Nach dem offiziellen Aus für Microsoft Publisher bietet die quelloffene Bürosoftware LibreOffice eine kostenlose Lösung zur Weiterverwendung von bestehenden PUB-Dateien an.
The Document Foundation teilte mit, dass das Programmpaket die Dokumente des eingestellten Layoutprogramms öffnen, anzeigen, bearbeiten und in andere Formate konvertieren kann. Zugleich übte die Organisation deutliche Kritik an den offiziellen Übergangsempfehlungen von Microsoft.
Kritik an Konvertierungsvorgaben von Microsoft
Anlass für die Klarstellung der Entwicklerstiftung ist das Ende der Desktop-Publishing-Software aus Redmond. Microsoft hatte Anwendern zuvor geraten, ihre PUB-Dateien vor Ende September 2026 in die Formate PDF oder DOCX zu überführen.
Diese Empfehlung greift nach Ansicht von The Document Foundation jedoch zu kurz: PDF-Dateien seien nicht ohne Weiteres editierbar, während bei einer Umwandlung in das Word-Format DOCX bei komplexeren Layouts typischerweise die Formatierung verloren gehe. Zudem rät die Organisation öffentlichen Einrichtungen grundsätzlich dazu, die Abhängigkeit von proprietären Dateiformaten kritisch zu prüfen.
Der Import der PUB-Dateien erfolgt in LibreOffice über die Zeichenanwendung Draw. Technisch basiert diese Funktion auf der mittels Reverse Engineering entwickelten Programmbibliothek libmspub. Nach dem Import können Nutzer die Inhalte im standardisierten ODF-Format abspeichern sowie als PDF oder DOCX exportieren.
The Document Foundation wies jedoch darauf hin, dass die Wiedergabetreue je nach Komplexität des ursprünglichen Dokuments variiert und LibreOffice Draw keinen vollwertigen Ersatz für ein spezialisiertes Satzprogramm darstellt.
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Für kleinere Publikationen wie etwa Newsletter empfiehlt die Stiftung Draw, während für anspruchsvollere Publikationen auf das Open-Source-Programm Scribus verwiesen wird. Scribus greift ebenfalls auf die libmspub-Bibliothek zurück, legt Dokumente allerdings im nicht standardisierten SLA-Format ab.
Hintergrund zum Ende von Microsoft Publisher
Microsoft beendete die Unterstützung für Publisher sowie für Office 2021 und Office LTSC 2021 im Zuge des Oktober-Patch-Days. Für Abonnenten von Microsoft 365 steht Publisher seit dem 1. Oktober 2026 nicht mehr zur Verfügung. Damit endete die Ära der erstmals 1991 erschienenen Software nach rund 35 Jahren im Office-Portfolio. In der Publisher-Anwendung selbst lassen sich die Dateien seither nicht mehr öffnen.
Bestehende PUB-Dateien verbleiben zwar auf den Datenträgern der Anwender und werden nicht gelöscht, erfordern ohne kompatible Software jedoch alternative Wege zur Anzeige oder Bearbeitung.
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Microsoft selbst verweist für typische Aufgaben wie Kalender, Etiketten, Grußkarten oder Flyer auf Word, PowerPoint oder die Anwendung Microsoft Designer. Nutzer weichen neben LibreOffice auf Lösungen wie Affinity by Canva, Adobe InDesign oder spezielle Offline-Betrachter aus.
Die Umstellung betrifft auch den Bildungssektor: An der Loughborough University wird Microsoft Publisher beispielsweise am Freitag, 30. Oktober 2026, von Universitätsgeräten und Laboren deinstalliert, wobei komplexe Grafiken und Layouts bei einem Wechsel zu Alternativen manuelle Nacharbeiten erfordern.

