Der Softwarekonzern Microsoft bereinigt sein Anwendungsportfolio und hat die Einstellung des Desktop-Publishing-Programms Publisher bestätigt. Wie das Unternehmen mitteilte, wird die Anwendung aus dem Abonnement-Dienst Microsoft 365 entfernt. Für die Nutzer bedeutet dies eine tiefgreifende Umstellung in ihrer Arbeitsumgebung, da der Zugriff auf das Programm ab dem 1. Oktober 2026 vollständig entfallen soll.
Die Abkündigung betrifft nicht nur die Cloud-basierten Abonnements. Zeitgleich zum Stichtag am 1. Oktober 2026 endet laut Unternehmensangaben auch der Support für die Perpetual-Lizenz von Office LTSC 2021. Damit zieht sich Microsoft aus einem Segment zurück, das über Jahrzehnte hinweg vor allem für die Erstellung von Druckmedien, Flyern und Broschüren im geschäftlichen und privaten Bereich genutzt wurde.
Empfehlungen zur Datenmigration und Software-Alternativen
Um den Verlust von Dokumenten und Arbeitsergebnissen zu verhindern, rät Microsoft den Anwendern dazu, bestehende Publisher-Dateien zeitnah in andere Formate zu überführen. Als primäre Zielformate werden Word oder PDF empfohlen. Da Publisher ein proprietäres Dateiformat nutzt, das außerhalb des Microsoft-Ökosystems nur begrenzt unterstützt wird, ist diese Konvertierung für die langfristige Archivierung und Bearbeitung essenziell.
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Für Anwender, die weiterhin Funktionen für das Desktop-Publishing benötigen, verweisen Branchenbeobachter auf alternative Softwarelösungen. Neben verschiedenen selbst gehosteten Werkzeugen gelten insbesondere Open-Source-Anwendungen wie LibreOffice und Scribus als mögliche Nachfolger für die Erstellung komplexer Layouts. Microsoft selbst setzt verstärkt auf die Integration von Design-Funktionen in seine Kernanwendungen sowie auf neue Cloud-Dienste.
Strategische Neuausrichtung des Office-Ökosystems
Die Einstellung von Publisher erfolgt vor dem Hintergrund einer umfassenden Modernisierung der Microsoft-Produktivitätssoftware. So wird derzeit ein Redesign der Aufgabenverwaltung Planner ausgerollt, das auf dem sogenannten Fluent Design basiert und eine konsistente Darstellung über Web-Clients, Desktop-Apps und Microsoft Teams hinweg gewährleisten soll. Auch der E-Mail-Dienst Outlook.com sowie die Outlook-App für Windows erhalten eine neue Benutzeroberfläche und erweiterte Funktionen.
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Ein zentraler Pfeiler dieser Strategie ist die Einbindung von Künstlicher Intelligenz. Das Unternehmen investiert massiv in den Ausbau von Copilot-Funktionen. Aktuelle Erhebungen zeigen eine starke Dynamik in diesem Bereich: Die Akzeptanz von Copilot habe sich insgesamt verfünfzehnfacht, in Großunternehmen sogar verachtzehnfacht. Inzwischen nutzen mehr als 1 Million Organisationen den KI-Assistenten. Für die Nutzung von Copilot Notebooks in den Premium-Versionen von Microsoft 365 fallen Kosten von 20 US-Dollar pro Monat an, während die Business-Variante mit 21 US-Dollar pro Nutzer berechnet wird.
Administrative Änderungen bei SharePoint und Outlook
Parallel zur Abkündigung von Software-Klassikern treibt Microsoft administrative Änderungen in der Infrastruktur voran. Bei SharePoint wird das Einmalpasswort-Verfahren (OTP) für externe Zugriffe eingestellt. Nachdem die erste Phase für neue Einladungen bereits abgeschlossen wurde, beginnt am 1. Oktober 2026 die finale Abschaltungsphase. Externe Benutzer müssen bis zum Ende dieses Monats auf Microsoft Entra B2B-Gastkonten umgestellt werden.
Zudem gibt es Anpassungen bei geplanten Funktionen: Die ursprünglich angekündigte Einführung einer speziellen Copilot-Suche in Outlook wurde vorerst abgesagt. Dennoch betont das Unternehmen die kontinuierliche Weiterentwicklung der Office-Apps, wie etwa durch neue direkte E-Mail-Integrationsfunktionen, die seit kurzem verfügbar sind, um die Zusammenarbeit innerhalb der Plattform zu intensivieren.

