Microsoft hat für sein viertes Geschäftsquartal 2026 ein kräftiges Wachstum im Cloud-Geschäft ausgewiesen. Der Bereich Intelligent Cloud legte im Jahresvergleich um 32 Prozent zu und trägt inzwischen rund 44 Prozent zum Konzernumsatz bei. Die Sparte Productivity wuchs um 14 Prozent, während More Personal Computing um 4 Prozent zurückging. Innerhalb der Cloud-Sparte verzeichnete Azure ein Wachstum von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Auf Konzernebene meldete Microsoft ein Ergebnis je Aktie nach GAAP von 4,81 US-Dollar, ein Plus von 32 Prozent, sowie einen non-GAAP-Gewinn je Aktie von 4,74 US-Dollar.
Die Servicekosten stiegen um 28 Prozent bei einem Umsatzwachstum von 23 Prozent – ein Hinweis darauf, dass der Ausbau der Cloud- und AI-Infrastruktur mit steigenden Betriebskosten einhergeht. Die Aktie wird derzeit mit dem 28,5-Fachen des für das Geschäftsjahr 2026 erwarteten non-GAAP-Gewinns bewertet, für 2027 mit dem 25-Fachen.
Infrastruktur-Ausbau mit IREN
Im Zuge des Wachstums baut Microsoft seine Hyperscale-Infrastruktur für AI-Workloads weiter aus. Der Anbieter IREN lieferte das erste Rechenzentrum im Rahmen eines Vertrags über 9,7 Milliarden US-Dollar an Microsoft aus – konkret akzeptierte Microsoft die ersten 50 Megawatt AI-Cloud-Kapazität am Childress-Campus. Die IREN-Aktie legte daraufhin um 10 Prozent zu. Im Zusammenhang mit der Lieferung erhielt IREN zudem den Nvidia-Exemplar-Cloud-Status.
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Rückzug aus China
Parallel zum Ausbau der AI-Kapazitäten in den USA hat Microsoft sein China-Geschäft in den vergangenen Jahren deutlich zurückgefahren. Nach Angaben von techrepublic.com hat der Konzern mindestens 15 Büros und Joint Ventures geschlossen und sich 2023 nahezu vollständig aus dem Land zurückgezogen.
China trug 2024 nur noch rund 1,5 Prozent zum globalen Umsatz bei. Microsofts verbleibender Fokus liegt darauf, Azure- und AI-Dienste für chinesische Unternehmen mit internationalem Geschäft bereitzustellen, etwa für ByteDance – eingeschränkt durch US-Exportkontrollen.
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Einordnung in den Marktkontext
Der Investor Steve Eisman wies darauf hin, dass OpenAI und Anthropic zusammen rund 70 Prozent des AI-Umsatzes und 25 bis 35 Prozent des Cloud-Umsatzes bei Microsoft, Amazon, Google und Oracle ausmachen. Er verwies zugleich auf chinesische Open-Source-Modelle als potenzielles Preisrisiko für die etablierten Anbieter.
Ein Kommentar auf Seeking Alpha vom Folgetag wertete Microsofts Investitionen in AI-Infrastruktur als positives Signal für die weitere Geschäftsentwicklung. Die Zahlen fügen sich damit in eine branchenweite Debatte über die Höhe der Investitionen der großen Cloud-Anbieter in AI-Rechenzentren und deren langfristige Finanzierbarkeit ein, die zuletzt auch von Analysten großer Investmentbanken sowie von Ratingagenturen thematisiert wurde.
Insgesamt zeigen die Quartalszahlen, dass Microsoft trotz steigender Kosten für den Infrastrukturausbau weiterhin auf ein beschleunigtes Wachstum seiner Cloud- und AI-Angebote setzt, während das Geschäft mit klassischen PC-Produkten schwächelt und das China-Geschäft strukturell an Bedeutung verliert.

