Mit dem internen Namen „Project K2″ bringt der Konzern ein neues Performance-Paket für Windows 11 auf den Markt. Das Besondere: Es soll ältere Rechner spürbar beschleunigen, ohne dass Nutzer neue Hardware kaufen müssen.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Steigende Komponentenpreise und die anhaltende Chipkrise zwingen Verbraucher und Unternehmen, ihre Hardware länger zu nutzen als geplant. Microsoft liefert nun eine Antwort aus der Software-Ecke.
So funktioniert der „Low Latency Profile“
Das Herzstück des Updates ist der sogenannte Low Latency Profile (LLP). Die Funktion erkennt Benutzeraktionen und pusht den Prozessor für ein bis drei Sekunden auf seine maximale Taktfrequenz. Das soll lästige Mikroruckler und Verzögerungen eliminieren.
Die ersten Zahlen aus dem Windows-Insider-Programm, das die Funktion seit dem 8. Mai testet, klingen vielversprechend: Anwendungen starten bis zu 40 Prozent schneller, die Reaktionszeit des Startmenüs verbessert sich um 70 Prozent. Möglich machen das zwei zentrale Schalter im System: „LowLatencyProfile“ und „LowLatencyProfileForApplicationLaunch“.
Windows 10-Aus treibt Nutzer in die Arme von Windows 11
Der Zeitplan ist ambitioniert. Seit dem 14. Oktober 2025 ist Windows 10 offiziell tot – kein Support, keine Sicherheitsupdates mehr. Der Druck auf die verbliebenen Nutzer steigt. Um den Umstieg zu versüßen, gibt es derzeit Windows 11 Pro-Lizenzen für umgerechnet rund zehn Euro – ein Rabatt von 94 Prozent. Die Aktion läuft noch bis zum 18. Mai.
Doch der Weg zu Windows 11 ist nicht für jeden frei. Version 24H2 zeigt sich wählerisch: Fehlende CPU-Befehle wie POPCNT, zu wenig freier Speicher (unter 64 GB) oder inkompatible TPM- und Secure-Boot-Einstellungen führen zu Installationsabbrüchen. Microsoft hat zwar manuelle Patches wie KB5046617 veröffentlicht, doch die Hürden bleiben hoch.
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Hardware-Krise: DRAM-Preise explodieren
Während Microsoft an der Software schraubt, tobt im Hardware-Markt ein Preiskampf der anderen Art. Die Preise für DRAM-Chips sind im ersten Quartal 2026 um 90 Prozent nach oben geschossen. Grund sind die enorme Nachfrage aus der KI-Branche und anhaltende Lieferengpässe.
Die Folgen sind dramatisch: Marktforscher von IDC erwarten für 2026 einen Rückgang des PC-Marktes um 11,3 Prozent. Höhere Preise, sinkende Nachfrage – eine klassische Abwärtsspirale.
Apple unter Druck: Mac mini und MacBook Neo werden teurer
Auch Apple bleibt nicht verschont. Der Konzern hat sein Einstiegsmodell Mac mini (bislang 599 Euro) eingestellt. Der Neue startet nun bei rund 799 Euro. Ähnliche Pläne gibt es für das MacBook Neo: Eigentlich war eine Basisversion für 699 Euro geplant, doch die könnte komplett gestrichen werden. Der Einstiegspreis läge dann bei 799 Euro.
Tim Cook bestätigte im zweiten Quartal 2026 Lieferengpässe. Mehrere Mac-Modelle haben derzeit Lieferzeiten von zwei bis drei Wochen. Schuld sind unter anderem die steigenden Fertigungskosten bei TSMC, die günstige Einstiegspreise für Profi-Hardware nahezu unmöglich machen.
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macOS 27: Apple setzt auf KI und Design
Während Microsoft auf niedrige CPU-Latenz setzt, plant Apple einen anderen Weg. Auf der WWDC am 8. Juni wird voraussichtlich macOS 27 vorgestellt. Insider berichten von einer Überarbeitung der „Liquid Glass“-Oberfläche. Das Design war bislang auf OLED-Displays optimiert – nun soll es auch auf LCD-Bildschirmen besser lesbar sein.
Neu sind zudem KI-Funktionen im Safari-Browser, etwa die automatische Gruppierung von Tabs. Auch die Sicherheit wird hochgefahren: Apple hat sein Bug-Bounty-Programm fast verdoppelt und warnt in macOS 26.4 vor Social-Engineering-Angriffen über das Terminal.
Zwei Strategien, ein Ziel
Die aktuellen Entwicklungen zeigen einen tiefen Riss in der Branche. Microsoft setzt auf Software-Optimierung, um die alternde Hardware der Nutzer am Leben zu halten. Apple dagegen treibt die Preise nach oben und setzt auf KI-gestützte Oberflächen.
Für Unternehmen und Verbraucher wird die Frage immer drängender: Lohnt sich ein Neukauf, oder reichen die Software-Updates? Mit steigenden DRAM-Preisen und der drohenden UEFI-Zertifikatskrise im Juni 2026 – dann laufen zahlreiche Sicherheitszertifikate ab – könnte die Antwort bald schmerzhaft ausfallen.
Ausblick: Was bringt der Herbst?
Nach der WWDC im Juni wird Apple die Entwickler-Beta von macOS 27 veröffentlichen. Die finale Version dürfte im September kommen. Dann zeigt sich, ob Apples KI-Ansatz oder Microsofts Latenz-Strategie die Nase vorn hat.
Für Windows-Nutzer hängt alles am erfolgreichen Abschluss der Insider-Tests. Sollte Project K2 halten, was es verspricht, könnte es zum Standard-Rezept gegen die Hardware-Krise werden. Denn eines ist klar: Wenn die Preise weiter steigen, werden Software-Optimierungen zur neuen Währung in der PC-Welt.

