Ab heute erhalten mehrere Microsoft-Produkte keine Sicherheitsupdates mehr. Unternehmen müssen jetzt handeln.
Der Softwarekonzern hat zum 14. Juli 2026 offiziell den Support für SQL Server 2016, SharePoint Server 2016 und SharePoint Server 2019 eingestellt. Auch Project Server 2016, Project Server 2019 und SharePoint Designer 2013 sind betroffen. Wer diese Systeme weiter betreibt, riskiert ungepatchte Sicherheitslücken.
Letzte Rettung für SQL Server – SharePoint ohne Ausweg
Immerhin: Für SQL Server 2016 bietet Microsoft noch eine Gnadenfrist. Kunden können sogenannte Extended Security Updates (ESU) für bis zu drei weitere Jahre erwerben. Anders sieht es bei den SharePoint-Versionen aus – hier gibt es keine kostenpflichtige Verlängerung. Der Konzern empfiehlt betroffenen Unternehmen, ihre Arbeitslasten auf SharePoint Online oder die SharePoint Subscription Edition zu migrieren.
Countdown für Office 2021 und Microsoft 365
Auch für Office-Nutzer tickt die Uhr. Office 2021 erreicht am 13. Oktober 2026 sein Support-Ende. Microsoft rät, auf ein Microsoft-365-Abonnement umzusteigen, um weiterhin Updates zu erhalten.
Parallel dazu stellt der Konzern die Updates für die Microsoft-Store-Version von Microsoft 365 auf Windows 10 und Windows 11 Ende 2026 ein. Einige Händler bieten mittlerweile alternative Lizenzmodelle an – etwa lebenslange Lizenzen für Microsoft Office 2024 Professional Plus für rund 55 Euro, ein deutlicher Rabatt auf den regulären Preis.
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Windows 10: Verlängerung bis 2027
Für alle, die noch nicht auf Windows 11 gewechselt sind, gibt es eine Verlängerung: Die Windows 10 Extended Security Updates laufen nun bis zum 12. Oktober 2027. In Benachrichtigungen an ESU-Teilnehmer räumte Microsoft ein, dass einige Kunden mehr Zeit für Hardware-Upgrades benötigen.
Während kommerzielle ESU-Programme sogar bis 2028 laufen, können Privatnutzer die Verlängerung für 2027 direkt in den Systemeinstellungen aktivieren. Marktdaten zufolge laufen noch Millionen Geräte unter Windows 10 – oft wegen spezifischer Hardware-Anforderungen oder der Kosten für neue Komponenten.
Rückschlag vor Gericht – und neue Authentifizierung
Parallel zu den Support-Enden gab es eine juristische Niederlage für Microsoft. Der britische Court of Appeal wies die Klage des Konzerns gegen den Weiterverkauf von On-Premise-Office- und Windows-Lizenzen ab. Microsoft hatte argumentiert, dass Softwaresymbole und Hilfedateien als kreative Werke geschützt seien – die Richter folgten dieser Argumentation nicht. Branchenexperten rechnen nun mit erheblichen Schadensersatzforderungen, die das Lizenzmodell von Microsoft nachhaltig verändern könnten.
Auf der technischen Seite bereitet Microsoft einen grundlegenden Wandel bei der Identitätsverwaltung vor. Ab dem 1. September 2026 werden Passkeys zur Standard-Authentifizierungsmethode in Microsoft Entra ID. Die SMS- und sprachbasierte Multi-Faktor-Authentifizierung stellt der Konzern am 1. Februar 2027 ein. Organisationen, die weiterhin auf Telefon-Authentifizierung setzen, müssen ab Ende Oktober 2026 auf Drittanbieter aus dem Microsoft Security Store zurückgreifen.
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Auch bei den Kommunikationsdiensten tut sich etwas: Viva Engage wird ab Ende August 2026 keine E-Mail-Benachrichtigungen mehr an Frontline-Nutzer mit bestimmten Lizenzen senden, wenn diese kein aktives Exchange-Postfach besitzen. Die Umstellung soll bis Ende September 2026 abgeschlossen sein – Benachrichtigungen über Microsoft Teams bleiben jedoch erhalten.

