Microsoft hat den Rollout der mandantenübergreifenden Zusammenarbeit für behördliche Cloud-Umgebungen unterbrochen. Betroffen von diesem Stopp sind die Bereitstellungen für die US-Regierungsumgebungen GCC, GCC High sowie das Verteidigungsministerium (DoD).
Die pausierte Migration umfasst zentrale Kollaborationsfunktionen wie die Verfügbarkeitsabfrage, E-Mail-Hinweise und die Kalenderfreigabe. Wie aus Berichten vom 30.10.2026 hervorgeht, plant der Softwarekonzern, einen neuen Termin für die betroffenen Behörden über das Microsoft 365 Message Center bekannt zu geben.
Anpassungen im Zeitplan für den weltweiten Rollout
Während die Bereitstellung für Regierungsumgebungen vorerst ruht, läuft der weltweite Rollout der Cross-Tenant-Collaboration-Migration bereits seit August 2026. Dieser Umstellungsprozess folgt einem gestaffelten Zeitplan. Für die Funktionen zur Verfügbarkeitsabfrage sowie für die E-Mail-Hinweise war der Abschluss bis zum 15.09.2026 vorgesehen.
Bei der Migration der Kalenderfreigabe kam es hingegen zu terminlichen Verschiebungen im regulären weltweiten Rollout. Ursprünglich war die Fertigstellung für den 30.10. angesetzt, wurde jedoch bis zum 06.11.2026 verlängert. Die Umstellung betrifft Mandanten, bei denen Organisationsbeziehungen mit aktivierten Parametern für die Verfügbarkeit oder E-Mail-Hinweise hinterlegt sind.
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Ebenso fallen Mandanten darunter, die über Richtlinien zur Kalenderfreigabe mit entsprechenden Regeln für Microsoft-365-Organisationen verfügen. Administratoren können die eigene Betroffenheit über Befehle in PowerShell überprüfen, konkret mithilfe der Abfragen zur Organisationsbeziehung und den Freigaberichtlinien.
Zeitplan für das Ende von Exchange Web Services
Die Migration der Zusammenarbeitsfunktionen steht in engem Zusammenhang mit der schrittweisen Außerbetriebnahme der älteren Schnittstelle Exchange Web Services (EWS) in Exchange Online. Der Deaktivierungsprozess für EWS hat planmäßig am 01.10.2026 begonnen. Die endgültige und vollständige Abschaltung der Schnittstelle hat das Unternehmen auf den 01.04.2027 terminiert.
Hybrid- und On-Premises-Umgebungen fallen nach Angaben von Microsoft nicht in den Geltungsbereich dieser Maßnahme. Für reine Cloud-Tenants bedeutet der Wegfall jedoch Handlungsbedarf. Durch das Setzen des Konfigurationsparameters für die EWS-Aktivierung auf den entsprechenden Freigabewert können Administratoren die Schnittstelle noch bis zum endgültigen Stichtag im April 2027 weiter betreiben.
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Wege zur temporären Reaktivierung für Administratoren
Um Unterbrechungen im laufenden Geschäftsbetrieb zu vermeiden, stellt Microsoft Wege bereit, mit denen IT-Verantwortliche die Schnittstelle in Exchange Online vorübergehend wieder freischalten können. Dies lässt sich über das Microsoft 365 Admin Center umsetzen, indem die EWS-Blockierung unter den Einstellungen des grundlegenden Sicherheitsmodus für den jeweiligen Mandanten entfernt wird.
Alternativ kann die Aktivierung über die Exchange Online PowerShell erfolgen. Änderungen an diesen Parametern greifen in der Regel innerhalb eines Zeitfensters von vier Stunden.
Diese Reaktivierung stellt allerdings nur eine Übergangslösung dar. Da der finale Shutdown für den 01.04.2027 feststeht, ist ein erneutes Einschalten nach diesem Datum ausgeschlossen. Administratoren und Softwareentwickler müssen abhängige Systeme und Anwendungen langfristig auf moderne Programmierschnittstellen wie Microsoft Graph umstellen oder entsprechende Software-Aktualisierungen einspielen.

