Microsoft hat Gerüchte über das Ende seiner Office-Marke offiziell dementiert. Die Verwirrung entstand durch eine umbenannte Hub-App und zeigt die Spannung zwischen etablierten Marken und der KI-Strategie des Konzerns.
Die Spekulationen brodelte eine Woche lang in den sozialen Medien: Würde Microsoft seine ikonische Office-Marke zugunsten des neuen KI-Labels „Microsoft 365 Copilot“ aufgeben? Screenshots aus dem Unternehmensportal, auf denen „Die Microsoft 365 Copilot App (früher Office)“ zu lesen war, heizten die Debatte an. Kombiniert mit der Schließung des offiziellen @Office-Kontos auf X schien das Schicksal der 30 Jahre alten Marke besiegelt. Doch der Tech-Riese schaltete sich ein, um Klarheit zu schaffen.
Gerüchteküche kocht nach Fehlinterpretation über
Der Ursprung der Falschmeldung lag in einer missverständlichen Beschriftung. Nutzer interpretierten die Umbenennung der „Office Hub“-App als Zeichen für einen kompletten Rebranding-Prozess der gesamten Produktivitätssuite. Tatsächlich handelte es sich um einen bereits ein Jahr alten Schritt: Microsoft hatte die zentrale Startrampe für Web und Mobile bereits im Januar 2025 in „Microsoft 365 Copilot App“ umbenannt, um die integrierte KI-Funktionalität zu betonen.
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„Es wurden keine Namensänderungen an den Kern-Office-Anwendungen vorgenommen“, stellt Gareth Oystryk, Marketing-Direktor für Microsoft 365, klar. Die Desktop-Programme Word, Excel und PowerPoint behielten stets ihren Namen und werden weiterhin unter dem Dach der Office-Marke geführt. Die Verwirrung entstand, weil die Hub-App, die als Dashboard dient, nun den KI-Namen trägt – nicht aber die eigentlichen Arbeitswerkzeuge.
Microsofts komplexes Marken-Dickicht verunsichert Nutzer
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf das zunehmend undurchsichtige Markengeflecht des Software-Giganten. Microsoft navigiert einen schwierigen Spagat: Es will als KI-first Unternehmen wahrgenommen werden, ohne die immense Strahlkraft der etablierten Office-Marke zu verspielen.
Aktuell sieht die Hierarchie so aus:
* Microsoft 365 ist das übergeordnete Abo-Modell.
* Office bleibt der Sammelbegriff für die Kern-Apps.
* Microsoft 365 Copilot bezeichnet den KI-Assistenten und die umbenannte Hub-App.
Diese Überlappung führt bei vielen Anwendern zu Verständnisproblemen. Die Konsolidierung der Social-Media-Aktivitäten unter dem @Microsoft365-Account signalisierte fälschlicherweise das Aus für die Office-Marke. Marketing-Experten sehen darin ein grundsätzliches Dilemma: Der Drang, die neuen KI-Begriffe zu pushen, kollidiert mit dem hart erarbeiteten Markenwert von „Office“.
Warum Microsoft an „Office“ festhalten muss
Trotz massiver KI-Investitionen von über 13 Milliarden Euro allein in OpenAI kann sich Microsoft den Abschied von Office nicht leisten. Die Marke ist nach wie vor ein Synonym für Produktivitätssoftware und ein entscheidender Ankerpunkt für Unternehmenskunden.
Marktdaten zeigen, dass „Microsoft Office“ einer der Top-Suchbegriffe bleibt. Ein vollständiger Wechsel zu einem generischen KI-Label könnte eine Nutzerschaft vergraulen, die bereits unter „KI-Erschöpfung“ leidet. Berichte aus dem Jahr 2025 deuten darauf hin, dass viele Firmen die klassischen Office-Apps nach wie vor als Kernwert ihres Abonnements betrachten, auch wenn die Copilot-Nutzung langsam steigt.
Die Strategie ist klar: Microsoft will die neuen KI-Fähigkeiten aggressiv bewerben, ohne die Legacy-Marke zu opfern, die drei Jahrzehnte lang die Geschäftswelt definiert hat. Ein Balanceakt mit ungewissem Ausgang.
Blick in die Zukunft: Koexistenz von KI und Klassikern
Was bedeutet das für die Anwender? Die Office-Marke wird vorerst bleiben, vor allem im Zusammenhang mit den Desktop-Programmen und den Perpetual-Lizenzen wie Office 2024. In der Außendarstellung und den Benutzeroberflächen werden jedoch „Microsoft 365“ und „Copilot“ weiter in den Vordergrund rücken.
Technologie-Beobachter prognostizieren, dass die Benutzeroberfläche immer KI-lastiger werden wird. Die „Microsoft 365 Copilot App“ könnte sich zu einem proaktiveren Assistenten entwickeln und die gewohnte Datei-Ordner-Struktur in den Hintergrund drängen. Für den Moment ist jedoch klar: Wer morgen Word oder Excel öffnet, nutzt nach wie vor Microsoft Office. Die Gerüchte über dessen Tod waren, wie sich herausstellt, stark übertrieben.
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