Microsoft-Lizenzen: AI Builder Credits entfallen ab 1. November 2026

Microsoft beendet die bisherigen Guthaben; bestehende Credits bleiben bis Vertragsende nutzbar, eine Übertragung ins neue Modell erfolgt nicht.

•

Zum 1. November 2026 vollzieht Microsoft eine weitreichende Umstellung bei der Abrechnung von künstlicher Intelligenz innerhalb seiner Geschäftsanwendungen: Die bisherigen AI Builder Credits werden vollständig eingestellt und durch das Modell der Copilot Credits abgelöst. Die Funktionen des AI Builders bleiben für Anwender weiterhin verfügbar, erfordern für ihre Ausführung künftig jedoch zwingend Copilot Credits statt der bisherigen Guthaben.

Wegfall der gebündelten Credits bei Neuzulassungen

Mit dem Stichtag am 1. November 2026 ändert sich die Zusammensetzung von Unternehmenslizenzen grundlegend. Neu abgeschlossene oder verlängerte Verträge für die Power Platform sowie Microsoft Dynamics 365 enthalten ab diesem Datum keine standardmäßig mitgelieferten AI Builder Credits mehr.

Für bestehende Vereinbarungen gilt eine Übergangsfrist: Zuvor erworbene Credits verfallen nicht sofort, sondern bleiben bis zum regulären Ende der jeweiligen Vertragslaufzeit nutzbar.

Bislang stellte Microsoft in diversen Lizenzmodellen feste Basiskontingente an sogenannten seeded Credits pro Lizenz bereit. So umfasste ein Plan für Power Apps Premium regulär 500 Einheiten, während für Power Apps per App ein Kontingent von 250 Einheiten vorgesehen war.

Anzeige

Wer sich mit dem Einsatz von KI-Systemen befasst, muss neben technischen Lizenzen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen im Blick behalten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Unternehmen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen der EU-KI-Verordnung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt

Bei Power Automate Premium sowie Power Automate Process waren jeweils 5.000 Einheiten im Paket inbegriffen. Das größte Kontingent wies Dynamics 365 Finance and Operations mit 20.000 Einheiten je Lizenz auf. Diese automatische Zuteilung entfällt künftig bei allen neuen Lizenzen sowie bei Vertragsverlängerungen.

End-of-Life für Kapazitäts-Add-ons und fehlende Automatik

Die anstehende Umstellung schließt einen mehrstufigen Übergangsprozess ab. Bereits am 1. November 2025 hatte Microsoft den Verkauf von zusätzlichen AI Builder Kapazitäts-Add-ons für Neukunden beendet. Zum 1. November 2026 erreichen diese additiven Pakete nun ihr offizielles Lebensende.

Auch bei diesen Zusatzoptionen gilt ein Bestandsschutz: Credits, die aus vor dem Stichtag geschlossenen, aktiven Verträgen stammen, können bis zum vertraglich vereinbarten Laufzeitende verwendet werden.

Eine automatische Überführung oder Umwandlung von vorhandenen AI Builder Credits in Copilot Credits nimmt Microsoft nicht vor. Organisationen können Altbestände somit nicht in das neue System übertragen lassen. Zudem weisen Berichte darauf hin, dass die Verbrauchsraten innerhalb des neuen Abrechnungsmodells nicht einheitlich ausfallen, sondern je nach genutzter Fähigkeit variieren.

Anzeige

Da die EU-KI-Verordnung neue Regeln für den Unternehmenseinsatz aufstellt, stehen viele IT-Abteilungen vor neuen Compliance-Herausforderungen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche KI-Systeme als Hochrisiko eingestuft werden und was Unternehmen jetzt konkret tun müssen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act jetzt herunterladen

Risiken für automatisierte Abläufe und Handlungsbedarf

Für den laufenden Betrieb birgt der Wechsel operative Hürden. Sollten in einer Arbeitsumgebung keine ausreichenden Einheiten hinterlegt sein, werden künftige Ausführungen im AI Builder blockiert. Wenn sowohl die alten AI Builder Credits als auch vorhandene Copilot Credits vollständig aufgebraucht sind, brechen Workflows ab. Das System reagiert in diesen Fällen mit Fehlermeldungen wie EntitlementNotAvailable oder QuotaExceeded.

Systemadministratoren stehen daher vor der Aufgabe, die Kapazitäten in ihren Umgebungen rechtzeitig zu kontrollieren. Da eine automatische Umrechnung ausbleibt, müssen IT-Verantwortliche den Bedarf vorab ermitteln und Copilot Credits beschaffen, um Unterbrechungen in automatisierten Prozessen zu vermeiden.