Der Softwareriese hat Ende Mai 2026 umfassende Anleitungen veröffentlicht, die es Nutzern ermöglichen, ihre digitalen Spuren in Word, Excel und Windows 11 gezielt zu löschen. Angesichts wachsender Bedenken rund um automatische Dokumentenverfolgung und KI-Integration stehen nun sowohl Privatanwendern als auch Unternehmen effektive Werkzeuge zur Verfügung.
So löschen Sie die Liste der zuletzt geöffneten Dateien dauerhaft
Die Anzeige zuletzt geöffneter Dokumente in Microsoft Word gilt als praktisches Feature – doch in geteilten Arbeitsumgebungen wird sie schnell zum Sicherheitsrisiko. Seit dem 27. Mai 2026 zeigen detaillierte Anleitungen, wie sich diese Listen in verschiedenen Windows-Versionen vollständig deaktivieren lassen.
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Im Programm selbst reicht der Weg über das Menü zu den erweiterten Anzeigeeinstellungen. Dort lässt sich die Anzahl der angezeigten „Zuletzt geöffneten Dokumente“ auf null setzen. Damit stoppt Word die interne Nachverfolgung der Dateihistorie.
Doch das allein genügt nicht. Windows speichert zusätzlich Verknüpfungen in der Taskleiste und im Startmenü – über die sogenannten Sprunglisten. Um auch diese Spuren zu tilgen, müssen Nutzer die Personalisierungseinstellungen öffnen und die Anzeige zuletzt verwendeter Elemente deaktivieren.
Für professionelle Umgebungen gibt es weitergehende Lösungen. Windows 11 Pro erlaubt den Einsatz von Gruppenrichtlinien. Mit einer spezifischen Regel lässt sich erzwingen, dass die Liste geöffneter Dokumente bei jedem Systemneustart automatisch geleert wird.
Nutzer von Windows 11 Home, denen der Gruppenrichtlinien-Editor fehlt, müssen auf die Windows-Registrierungsdatenbank zurückgreifen. Unter dem Pfad für Explorer-Richtlinien lässt sich der Wert „ClearRecentDocsOnExit“ setzen. Nach der Aktivierung bleibt nach einer Sitzung keine Spur mehr zurück.
Copilot rückt ins Menü – und kann jetzt ganz entfernt werden
Microsoft reagiert auf Kritik an der Platzierung seiner KI-Tools. Seit dem 26. Mai 2026 rollt der Konzern eine Änderung aus, die den schwebenden Copilot-Button aus dem Arbeitsbereich von Word und Excel entfernt. Besonders Excel-Nutzer hatten sich beschwert, dass das schwebende Element regelmäßig Daten verdeckte und den Arbeitsablauf störte. Der Button wandert zurück in das klassische Menüband.
Gleichzeitig vereinfacht Microsoft die vollständige Deinstallation der Copilot-Anwendung unter Windows 11. Seit dem 26. Mai 2026 genügt der Weg über die Standard-App-Einstellungen oder ein Rechtsklick-Menü im Startbereich. Für IT-Administratoren steht zudem die neue Richtlinie „RemoveMicrosoftCopilotApp“ für die Versionen Pro, Enterprise und Education bereit. Allerdings gilt eine Besonderheit: Die automatische Löschung über Gruppenrichtlinien wird erst ausgelöst, wenn die Anwendung mindestens 28 Tage lang nicht genutzt wurde.
Neue Sicherheitsbedrohungen im Microsoft-Universum
Während sich Nutzer um ihre Privatsphäre kümmern, werden die Angriffe auf die Microsoft-Infrastruktur immer raffinierter. Am 25. Mai 2026 warnten die Behörden vor „Kali365″ – einem Phishing-as-a-Service-angebot, das speziell die Zwei-Faktor-Authentifizierung von Microsoft 365 umgeht. Die Angreifer nutzen den Gerätecode-Login, der eigentlich für Geräte mit eingeschränkter Eingabe entwickelt wurde. So tricksen sie Nutzer aus, unbemerkt Zugriff auf OneDrive, Outlook und Salesforce zu gewähren. Administratoren wird geraten, die Gerätecode-Authentifizierung komplett zu blockieren.
Sicherheitsforscher entdeckten zudem eine Schwachstelle in den offiziellen Kommunikationskanälen von Microsoft. Seit dem 26. Mai 2026 ist bekannt, dass Angreifer eine offizielle Microsoft-E-Mail-Adresse für Spam- und Phishing-Kampagnen missbrauchen. Indem sie spezielle Konten im Microsoft-System anlegen, lassen sie betrügerische Nachrichten wie legitime Service-Kommunikation aussehen. Die Kampagne läuft Berichten zufolge bereits seit Monaten.
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Frist für Secure-Boot-Zertifikate läuft ab
Ein weiteres Datum sollten IT-Verantwortliche im Kalender markieren: Am 27. Juni 2026 laufen Microsofts Secure-Boot-Zertifikate aus dem Jahr 2011 ab. Zwar funktionieren betroffene PCs, die nach 2012 hergestellt wurden, weiterhin. Sie verlieren jedoch die Fähigkeit, kritische Sicherheitsupdates für den Bootvorgang zu erhalten – es sei denn, Nutzer installieren die notwendigen UEFI-Firmware-Updates und Windows-Updates. Microsoft arbeitet eigenen Angaben zufolge mit Dell, Lenovo und HPE zusammen, um den Übergang zu erleichtern.
Stabilitätsprobleme und Ausblick
Microsoft hat zudem eingeräumt, dass Treiberkonfigurationsprobleme die Leistung von Windows 11 über einen längeren Zeitraum beeinträchtigt haben. Die Ursache liege in unzureichender Kontrolle über Drittanbieter-Treiber im fragmentierten Windows-Ökosystem. Das Unternehmen kündigte strengere Überprüfungsmechanismen an.
Der breite Rollout von Windows 11 Version 25H2, der am 26. Mai 2026 über das Aktivierungspaket KB5054156 begann, deutet auf einen Wandel hin zu konsolidierteren Update-Zyklen hin. Mit dem nahenden Stichtag für die Secure-Boot-Zertifikate dürfte sich der Fokus der IT-Abteilungen von der Anpassung der Benutzeroberfläche hin zur kritischen Infrastruktur-Wartung verschieben.

