Der Software-Riese Microsoft verabschiedet sich 2026 von mehreren Klassikern – Unternehmen und Privatnutzer müssen sich auf tiefgreifende Veränderungen einstellen.
Publisher-Aus: Was Nutzer jetzt wissen müssen
Im Oktober 2026 ist Schluss: Microsoft stellt den Desktop-Publishing-Klassiker Publisher ein. Für Abonnenten von Microsoft 365 endet der Zugriff dann komplett. Auch wer die Dauerlizenz-Version Office LTSC 2021 nutzt, erhält ab dem 1. Oktober 2026 keinen Support mehr für das Layout-Programm.
Experten raten, bestehende .pub-Dateien rechtzeitig in universell nutzbare Formate wie PDF oder Word zu überführen. Wer weiterhin Publikationssoftware braucht, findet mit LibreOffice, Scribus oder spezialisierten Online-Konvertern passende Alternativen. Einige Drittanbieter-Tools bieten sogar Stapelverarbeitung an, um größere Dateibestände vor Ablauf der Frist umzuwandeln.
Mehr als nur Publisher: Der große Software-Umbau
Der Abschied von Alt-Software betrifft weit mehr als das Layout-Programm. Bereits Mitte Juli 2026 hat Microsoft Office 2019 für Mac deaktiviert – ohne Zertifikats-Updates lassen sich dort keine Dokumente mehr erstellen, speichern oder bearbeiten.
Auch beim Betriebssystem steht eine Zeitenwende an: Windows 10 Enterprise LTSC 2021 erreicht Ende Januar 2027 das Ende seines Support-Zyklus. Als Nachfolger hat Microsoft Windows 11 Enterprise LTSC 2024 auserkoren, das bereits Ende 2024 erschienen ist. Wer nicht sofort umsteigen kann, darf ab dem 1. September erweiterte Sicherheits-Updates (ESU) kaufen – für gewerbliche Kunden kostet das rund 61 Euro pro Gerät.
Im Oktober 2026 steht zudem das Windows-11-Update 26H2 ins Haus. Erwartet werden unter anderem eine verschiebbare Taskleiste und eine lokale Suchfunktion ohne Web-Ergebnisse. Der Support-Zeitraum: 24 Monate für Home- und Pro-Versionen, 36 Monate für Enterprise- und Education-Editionen.
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Sicherheitslücken und die Kosten der Modernisierung
Sicherheit bleibt der wichtigste Treiber für Software-Updates. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA warnt aktuell vor aktiven Angriffen auf SharePoint-Server in Unternehmen. Die Schwachstellen CVE-2026-32201, CVE-2026-45659 und CVE-2026-56164 ermöglichen Angreifern, IIS-Maschinen-Schlüssel zu stehlen und Schadsoftware einzuschleusen. Sicherheitsexperten empfehlen, die Lücken umgehend zu schließen und die Server keinesfalls direkt mit dem Internet zu verbinden.
Dass die Ablösung alter IT-Systeme teuer werden kann, zeigen aktuelle Unternehmenszahlen: Die Allianz meldete für das zweite Quartal 2026 einen Nettogewinn von 2,595 Milliarden Euro – ein Rückgang von 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Verantwortlich: 643 Millionen Euro Restrukturierungskosten, mehr als viermal so viel wie im Vorjahreszeitraum (152 Millionen Euro). Der Konzern investiert schwer in künstliche Intelligenz und die Stilllegung alter IT-Infrastruktur.
Digitale Souveränität: Alternativen im Aufwind
Der Abschied von klassischen Office-Suiten ist in einigen Bereichen bereits Realität. Das österreichische Bundesheer setzt seit Dezember 2024 auf rund 16.000 Arbeitsplätzen verpflichtend LibreOffice ein. Die Initiative startete bereits 2020 und zielt darauf ab, die digitale Souveränität zu stärken und die Abhängigkeit von Cloud-Diensten zu reduzieren.
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Wer im Microsoft-Ökosystem bleibt, erlebt ebenfalls Veränderungen: Ab dem 30. September aktualisiert Microsoft seine Service-Vereinbarungen und streicht Verweise auf Groove und Cortana. Neu ist auch: Apps aus dem Office Store dürfen künftig ohne ausdrückliche Zustimmung der Nutzer automatisch aktualisiert werden.
Der Markt für Migration: Hohe Nachfrage, klare Preise
Beratungsfirmen verzeichnen derzeit eine starke Nachfrage nach Microsoft-365-Umstellungen. Die Standardpreise 2026: 57 Euro pro Nutzer und Monat für Enterprise-E5-Lizenzen, 36 Euro für E3. Die Integration von Copilot schlägt mit zusätzlich 30 Euro pro Nutzer und Monat zu Buche. Spezialisierte Beratung für Tenant-Migrationen kostet je nach Komplexität der Infrastruktur zwischen 50.000 und 200.000 Euro.
Für Unternehmen lohnt sich der Blick auf den Kalender: Wer Publisher-Dateien retten, Windows-10-Systeme ablösen und Sicherheitslücken schließen will, sollte die kommenden Monate nutzen – der Oktober 2026 kommt schneller, als man denkt.

