Microsoft räumt Copilot-Button weg: Nutzer können KI-Assistenten jetzt verschieben

Microsoft reagiert auf Nutzerkritik und erlaubt das Verschieben des Copilot-Buttons in Office. Neue Tastenkombinationen ergänzen das Update.

Der schwimmende „Dynamic Action Button“ von Microsofts KI-Assistenten Copilot nervte viele Nutzer – er verdeckte Inhalte in Word, Excel und PowerPoint. Jetzt reagiert der Konzern und gibt den Anwendern die Kontrolle zurück.

Nutzer-Proteste zeigen Wirkung

Seit Ende Mai 2026 rollt Microsoft ein Update für seine Office-Suite aus, das es erlaubt, den störenden Button zu verschieben. Bislang schwebte das KI-Symbol unverrückbar über Dokumenten und Tabellen – besonders in komplexen Excel-Arbeitsmappen ein Ärgernis für Power-User. Mit einem Rechtsklick lässt sich der Button nun in das standardmäßige Ribbon-Menü verschieben.

Die Änderung kommt nicht von ungefähr: Nur etwa 3,3 Prozent der Microsoft-365-Nutzer zahlen für die KI-Funktionen. Für die übrigen 96,7 Prozent muss die Oberfläche auch ohne Copilot funktionieren.

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Neue Tastenkombinationen für die KI

Windows-Nutzer rufen den Assistenten künftig mit Alt+C auf, Mac-Anwender mit Befehlstaste+Strg+I. Das macht die Interaktion bewusster – statt dass der Button permanent im Weg ist. Der Konzern setzt zunehmend auf sogenannte „agentische“ Systeme: KI, die im Hintergrund Daten sucht und formatiert, statt in einem Chat-Fenster auf Eingaben zu warten.

OpenAI greift nach PowerPoint

Nur einen Tag vor Microsofts Update, am 23. Mai 2026, brachte OpenAI eine neue PowerPoint-Integration an den Start. Nutzer aller Tarife – vom Gratis-Account bis zur Enterprise-Version – können damit Präsentationsfolien per Textbefehl generieren und umstrukturieren. Notizen, Tabellen und sogar Screenshots verwandelt die KI in formatierte Folien.

Doch die Technologie hat ihre Grenzen: Komplexe Unternehmensvorlagen, spezifische Schriftarten-Hierarchien und individuelle Marken-Stile bekommt die aktuelle Version des ChatGPT-Plugins noch nicht zuverlässig hin.

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Auch die Konkurrenz rüstet auf

ONLYOFFICE Docs brachte am 19. Mai 2024 Version 9.4 mit manuellen Verbesserungen – darunter ein Dark Mode für Tabellen und erweiterte Präsentationsdesigns. Canva startete Anfang Mai eine „Connected App“ für Google Gemini, die KI-generierte Designs über „Magic Layers“ in bearbeitbare Komponenten zerlegt.

KI spart Zeit – aber nur mit menschlicher Kontrolle

Trotz der Formatierungsprobleme zeigt sich: In stark strukturierten Umgebungen liefern KI-Agenten messbare Ergebnisse. Eine Fallstudie des Pharma-Dienstleisters Cactus Life Sciences vom 22. Mai 2024 belegt: Microsoft-365-Copilot-Agenten verkürzten die Erstellung klinischer Studienberichte von 14 auf vier Tage. Die KI übernahm die Datensuche und das grundlegende Formatieren – Aufgaben, die normalerweise 60 Prozent der Arbeitszeit eines Forschers verschlingen.

Noch beeindruckender: Die Fehlerquote sank um 36 Prozent. Allerdings bleibt die menschliche Überprüfung der Interpretationen unverzichtbar.

Datenschutz im Blick

Um die komplexen Workflows abzusichern, erweiterte Microsoft Ende Mai auch seine Purview- und Data-Security-Posture-Management-Tools (DSPM). Sie sollen sicherstellen, dass KI-gestützte Dokumentenerstellung die Vorgaben zur Datensouveränität einhält.

Vom „KI-überall“ zum durchdachten Werkzeug

Die aktuellen Updates deuten auf einen Strategiewechsel hin: Weg vom aufdringlichen „KI-überall“, hin zu einem disziplinierteren, strukturellen Ansatz. Die Branche bewegt sich in Richtung „unsichtbarer“ KI – ähnlich wie Excels natives „Analyse von Daten“-Tool, das Erkenntnisse liefert, ohne ein separates Abo oder einen störenden Button zu benötigen.

Wettlauf um die Dokumenten-Herrschaft

Der Wettbewerb zwischen OpenAI, Google und Microsoft verschärft sich. Jeder will der zentrale Orchestrator des gesamten Dokumenten-Lebenszyklus werden. DocuSign kündigte am 21. Mai 2024 KI-Agenten an, die Verträge aushandeln und den gesamten Vertragslebenszyklus verwalten können. Die Zukunft der Dokumenten-„Formatierung“ liegt offenbar weniger im visuellen Layout als in der zugrundeliegenden Datenstruktur und Rechtslogik.

Was 2024 noch kommt

OpenAI bereitet sich Berichten zufolge auf einen möglichen Börsengang im September 2024 vor – trotz hoher Verluste: Derzeit gibt das Unternehmen für jeden eingenommenen Dollar rund 1,22 Dollar aus. Das könnte zu aggressiveren Integrationen kostenpflichtiger KI-Funktionen führen.

Und Microsoft hat bereits Preiserhöhungen für mehrere Microsoft-365-Tarife angekündigt, die am 1. Juli 2024 in Kraft treten. Besonders die Business-Basic- und E3-Pläne sind betroffen. Für die meisten Unternehmen bleibt vorerst das „Human-in-the-Loop“-Modell die Realität: KI übernimmt die schwere Arbeit der Datenorganisation, der Mensch behält die Kontrolle über finale Formatierung und Vorlagen-Compliance.