Microsoft hat ein kritisches Sicherheitsupdate für Windows 11 veröffentlicht. Es schließt sechs Zero-Day-Lücken, die bereits aktiv für Angriffe genutzt werden.
Der Patch vom Februar 2026 markiert eine dringend benötigte Rückkehr zur Stabilität. Nach einem chaotischen Januar mit mehreren Notfall-Updates soll die Aktualisierung KB5077181 nun ein sicheres Fundament schaffen. Die sechs gepatchten Zero-Day-Schwachstellen zählen zu den gefährlichsten Kategorien: Remote Code Execution und Rechteausweitung. Sie ermöglichen Angreifern, aus der Ferne Schadsoftware zu installieren oder bereits eingedrungener Malware Administratorrechte zu verschaffen. Da die Lücken bereits aktiv ausgenutzt werden, ist eine sofortige Installation für alle Nutzer essenziell.
Januar-Chaos zwingt Microsoft zum Kurswechsel
Das aktuelle Update wird besonders kritisch beäugt. Es folgt auf einen der problematischsten Update-Zyklen der jüngeren Windows-Geschichte. Das Januar-Update KB5074109 löste eine Kaskade von Fehlern aus: Abstürze in Outlook Classic, blockierte WPA3-WLAN-Verbindungen und Geräte, die sich nicht mehr herunterfahren ließen. Für Unternehmen waren ausgefallene Remote-Desktop-Verbindungen besonders folgenschwer.
Microsoft musste mit mehreren außerplanmäßigen Notfall-Patches (KB5077744, KB5078127) eingreifen. Der Februar-Release zeigt nun erste Erfolge strengerer Qualitätskontrolle. Bisher sind keine neuen schwerwiegenden Probleme mit KB5077181 bekannt – eine bewusste Abkehr vom Januar-Chaos.
Wichtige Stabilitäts- und Grafik-Fixes im Paket
Neben den Sicherheitslücken behebt das Update mehrere störende Alltagsprobleme. Eine Korrektur betrifft die Verbindung zu bestimmten WPA3-Personal-WLANnetzwerken, ein Fehler, der vermutlich durch ein früheres Update eingeführt wurde.
Ein weiterer wichtiger Fix betrifft einen Grafiktreiber-Fehler im dxgmms2.sys. Er konnte bei bestimmten GPU-Konfigurationen den berüchtigten „Blue Screen of Death“ (KERNEL_SECURITY_CHECK_FAILURE) auslösen. Für Gamer korrigiert der Patch zudem die Logik, die über die Berechtigung für bestimmte Fullscreen-Spieleerlebnisse entscheidet. Weitere Zuverlässigkeitsverbesserungen betreffen BitLocker-Tests und den TrustedInstaller-Dienst, der zuvor einfrieren konnte.
Neue Sicherheitshürde und kommende Zertifikats-Probleme
Mit dem Update wird eine wichtige Systemänderung verbindlich: Der Zugriff auf die Speichereinstellungen in Windows 11 erfordert nun zwingend Administratorrechte und löst eine UAC-Abfrage aus. Diese Änderung, die bereits in einem Januar-Vorschau-Update getestet wurde, gilt nun für alle aktualisierten Systeme.
Microsoft warnt zudem vor einem anstehenden Problem ab Juni 2026: Die Secure Boot-Zertifikate auf vielen Windows-Geräten laufen dann ab. Geräte, die nicht rechtzeitig aktualisiert werden, könnten Probleme mit dem sicheren Startvorgang bekommen. Unternehmen und Nutzer sollten die Hinweise von Microsoft prüfen, um Betriebsunterbrechungen zu vermeiden.
Falls Ihr Gerät nach einem Update nicht mehr startet oder Secure‑Boot‑Fehler auftreten, kann ein bootfähiger Windows‑11‑USB‑Stick helfen, Ihr System zu reparieren oder zu retten. Der kostenlose PDF‑Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, wie Sie einen sicheren Boot‑Stick erstellen, welche Reparaturoptionen es gibt und welche Fehler Sie vermeiden sollten – ideal vorbereitet auf Startprobleme nach Updates. Festplatten- und Startprobleme: Windows 11 Boot‑Stick erstellen (gratis)
Die oberste Priorität bleibt die Installation des Februar-Updates. Angesichts der sechs aktiv ausgenutzten Zero-Day-Lücken ist dies keine Option, sondern eine Pflicht für die Systemsicherheit.





