Microsoft hat in seinen Divisionen für Office und Teams Managementebenen abgebaut, um die unternehmensweite Ausrichtung auf Künstliche Intelligenz zu beschleunigen. Berichten zufolge fiel dieser Schritt zeitlich mit einer größeren technischen Störung der Cloud-Plattform Azure zusammen, die zahlreiche Webdienste und Spieleplattformen des Konzerns beeinträchtigte.
Die Reorganisation in der Teams-Entwicklung wird von Charles Lamanna vorangetrieben, der die Bereiche Copilot sowie KI-Agenten leitet und seit Anfang Oktober 2026 auch die Verantwortung für Office und Teams übernommen hat. Lamanna etablierte eine Quote von einer Führungskraft für zwölf beitragsleistende Mitarbeiter.
Im Zuge dieser Maßnahme wechselten mehrere bisherige Manager in individuelle Fachrollen ohne Personalverantwortung. Ein Unternehmenssprecher erklärte hierzu, man überdenke derzeit, auf welchen Ebenen Führungskräfte unverzichtbar seien. Flachere Hierarchien ermöglichten schnellere Entscheidungen, klarere Verantwortlichkeiten und mehr Eigenständigkeit der Angestellten.
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Wandel der Softwareentwicklung durch KI-Agenten
Der Umbau steht in direktem Zusammenhang mit neuen Methoden in der Softwareentwicklung. Laut Angaben eines Konzernsprechers haben agentische Programmierfähigkeiten inzwischen jede Ebene der Engineering-Funktion grundlegend verändert.
Ingenieure würden zunehmend darauf angesetzt, automatisierte Programmiersysteme zu entwerfen und zu koordinieren, anstatt jede einzelne Codezeile manuell zu verfassen. Bereits im August hatte Lamanna betont, das wichtigste Ziel des Jahres sei die Veränderung der Arbeitsweise und nicht die Einführung einzelner Produkte.
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Neben dem strukturellen Abbau von Hierarchien verschärft das Management auch die Vorgaben für Führungskräfte: Für Mitarbeiter ab der Stufe Partner fordert Lamanna eine Präsenz von mindestens vier Tagen pro Woche im Büro, während der allgemeine Unternehmensstandard bei drei Tagen liegt.
US-Beschäftigten aus der Organisationseinheit Copilot, Agents and Platform (CAP) wurde zudem ein Umzug an die Standorte Redmond im Bundesstaat Washington, San Francisco oder New York angeboten.
Lamanna hatte die Leitung der betroffenen Divisionen Anfang Oktober von Ryan Roslansky übernommen, der den Konzern zum Jahresende verlässt und bis dahin CEO Satya Nadella beratend zur Seite steht. Roslansky galt zuvor als potenzieller Nachfolger von Rajesh Jha, der im Juli in den Ruhestand gegangen war.
Technische Probleme bei Azure Front Door
Parallel zu den internen Umbauten sah sich der Konzern mit einem weitreichenden Infrastrukturproblem konfrontiert. Am 29. Oktober 2026 begann um circa 16:00 UTC ein Ausfall des Netzwerkdienstes Azure Front Door (AFD), der mutmaßlich durch eine unbeabsichtigte Konfigurationsänderung verursacht wurde.
In der Folge waren die gesamte Xbox-Plattform, das Spiel Minecraft sowie zentrale Microsoft-365-Webdienste gestört. Betroffen waren unter anderem Teams, Word, Excel, PowerPoint, Outlook, OneNote, Defender, OneDrive, Designer, Clipchamp und SharePoint. Microsoft stoppte daraufhin sämtliche AFD-Änderungen und führte ein Rollback auf den letzten bekannten stabilen Stand durch.
In einem Status-Update um 17:40 UTC teilte das Unternehmen mit, dass die Microsoft-365-Dienste wiederhergestellt worden seien, während einige Drittanbieter, die auf die Netzwerkfunktionen von Azure setzen, vorübergehend beeinträchtigt blieben. Ein verbindlicher Fertigstellungszeitpunkt für die vollständige Behebung wurde zunächst nicht genannt.

