Microsoft Publisher eingestellt: LibreOffice Draw öffnet nur Dateien bis 2010

Draw verarbeitet Publisher-Dateien bis Version 2010, doch neuere Dokumente können Layoutfehler zeigen und lassen sich nicht als .pub exportieren.

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Nachdem Microsoft das Desktop-Publishing-Programm Publisher im Oktober 2026 aus Microsoft 365 entfernt hat, rückt das Zeichenprogramm LibreOffice Draw als Alternative in den Fokus. Die Software kann Dokumente mit der Endung .pub öffnen, anzeigen, bearbeiten und in das offene ODF-Format sowie weitere Dateitypen überführen.

Der Blick in die Dokumentation von LibreOffice zeigt jedoch konkrete technische Grenzen auf: Offiziell unterstützt wird lediglich der Import von Publisher-Dateien der Versionen 98 bis 2010.

Bei Dateien, die mit neueren Programmversionen erstellt wurden, kommt es Berichten zufolge zu Abweichungen bei Schriftarten, beim Textfluss sowie bei der Platzierung von Grafiken. Dies betrifft vor allem komplexe Layouts. Zudem ist ein Export zurück in das proprietäre .pub-Format ausgeschlossen.

Laut The Document Foundation eignet sich LibreOffice Draw primär für einseitige Vorlagen oder kleine mehrseitige Publikationen wie Newsletter. Die Organisation rät Anwendern dazu, importierte Dokumente dauerhaft im offenen ODF-Format abzuspeichern. In der aktuellen Version LibreOffice 26.8 sind keine Änderungen an dieser Importfunktion enthalten.

Reverse Engineering statt nativer Microsoft-Schnittstelle

Technisch basiert der Datei-Import auf der Programmbibliothek libmspub. Diese wurde vom Document Liberation Project im Wege des Reverse Engineerings entwickelt, um das geschlossene .pub-Format ohne Beteiligung des Herstellers zu entschlüsseln.

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Die Bibliothek ermöglicht das Einlesen der Dateien, ohne dass Microsoft Publisher auf dem Rechner installiert sein muss. Neben LibreOffice nutzt auch die Open-Source-Software Scribus diese Bibliothek für den Zugriff auf Publisher-Inhalte.

Microsoft hatte das Layout-Programm 1991 eingeführt und stellt die Software nun nach 35 Jahren am Markt vollständig ein. Für Abonnenten von Microsoft 365 endete der Zugriff auf die Anwendung gestaffelt ab dem 1. Oktober 2026. Der offizielle Support für die Einmalkaufversionen lief am 13. Oktober 2026 zusammen mit Office 2021 und Office LTSC 2021 aus. Die Einstellung betrifft neben der Cloud-Variante sämtliche eigenständigen Editionen von Publisher 2007 bis Publisher 2021.

Fehlende Kompatibilität in modernen Office-Paketen

In Microsoft 365 lassen sich .pub-Dateien nicht mehr öffnen oder bearbeiten. Einen direkten, vollwertigen Ersatz bietet Microsoft nicht an: Der Konzern schlägt stattdessen Word für Briefumschläge, Formulare oder Rechnungen vor, während Plakate, Schilder und Werbematerialien über PowerPoint gestaltet werden sollen. Allerdings sind weder Word noch PowerPoint in der Lage, bestehende .pub-Dateien direkt zu öffnen.

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Für den Übergang empfiehlt Microsoft betroffenen Anwendern, Dokumente in Word zu konvertieren, wenn sie weiter bearbeitet werden müssen, oder sie für Ansicht und Druck als PDF zu speichern. Für die Stapelkonvertierung größerer Dateibestände stellt das Unternehmen das PowerShell-Skript Convert-PubFileToPDF.ps1 bereit.

The Document Foundation gibt dabei zu bedenken, dass Word anspruchsvollere Layouts nicht zuverlässig bewahrt. Wer unbefristete Lizenzen früherer Publisher-Versionen besitzt, kann diese zwar lokal weiterbetreiben, erhält jedoch weder neue Funktionen noch Sicherheitsupdates, während zugleich die Kompatibilität mit zukünftigen Windows- und Office-Versionen abnimmt.