Microsoft baut seine IT-Verwaltung massiv um: Neue Werkzeuge für Windows 11, erweiterte Intune-Funktionen und verschärfte Azure-Zertifizierungen sollen Unternehmen den Umstieg auf cloudbasierte Infrastruktur erleichtern. Für deutsche Firmen, die zunehmend auf hybride Arbeitsmodelle setzen, gewinnt das Thema an Bedeutung.
Neues Verwaltungstool gegen Konfigurations-Drift
Am 1. August kündigte Microsoft ein neues IT-Administrationswerkzeug für Windows 11 an. Das Tool zielt darauf ab, sogenannten Konfigurations-Drift zu reduzieren – ein häufiges Problem in großen Unternehmensumgebungen, wenn Systeme von ihrem Soll-Zustand abweichen. Updates und Compliance-Überwachung sollen damit deutlich einfacher werden. Allerdings ist die Verfügbarkeit vorerst an bestimmte Windows-11-Editionen und Update-Kanäle gebunden.
Bereits im Juli lieferte Microsoft mit dem Intune Service Release 2607 wichtige Neuerungen. Native Unterstützung für Registry Inventory erlaubt Administratoren nun, Registrierungsschlüssel direkt über den Properties-Katalog zu überwachen – ganz ohne individuelle Skripte. Das System meldet dabei Schlüsselpfade, Wertnamen, Typen und Daten. Ebenfalls neu: erweiterte Verwaltungsfunktionen für Samsung-Firmware-Updates, enthalten im Intune Plan 1.
Azure-Zertifizierungen: Strengere Prüfungen ab 2026
Die Anforderungen für Azure-Administratoren haben sich deutlich verschärft. Seit dem 17. April legt die Prüfung AZ-104 ihren Schwerpunkt auf Identitätsmanagement über Entra ID sowie Governance mittels Azure Policy und rollenbasierter Zugriffskontrolle (RBAC). Diese Themen machen nun zwischen 20 und 25 Prozent der Prüfungsgewichtung aus – damit sind sie genauso wichtig wie Compute- und Netzwerkbereiche.
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Im Sicherheitssegment zog Microsoft im Juli nach: Für vier Spezialisierungen – Cloud Security, Data Security, Identity & Access Management und Threat Protection – gilt jetzt ein neues Auditverfahren. Partner müssen sich künftig alle zwei Jahre einer unabhängigen Prüfung unterziehen. Das bisherige System mit Kundenreferenzen wurde ersetzt.
Ebenfalls im Juli erreichte Azure Machine Configuration die allgemeine Verfügbarkeit. Damit lassen sich Linux-Umgebungen gegen CIS-Benchmarks prüfen – unterstützt werden Distributionen wie Red Hat, Ubuntu und Rocky. Die Richtlinien-basierte Lösung liefert über den Resource Graph Nachweise für jede einzelne Regel, manuelle Skripte gehören der Vergangenheit an.
Neue Schulungsprogramme für die Cloud-Transformation
Bildungsanbieter reagieren auf den Wandel mit spezialisierten Kursen. Am 2. August startete ein zwölfwöchiges Vollzeitprogramm für Requirements Manager mit Fokus auf Microsoft Endpoint und Azure Administration. Der Lehrplan deckt Intune, Entra ID und Azure-Netzwerke ab und führt zu Zertifizierungen wie Endpoint Administrator Associate und Azure Administrator Associate.
Weitere internationale Trainingsinitiativen seit dem 1. August:
- AZ-104 und AZ-204 Kurse: Technische Schulungen für Azure-Administratoren und Lösungsentwickler in regionalen Zentren wie Dschidda und Minsk
- PowerShell-Automatisierung: Spezialtraining AZ-040 in Rom für die Automatisierung von Windows- und Azure-Verwaltungsaufgaben
- Azure Virtual Desktop (AZ-140): Dreimonatiger Online-Kurs zu Konfiguration und Betrieb zum Preis von 1.095 Euro inklusive Prüfungsgebühr
- Copilot für Administratoren: MS-4006-Training in Bangalore zu Datensicherheit und Compliance-Architektur für Microsoft 365 Copilot
Trotz der fortschreitenden Cloud-Transformation bleibt die lokale Systemstabilität eine zentrale Aufgabe für Administratoren. Ein kostenloser Expertenreport zeigt, wie der Umstieg auf die neueste Windows-Generation ohne Risiko und Datenverlust gelingt. Zum kostenlosen Windows 11 Starterpaket
SRE-Agent: 35.000 Incidents pro Monat
Im Bereich Site Reliability hat sich der Azure SRE Agent zum unverzichtbaren Werkzeug entwickelt. Seit seiner allgemeinen Verfügbarkeit im März verwaltet das Tool nach Unternehmensangaben monatlich rund 35.000 Vorfälle über mehr als 1.300 Produktionsagenten. Ein neues Open-Source-Skills-Pack ergänzt Checks für KI-Workloads und Kapazitätsmanagement. Die Funktion Scheduled Investigations ist seit Juli verfügbar.
Ausblick: Webinar und Zertifikats-Ablauf
Am 19. August planen Branchenexperten ein Webinar zur Migration von klassischer VDI-Infrastruktur hin zu Cloud-first-Lösungen mit Windows 365 und Azure Virtual Desktop. Ein wichtiger Hinweis für Administratoren: Die Zertifikate für Windows-Insider-Preview-Flüge laufen am 11. August ab – ein Update auf aktualisierte Builds ist erforderlich.

