Microsoft-Patchday: 966 Schwachstellen, davon 105 kritisch

Microsoft korrigiert 966 Schwachstellen, darunter aktiv angegriffene Zero-Days. Excel-Probleme und neue Risiken bleiben teilweise ungelöst.

Am 8. September 2026 hat Microsoft im Rahmen des monatlichen Patchdays insgesamt 966 Schwachstellen in seinen Softwareprodukten adressiert. Damit setzt sich der Trend eines massiv gestiegenen Volumens an Sicherheitskorrekturen fort.

Branchenbeobachter verweisen darauf, dass die Gesamtzahl der für das Jahr 2026 gemeldeten Common Vulnerabilities and Exposures (CVEs) bereits die Marke von 2.600 überschritten hat. Dies stellt einen historischen Höchststand gegenüber früheren Zeiträumen dar, wie etwa dem Jahr 2020 mit damals 1.245 registrierten Schwachstellen.

Umfangreiche Korrekturen und kritische Einstufungen

Von den im September behandelten Sicherheitslücken wurden 105 als kritisch eingestuft. Die Verteilung der Fehlerklassen zeigt einen Schwerpunkt bei Rechteausweitungen mit 438 Fällen sowie Remote Code Execution (RCE) mit 258 Fehlern.

Zusätzlich wurden 173 Informationslecks, 56 Denial-of-Service-Szenarien, 19 Umgehungen von Sicherheitsfunktionen und 16 Spoofing-Schwachstellen korrigiert.

Unterschiedliche Quellen nennen leicht abweichende Gesamtzahlen, was auf die Einbeziehung externer Komponenten zurückzuführen ist. Während einige Analysen von 966 neuen Schwachstellen sprechen, führen andere Berichte bis zu 997 CVEs auf, wenn man Drittanbieter-Komponenten wie Chromium oder spezifische Azure- und SQL-Server-Fixes einbezieht. Allein für den DHCP-Server wurden 36 Lücken gemeldet, während der Windows Biometric Service 64 Fehlerkorrekturen erhielt.

Aktive Ausnutzung von Zero-Day-Lücken

Besondere Aufmerksamkeit widmeten Sicherheitsexperten zwei Schwachstellen, die bereits vor der Bereitstellung der Patches aktiv ausgenutzt wurden. Hierbei handelt es sich um CVE-2026-81963 im Windows Update Stack sowie CVE-2026-85880, einen Heap Overflow im Windows ALPC, die beide einen CVSS-Wert von 7,8 aufweisen. Entdeckt wurden diese unter anderem von Analysten der Unternehmen Volexity, Proofpoint, Airbus und dem Microsoft Threat Intelligence Center (MSTIC).

Darüber hinaus wurden fünf kritische RCE-Schwachstellen mit einem CVSS-Score von 9,8 in zentralen Diensten wie dem Remote Desktop Protocol (RDP), DNS, DHCP und der Windows Shell behoben.

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In den Cloud-Diensten Azure AI Language (CVE-2026-70352) und Azure AD B2C (CVE-2026-83711) erreichten zwei Schwachstellen sogar den maximalen Risikowert von 10.

Neue Risiken durch „ShieldCrash“ und Fehler in Excel

Kurz nach der Veröffentlichung des September-Updates berichtete ein Sicherheitsforscher unter dem Pseudonym Nightmare Eclipse über eine neue Zero-Day-Lücke namens „ShieldCrash“. Diese ermögliche es Angreifern, SYSTEM-Privilegien auf vollständig gepatchten Systemen unter Windows 10, Windows 11 und Windows Server zu erlangen. Dabei werde eine frühere Korrektur für die Lücke CVE-2026-69414 umgangen. Microsoft untersuche den Vorfall derzeit, wobei im Hintergrund ein Streit um die Zuteilung von Bug-Bounty-Prämien stehe.

Neben Sicherheitsrisiken verursachte das Update KB5002914 funktionale Probleme in der Tabellenkalkulation Excel. Berichten zufolge werden die Funktionen für Kopieren und Einfügen sowie das automatische Ausfüllen blockiert.

Betroffen sind die Versionen 2016 bis 2024. Microsoft bestätigte diesen Fehler am 10. September 2026, nannte jedoch noch keinen Termin für eine endgültige Behebung. Als vorläufige Lösung wird die Deinstallation des spezifischen KB-Artikels oder ein Rollback auf eine Vorversion empfohlen.

Warnung vor spezialisierten Erpressergruppen

Flankierend zu den technischen Updates warnt Microsoft vor den Aktivitäten der Erpressergruppen Storm-3121 und Storm-3032. Diese agieren seit Mai 2026 vermehrt über Social Engineering.

Angreifer geben sich als IT-Helpdesk-Mitarbeiter aus und fordern Nutzer per Anruf oder SMS dazu auf, vermeintliche Updates für Passkeys oder die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) durchzuführen. Ziel ist die Übernahme von Konten oder das Einschleusen eigener MFA-Methoden, um anschließend Daten aus SharePoint oder OneDrive zu exfiltrieren.

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Im Bereich der Prävention plant Microsoft für das Zeitfenster von Ende September bis Ende Oktober 2026 den Rollout einer erweiterten Data Loss Prevention (DLP) auf Netzwerkebene für Purview-Kunden. Diese Funktion soll den Datenverkehr zu über 35.000 nicht verwalteten Cloud-Anwendungen prüfen und den Abfluss sensibler Informationen blockieren können.