halten an ihrer Kaufempfehlung fest. Einige Kursziele liegen bei bis zu 600 US-Dollar pro Aktie.

Diese Zuversicht speist sich aus Prognosen eines weiterhin zweistelligen Umsatzwachstums. Für das Gesamtjahr 2026 erwarten Analysten ein Plus von 16 Prozent. Der Gewinn pro Aktie könnte sogar um über 19 Prozent steigen. Die hohe Bewertung mit einem KGV von rund 28 lässt jedoch keinen Raum für Enttäuschungen. Die Reaktion des Marktes auf die Zahlen wird daher richtungsweisend für den gesamten KI-geprägten Technologiesektor sein.

Die Zukunft heißt: Investieren, investieren, investieren

Der Kurs für Microsoft ist vorgezeichnet: Das Unternehmen wird auch 2026 das Investitionstempo weiter erhöhen. Die Führungsetage hat signalisiert, dass die Wachstumsrate der Kapitalausgaben sogar über der des Vorjahres liegen wird. Der erfolgreiche Start neuer Hyperscale-Rechenzentren gilt als entscheidender Indikator für das Cloud-Kerngeschäft.

Die starke Marktposition wird durch das breite Portfolio gestützt – von Azure über Office 365 und Dynamics 365 bis zu LinkedIn. Die durchgängige Integration von KI in diese Plattformen soll überdurchschnittliches Wachstum generieren. Ein mögliches weiteres Ass im Ärmel ist die 27-prozentige Beteiligung an OpenAI. Gerüchte über einen Börsengang des KI-Pioniers Ende 2026 oder Anfang 2027 sind im aktuellen Aktienkurs nach Einschätzung einiger Beobachter noch nicht voll eingepreist. Die kommenden Zahlen und die Prognosen werden zeigen, ob die Milliardeninvestitionen in KI Microsofts Dominanz im neuen Tech-Zeitalter zementieren.

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