Der US-Technologiekonzern Microsoft hat das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 mit deutlichen Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn abgeschlossen. Wie das Unternehmen mitteilte, stieg der Quartalsumsatz in dem am 30. Juni 2026 beendeten Zeitraum um 18 Prozent auf 90,0 Milliarden US-Dollar. Das Betriebsergebnis legte ebenfalls um 18 Prozent auf 40,6 Milliarden US-Dollar zu, während der Nettogewinn nach GAAP-Standard um 31 Prozent auf 35,8 Milliarden US-Dollar kletterte. Der Gewinn je Aktie belief sich auf 4,81 US-Dollar, was einer Steigerung von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Azure durchbricht Umsatzmarke von 100 Milliarden US-Dollar
Ein wesentlicher Treiber für das starke Ergebnis war die Microsoft Cloud, die im vierten Quartal einen Umsatz von 59,3 Milliarden US-Dollar generierte – ein Plus von 27 Prozent. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung der Cloud-Plattform Azure, deren Umsatz im Jahresvergleich um 43 Prozent wuchs. Dies stellt das kräftigste Wachstum seit Anfang 2022 dar. Konzernchef Satya Nadella hob hervor, dass Azure damit erstmals die Marke von 100 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz überschritten habe.
Die kommerziellen vertraglichen Restleistungsverpflichtungen (Remaining Performance Obligations, RPO) beliefen sich zum Quartalsende auf 678 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 84 Prozent entspricht. Auch im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) verzeichnete der Konzern Fortschritte: Der M365 Copilot erreichte 30 Millionen bezahlte Nutzer, wobei allein im letzten Quartal 10 Millionen Nutzer hinzukamen. Der GitHub Copilot wird inzwischen von 50 Millionen Anwendern genutzt, während die Foundry-Plattform rund 100.000 Kunden zählt.
Massive Investitionen in die Infrastruktur
Um die steigende Nachfrage nach Cloud- und KI-Diensten zu bedienen, weitete Microsoft seine Infrastruktur massiv aus. Im gesamten Geschäftsjahr 2026 wurden 88 Rechenzentren in Betrieb genommen, davon 31 im vierten Quartal. Dennoch bestehen laut Unternehmensangaben weiterhin Kapazitätsengpässe, weshalb Kunden zunehmend auf eine Planung über mehrere Regionen hinweg angewiesen seien.
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Die Investitionsausgaben (Capex) beliefen sich im vierten Quartal auf 41 Milliarden US-Dollar, eine Steigerung um 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 summierten sich die Investitionen auf 116 Milliarden US-Dollar, nach 64,5 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Finanzvorstand Amy Hood wies zudem auf eine Änderung in der Bilanzierung hin: Die geschätzte Nutzungsdauer von Rechenzentren wurde auf 25 Jahre verlängert. Dies führte dazu, dass die Prognose für die Investitionsausgaben im Geschäftsjahr 2027 auf rund 175 Milliarden US-Dollar angepasst wurde, was jedoch nicht auf eine Reduzierung der tatsächlichen Investitionstätigkeit zurückzuführen sei.
Marktreaktion und steuerliche Aspekte
An den Finanzmärkten wurden die Ergebnisse positiv aufgenommen. Die Aktie stieg nachbörslich um 8 Prozent. Bereits Ende Juli verzeichnete das Unternehmen mit einem Zuwachs von fast 450 Milliarden US-Dollar an Marktwert den größten Tagesgewinn seiner Geschichte. Die Marktkapitalisierung erreichte dabei einen Wert von 3,35 Billionen US-Dollar. Analysten von mindestens neun Brokerhäusern hoben in der Folge ihre Kursziele an, wobei der Durchschnitt nun bei 560,90 US-Dollar liegt.
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Einblick gaben die Berichte auch in die Steuerstruktur des Konzerns. Im Geschäftsjahr 2026 zahlte Microsoft weltweit 21,1 Milliarden US-Dollar an Steuern. Davon entfielen 6,5 Milliarden US-Dollar auf die irische Körperschaftssteuer, was den Betrag der US-Bundessteuern von 6,25 Milliarden US-Dollar überstieg. Die irische Tochtergesellschaft wies einen Vorsteuergewinn von 50,5 Milliarden US-Dollar aus, was 81 Prozent des gesamten Auslandseinkommens entspricht.
Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 prognostiziert Microsoft einen Umsatz zwischen 89,85 und 90,95 Milliarden US-Dollar. Für die Plattform Azure wird ein Wachstum von etwa 45 Prozent auf Basis konstanter Währungen erwartet. An die Aktionäre wurden im abgelaufenen Quartal insgesamt 10,2 Milliarden US-Dollar zurückgegeben.

