Microsoft-Preise: Bis 33 Prozent Anstieg durch KI-Integration

Britischer Gerichtshof bestätigt Weiterverkauf von Volumenlizenzen. Parallel dazu steigen die Preise für Microsoft-365-Abos um bis zu 33 Prozent.

Ein richtungsweisendes Gerichtsurteil in Großbritannien erlaubt nun den Handel mit gebrauchten Softwarelizenzen. Gleichzeitig ziehen die Preise für Unternehmen kräftig an.

Gericht stärkt Zweitmarkt für Softwarelizenzen

Am 7. Juli 2026 wies der britische Court of Appeal eine Klage von Microsoft gegen den Reseller ValueLicensing ab. Das Gericht bestätigte das Recht von Drittanbietern, gebrauchte Volumenlizenzen weiterzuverkaufen – auch wenn diese ursprünglich von anderen Organisationen erworben wurden.

Microsoft hatte argumentiert, der Weiterverkauf verletze Urheberrechte. Der Konzern verwies dabei auf geschützte Elemente wie Icons und Cliparts und stellte die Rechtmäßigkeit der Aufteilung von Volumenlizenzen infrage. Die Richter folgten dieser Argumentation nicht.

ValueLicensing fordert nun Schadensersatz in Höhe von 270 Millionen Pfund. Der Fall könnte Signalwirkung für weitere Sammelklagen gegen den Software-Riesen haben. Microsoft kann noch in Berufung gehen.

Preisschub für Unternehmen: Bis zu 33 Prozent mehr

Parallel zum Rechtsstreit hat Microsoft im Juli 2026 die Preise für Microsoft-365-Unternehmensabos angehoben. In einigen Fällen beträgt der Aufschlag satte 33 Prozent. Grund ist die Integration künstlicher Intelligenz in die Bürosoftware.

Der KI-Assistent Microsoft Copilot entwickelt sich zum Umsatztreiber. Über 400 Millionen Nutzer greifen monatlich darauf zu. Bis Mitte 2026 spülte die Funktion rund 8,4 Milliarden Euro zusätzlichen Jahresumsatz in die Kassen.

Eine Studie des Marktforschungsinstituts Forrester belegt messbare Produktivitätsgewinne: Wissensarbeiter sparen durchschnittlich 3,6 Stunden pro Woche, die Produktivität von Entwicklern stieg um 35 Prozent.

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Doch die Kehrseite: 38 Prozent der Unternehmen nutzen ihre erworbenen Lizenzen nur unzureichend aus. Der Enterprise-Tarif von Copilot kostet 28 Euro pro Nutzer und Monat – als Zusatzoption zu bestehenden Microsoft-365-Abos. Damit konkurriert Microsoft mit KI-Lösungen von Google, Salesforce sowie Spezialanbietern wie Glean und Writer.

Lebenslange Lizenz oder Abo: Was lohnt sich?

Der Markt bleibt gespalten zwischen Abo-Modellen und einmaligen „lebenslangen“ Lizenzen. Aktuelle Angebote vom Juli 2026 zeigen deutliche Rabatte auf Einmalkäufe:

Office Professional 2021 ist für rund 28 Euro erhältlich. Allerdings endet der offizielle Support für diese Version noch 2026. Office Professional Plus 2024 kostet im Handel etwa 51 Euro und bietet eine abofreie Alternative für Nutzer, die keine Cloud-Funktionen benötigen.

Der Nachteil von Dauerlizenzen: Sie sind meist auf ein Gerät beschränkt und erhalten nur Sicherheitsupdates, aber keine neuen Funktionen. Auch der 1-Terabyte-Cloudspeicher über OneDrive fehlt.

Support-Ende für 15 Produkte – Sicherheitsrisiken wachsen

Microsoft stellt 2026 den Support für insgesamt 15 Produkte ein. Neben Office 2021 betrifft das Windows 11 24H2, SQL Server 2016 und das letzte Jahr der erweiterten Sicherheitsupdates für Windows Server 2012.

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Die Sicherheitslage bleibt angespannt. Im April 2026 identifizierten das FBI und die Sicherheitsfirma Okta gezielte Phishing-Kampagnen gegen Microsoft-365-Zugänge. Eine Plattform namens „Kali365″ nutzt demnach OAuth-Gerätecodes, um die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu umgehen – und Konten zu kapern, ohne ein Passwort zu benötigen.

Sicherheitsexperten warnen zudem vor gebrauchter Hardware mit vorinstalliertem Windows 11 Pro. Die Gefahr von Schadsoftware und Aktivierungsproblemen sei hoch, besonders wenn die Software auf nicht autorisierten Volumenlizenzen basiert.