Microsoft baut seine Abhängigkeit von externen KI-Anbietern ab und setzt zunehmend auf eigene Modelle. Gleichzeitig drängen spezialisierte Startups mit neuartigen Tabellen-KIs auf den Markt.
Microsofts Milliarden-Sparplan mit hauseigener KI
Bereits Anfang der Woche wurde bekannt, dass Microsoft zehntausende KI-Anfragen pro Woche in Excel und Outlook auf eigene Modelle umgeleitet hat. Konkret geht es um den Einsatz des internen MAI-Modells, das von Mustafa Suleyman, dem Chef der Microsoft-KI-Sparte, vorangetrieben wird.
Das Ziel ist ambitioniert: Durch die Verlagerung von Routineaufgaben auf die eigene Technologie will der Konzern jährlich rund 500 Millionen Euro einsparen, die bisher an externe Partner wie Anthropic und OpenAI flossen. Das Modell MAI-Thinking-1 mit 35 Milliarden Parametern soll bei Tabellenkalkulationen bis zu zehnmal effizienter sein als GPT-5.5 – bei einem Kontextfenster von 256.000 Tokens.
Doch Microsofts Strategie ist kein radikaler Bruch. Das unternehmenseigene „Project Orchard“ zielt zwar auf eine 40-prozentige Kostensenkung bei der Inferenz ab, dennoch bleibt OpenAI ein wichtiger Partner. Erst am Donnerstag wurde GPT-5.6 zum bevorzugten Modell für Microsoft 365 Copilot ernannt. Die Botschaft ist klar: Eigene Modelle für die Massenabfertigung, externe Spitzen-KI für komplexe Aufgaben.
Die neue Welle: Spezial-KI für Tabellen
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Während klassische Sprachmodelle mit der nicht-linearen Struktur von Tabellen oft kämpfen, entsteht eine neue Kategorie: Large Tabular Models (LTMs). Diese werden gezielt mit Milliarden von Tabellen trainiert und verstehen Zellbeziehungen sowie Datenstrukturen deutlich besser.
Der Markt ist in Bewegung: Im Februar startete das Startup Fundamental mit 275 Millionen Euro Finanzierung sein Modell NEXUS, das bereits von AWS genutzt wird. Google zog im Juni mit TabFM nach. Die Botschaft der Branche: Herkömmliche Text-KI stößt bei Spreadsheets an ihre Grenzen – die Zukunft gehört spezialisierten Lösungen.
ChatGPT Work: Der autonome Büro-Assistent
Parallel zu den Modell-Updates kommen neue Werkzeuge auf den Markt, die Arbeitsabläufe über mehrere Anwendungen hinweg automatisieren. Am Mittwoch stellte OpenAI ChatGPT Work vor – einen autonomen Assistenten, der Aufgaben in Slack, Teams und Gmail erledigt.
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Das zugrundeliegende GPT-5.6 ist in drei Stufen erhältlich – Sol, Terra und Luna – und bietet eine um 54 Prozent verbesserte Token-Effizienz. Das ermöglicht komplexe Operationen wie das Erstellen von Webanwendungen über die neue „Sites“-Funktion bei gleichzeitig niedrigeren Betriebskosten für Unternehmen.
Sicherheitsrisiko VBA: Experten raten zum Umstieg
Mit der zunehmenden KI-Integration rücken auch die Sicherheitslücken älterer Automatisierungslösungen in den Fokus. Ein Bericht vom Donnerstag warnt vor den Risiken von VBA-Makros, die zunehmend durch Mark-of-the-Web-Protokolle blockiert werden.
Experten empfehlen den Umstieg von veralteten Makros auf SQL und Power Query. Neue Funktionen wie „Trim Refs“ (erkennbar an der .:-Syntax) optimieren Berechnungen, indem sie leere Zellen ignorieren. Aktuelle Sicherheitsrichtlinien betonen zudem die Bedeutung von Datenanonymisierung und menschlicher Kontrolle bei der Verbindung von Tabellen mit externen KI-Tools – ein klares Signal, dass der Mensch auch im KI-Zeitalter nicht vollständig aus der Verantwortung entlassen wird.

