Microsoft: KI-Offensive trifft auf Windows-Kritik und Kartellverfahren

Microsoft startet E7-Bundle, bringt alte Windows-Funktionen zurück und sieht sich britischem Kartellverfahren gegenüber.

Während Microsoft mit neuen Premium-Angeboten und KI-Assistenten die Zukunft der Arbeit gestalten will, kehrt der Konzern bei Windows 11 überraschend zu alten Tugenden zurück.

E7-Bundle: Der neue Premium-Zugang für Unternehmen

Am 1. Mai 2026 brachte Microsoft sein E7-Paket auf den Markt – ein gebündeltes Angebot aus Copilot, Agent 365 und Entra. Der Preis: 99 Euro pro Nutzer und Jahr. Damit setzt der Konzern seine Strategie fort, KI-Funktionen zur zentralen Einnahmequelle im Enterprise-Geschäft zu machen. Bereits im Frühjahr hatte Microsoft mit der „M365 Copilot Wave 3“ autonome KI-Agenten eingeführt, die Routineaufgaben in Unternehmen übernehmen sollen.

Die Rechnung scheint aufzugehen: Über 20 Millionen zahlende Copilot-Nutzer zählt Microsoft seit Anfang Mai. Ein Erfolg, der nicht ganz reibungslos verlief. Ende März stoppte der Konzern die automatische Installation von Copilot – zuvor hatte es heftige Kritik von Administratoren und Datenschützern gegeben. Dennoch bleibt KI der Dreh- und Angelpunkt der Produktivitätsstrategie. Selbst das klassische Office 2024 Home & Business erhält neue KI-Funktionen wie Smart Compose und intelligente Excel-Analysen – derzeit zu einem reduzierten Preis bis Ende Mai erhältlich.

Anzeige

Angesichts der steigenden Preise für neue Hardware suchen viele PC-Nutzer nach Wegen, ihre bestehenden Geräte länger zu nutzen. Dieser kostenlose PDF-Report enthüllt einen legalen Weg, wie Sie Windows 11 trotz Kompatibilitätsprüfung ohne Datenverlust installieren können. Anleitung zum Upgrade für inkompatible PCs gratis sichern

Windows 11: Rückkehr zur Freiheit

Eine bemerkenswerte Kehrtwende vollzieht Microsoft beim Betriebssystem. Nach monatelanger Kritik – unter dem Schlagwort „Microslop“ hatten Nutzer lautstark mehr Flexibilität gefordert – kehren nun lang vermisste Anpassungsmöglichkeiten zurück.

Seit Mitte Mai testen Windows-Insider im Beta-Kanal experimentelle Updates, die Funktionen aus Windows 10 wiederbeleben. Die Taskleiste lässt sich künftig wieder oben oder seitlich am Bildschirmrand platzieren, auch eine kleinere Variante mit reduzierten Symbolen ist möglich. Der Startmenü-Bereich „Empfohlen“ heißt künftig „Zuletzt verwendet“ – und Nutzer können einzelne Bereiche ein- oder ausblenden oder das gesamte Menü in der Größe anpassen.

Doch Microsoft denkt auch an die Stabilität: Am 16. Mai kündigte der Konzern eine neue Funktion namens „Cloud-Initiated Driver Recovery“ an. Sie erkennt fehlerhafte Treiber-Updates automatisch und setzt das System auf eine stabile Version zurück. Die Validierungsphase läuft über den Sommer, der breite Rollout ist für September 2026 geplant.

Hardware-Hürden: Der steinige Weg zu Windows 11 26H1

Die KI-Zukunft hat ihren Preis – im wahrsten Sinne des Wortes. Die kommende Windows-11-Version 26H1, die für das dritte Quartal 2026 erwartet wird, stellt harte Hardware-Anforderungen: Eine Neural Processing Unit (NPU) mit mindestens 40 TOPS, 16 GB RAM und 256 GB NVMe-Speicher sind Pflicht. Das kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Die PC-Verkäufe sind im ersten Quartal 2026 um 11,3 Prozent eingebrochen, während die DRAM-Preise um rund 90 Prozent gestiegen sind.

Kein Wunder also, dass Alternativen boomen. Die Kampagne „End of 10“, die am 19. Mai auf der Republica-Konferenz vorgestellt wird, will ältere Nutzer und Besitzer schwächerer Hardware beim Umstieg auf Linux unterstützen. Ziel: funktionstüchtige Geräte vor der Verschrottung zu bewahren, die die strengen Windows-11-Anforderungen nicht erfüllen.

Die Open-Source-Community reagiert ebenfalls. Am 12. Mai erschien LibreOffice 25.8.7 – eine bewusste Alternative zu Microsofts abonnementlastigem Cloud-Modell. Und mit „Euro-Office“ zeichnet sich im Frühjahr 2026 eine europäische Initiative für souveräne Open-Source-Bürolösungen ab.

Anzeige

Da der offizielle Support für ältere Windows-Versionen bald endet, rückt ein Wechsel des Betriebssystems für viele Nutzer in greifbare Nähe. Mit diesem kostenlosen Startpaket installieren Sie Ubuntu parallel zu Windows und machen Ihren Rechner ohne teure Aufrüstung wieder flott. Linux Startpaket mit Ubuntu-Vollversion kostenlos anfordern

Kartellverfahren in Großbritannien: KI-Bündelung unter Verdacht

Microsofts aggressive Strategie, KI-Dienste mit der dominierenden Office-Plattform zu bündeln, ruft die Wettbewerbshüter auf den Plan. Am 16. Mai 2026 wurden Berichte über ein britisches Kartellverfahren bekannt. Die Regulierungsbehörde prüft, ob die Kopplung von Copilot und anderen KI-Diensten an Microsoft 365 den Wettbewerb behindert – zulasten von Anbietern, die eigenständige KI- oder Office-Lösungen anbieten.

Parallel dazu laufen interne Fristen ab: Ein Secure-Boot-Zertifikat läuft am 26. Juni 2026 aus, und Ende Juni wird der „Together Mode“ in Teams abgeschaltet. Der Konzern muss also nicht nur rechtliche Hürden nehmen, sondern auch technische Altlasten entsorgen.

Der große Showdown im Oktober 2026

Der 13. Oktober 2026 ist ein Datum, das Microsofts Schicksal für die nächsten Jahre prägen könnte. Dann endet der offizielle Support für Windows 10, Office 2016, Office 2019 und Office LTSC 2021. Hunderte Millionen Nutzer stehen vor der Entscheidung: Upgrade auf neue Hardware mit Windows 11 – oder Wechsel zu Linux.

Microsoft setzt auf „Project K2“ – eine Reihe von Leistungsverbesserungen – und das KI-zentrierte Update 26H1, um die Nutzer bei der Stange zu halten. Doch die steigenden Komponentenpreise und die wachsende Attraktivität von Linux für Alltagsaufgaben und Gaming machen den Markt fragmentierter als je zuvor. Ob das E7-Bundle und die neuen Stabilitätsfunktionen ausreichen, um die Vorherrschaft im Enterprise-Bereich zu sichern, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.