Microsoft Office 365: Kostenlos für Studenten und Lehrer

Microsoft bietet Schülern und Studierenden Office 365 inklusive massig Cloud-Speicher kostenfrei an. Neue Sicherheitsprobleme bei Windows 11 trüben das Angebot.

Der Software-Riese stellt Schülern und Studierenden seine Produktivitätssuite kostenlos zur Verfügung – inklusive massig Cloud-Speicher.

Die Zeiten, in denen Studenten hunderte Euro für Textverarbeitung und Tabellenkalkulation ausgeben mussten, sind längst vorbei. Microsoft bietet berechtigten Bildungsteilnehmern Office 365 komplett kostenfrei an – vorausgesetzt, sie verfügen über eine gültige Schul- oder Uni-E-Mail-Adresse. Das Paket umfasst die klassischen Anwendungen Word, Excel, PowerPoint, OneNote und Outlook sowie plattformspezifische Tools wie Access und Publisher für technische Studiengänge.

Cloud-Speicher und Flexibilität als Trumpf

Ein entscheidender Vorteil des Bildungsangebots: Jeder Nutzer erhält 1 Terabyte OneDrive-Speicherplatz. Das ermöglicht die nahtlose Synchronisation von Dokumenten über mehrere Geräte hinweg. Die Lizenz erlaubt die Installation auf bis zu fünf verschiedenen Computern oder Macs – ideal für den Wechsel zwischen Unibibliothek, Labor und Wohnung.

Der Wert dieses Gratis-Angebots wird im Vergleich zu den kommerziellen Preisen deutlich. Während Privatnutzer für Office 365 Home Premium rund 99 Euro pro Jahr zahlen, kostet die Small-Business-Version stolze 149 Euro pro Nutzer jährlich. Wer lieber einmal kauft statt abonniert, findet ältere Versionen wie Office Professional Plus 2019 für etwa 20 Euro im Handel – allerdings ohne Cloud-Speicher und regelmäßige Updates.

Windows 11: Sicherheitsupdate sorgt für Frust

Doch während Microsoft seine Software verbreitet, kämpft die Plattform mit technischen Problemen. Das Mai-2026-Sicherheitsupdate KB5089549 bereitet erhebliche Schwierigkeiten. Auf Systemen, deren EFI-Systempartition weniger als 10 Megabyte freien Speicherplatz aufweist, schlägt die Installation fehl. Rund 35 bis 36 Prozent der betroffenen Geräte erleben einen Rollback, oft begleitet von Fehlercodes wie 0x800f0922.

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Für Bildungseinrichtungen, die hunderte Windows-11-Geräte verwalten, wird das zum Balanceakt: Einerseits sollen die neuesten Produktivitätstools zur Verfügung stehen, andererseits muss die Systemstabilität gewahrt bleiben. Workarounds wie Known Issue Rollbacks oder Gruppenrichtlinien-Anpassungen sind gefragt.

Zero-Day-Exploit „MiniPlasma“ wieder aufgetaucht

Zusätzlich sorgt eine alte Sicherheitslücke für neue Sorgen. Der als „MiniPlasma“ bekannte Exploit (CVE-2020-17103) wurde Mitte Mai 2026 auf GitHub veröffentlicht – obwohl die Schwachstelle bereits 2020 identifiziert wurde. Der Angriff zielt auf den cldflt.sys-Treiber ab und ermöglicht Angreifern, von einem Standard-Benutzerkonto aus Systemzugriff zu erlangen. Selbst vollständig gepatchte Maschinen sind verwundbar.

Microsoft verabschiedet sich von SMS-Codes

Parallel dazu vollzieht der Konzern einen grundlegenden Wandel bei der Authentifizierung. Aufgrund zunehmender Betrugsfälle und SIM-Swapping-Angriffe stellt Microsoft die SMS-Codes für persönliche Konten ein. Stattdessen setzt das Unternehmen auf Passkeys und biometrische Verfahren über Windows Hello sowie spezielle Authenticator-Apps.

Hintergrund sind Angriffe der Gruppe Storm-2949, die durch Social Engineering und manipulierte Passwort-Zurücksetzungen in Microsoft-365- und Azure-Umgebungen eindrang. Einmal im System, entwendeten die Angreifer Daten aus OneDrive, SharePoint und Azure Key Vaults. Für Studenten und Lehrer, die oft sensible Forschungsdaten verwalten, wird die Umstellung auf biometrische Verfahren zur dringenden Empfehlung.

KI und Open Source als neue Konkurrenz

Der Markt für Produktivitätssoftware verändert sich rasant. Im Apple App Store konkurriert Microsoft 365 Copilot mit kreativen Apps wie Goodnotes und Aufgabenmanagern wie Todoist. Neue KI-gestützte Anwendungen wie Sunsama oder der FocusFlow-Pomodoro-Timer versuchen, den Bildungsmarkt mit integriertem Aufgabenmanagement und Konzentrationshilfen zu erobern.

Auch die Open-Source-Community bietet Alternativen. Das aktualisierte OfficeCLI erlaubt KI-Agenten, Dokumente in Word und Excel zu automatisieren – ohne vollständige Office-Installation. LibrePlan 1.6.0 bringt Issue- und Risikoprotokolle sowie Unterstützung für 19 Sprachen. Und Linux-Distributionen wie Emmabuntüs DE 6 werden gezielt auf älterer Hardware eingesetzt, um Elektroschrott zu reduzieren – mit vorinstallierten Anwendungen für Studenten ohne Zugang zu High-End-Geräten.

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Ausblick: Wohin steuert die digitale Bildung?

Das kostenlose Office-365-Angebot bleibt eine wichtige Brücke zwischen studentischen Bedürfnissen und den hohen Kosten professioneller Software. Doch die Abhängigkeit von einem einzigen Ökosystem rückt die technische Gesundheit von Windows 11 und die Cloud-Sicherheit in den Fokus. Mit der Ablösung alter Authentifizierungsmethoden steigt der Verwaltungsaufwand für IT-Abteilungen an Schulen und Unis.

Die Integration von KI-Tools in die Office-Suite dürfte der nächste Meilenstein für Studentenlizenzen werden. Was heute als „grundlegende“ Produktivitätsumgebung gilt, verschiebt sich rasant. Fürs Erste bleibt die Kombination aus 1 Terabyte Speicher und dem vollständigen Desktop-Anwendungen der Maßstab – vorausgesetzt, die Bildungseinrichtungen meistern die aktuellen Herausforderungen bei Updates und Sicherheitslücken.