Microsoft Office unter Linux: Bottles-Entwickler Mirko Brombin will das Original

Brombin arbeitet an Office-Nutzung mit Bottles und entwickelt Raven für Windows-Programme; erste Leistungsmessungen bleiben vorläufig.

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Der Entwickler Mirko Brombin spricht sich für eine echte Verfügbarkeit von Microsoft Office unter Linux aus. Anstelle von Anwendungen, die bekannte Büro- oder Grafikprogramme optisch nachbilden, plädiert der Schöpfer der Verwaltungsumgebung Bottles für das Original.

Laut einem Bericht des Fachportals itsfoss.com vom 25. Oktober 2026 arbeitet Brombin parallel daran, Microsoft Office über Bottles zuverlässig unter dem Open-Source-Betriebssystem nutzbar zu machen.

Brombin lehnt Software ab, die Microsoft Office oder Photoshop pixelgenau nachbaut. Umsteigern auf Linux empfiehlt er zwar zunächst quelloffene Alternativen wie LibreOffice oder ONLYOFFICE.

Gleichzeitig verweist er jedoch auf die Realität des Berufsalltags, in dem fast alle Kunden und Geschäftspartner auf Microsoft Office setzen. Faktoren wie offizieller Herstellersupport und branchenspezifische Zertifizierungen machten den Einsatz der proprietären Software in vielen Unternehmensumgebungen unausweichlich.

Engagement für Kompatibilität und neue Systemansätze

Brombin startete das Projekt Bottles im Jahr 2017, um die Ausführung von Windows-Anwendungen unter Linux zu erleichtern. Neben Bottles, das unabhängig von seinen anderen Aktivitäten weiterentwickelt wird, engagiert sich der Entwickler bei Singularity OS und Vanilla OS. Das community-geführte Vanilla OS erschien kürzlich in der Version 3 Reunion mit ARM-Unterstützung sowie einem eigenen Software Development Kit. Brombin steuerte dazu das integrierte Backup-System Continuity bei.

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Am 23. Oktober 2026 kündigte Brombin zudem ein neues Vorhaben namens Raven an. Das Projekt zielt darauf ab, Windows-Programme künftig ohne die weitverbreitete Kompatibilitätsschicht Wine unter Linux auszuführen.

Das Vorhaben steht unter der freien MIT-Lizenz und befindet sich laut dem Entwickler in einer sehr frühen Phase, die noch keinen Alpha-Status erreicht hat. Das entsprechende Repository auf GitHub wurde am 24. Oktober 2026 erstellt und verzeichnete am 25. Oktober bereits knapp 300 Sterne.

Technische Details zum Projekt Raven

Bei Raven wird der Programmcode direkt auf dem Hauptprozessor in einem überwachten Prozess ausgeführt. Die eigens entwickelte Laufzeitumgebung fängt Systemaufrufe von außen ab und beantwortet diese. Die Architektur basiert auf C++ unter Verwendung von Skia und libwayland, während ein erster Prototyp in Go geschrieben wurde.

Einzelne Komponenten wurden zudem aus dem Open-Source-Betriebssystem ReactOS inspiriert oder übernommen. Für den Betrieb sind weder eine Windows-Lizenz noch eine eigene Partition oder eine virtuelle Maschine erforderlich.

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Als erstes Testprogramm konnte Notepad++ unter Raven gestartet werden. Komplexere Software wie der Webbrowser Google Chrome oder der Spiele-Client Steam gelten laut Entwicklerangaben als deutlich anspruchsvollere Meilensteine. Microsoft Office ist von der Unterstützung durch Raven hingegen ausdrücklich ausgenommen.

In einem ersten Benchmark-Test auf einem System mit Intel Core i7-13700H und Ubuntu 26.04.1 LTS erreichte die Anwendung ClassiCube unter Raven einen Medianwert von 71,5 fps, verglichen mit 63 fps unter Wine 11.0 und Soda 11.0-32-experimental.

Brombin wies jedoch darauf hin, dass alle bisherigen Grafikmessungen ausschließlich über Software-Rendering mit Mesa lavapipe und einem Headless-Compositor erfolgten. Eine Aussage zur Leistung mit Grafikprozessorbeschleunigung sei daher noch nicht möglich, und die Resultate seien als vorläufig zu betrachten.