Microsoft streicht tausende Stellen: Xbox-Sparte im Fokus des Sparkurses

Microsoft kündigt Stellenabbau von unter 2,5 Prozent an, schwerpunktmäßig in der Gaming-Abteilung Xbox. Der Konzern investiert parallel Milliarden in KI.

Die Kürzungen von weniger als 2,5 Prozent der Belegschaft treffen vor allem die Spiele-Sparte Xbox, den Vertrieb und die Beratung.

Die geplanten Entlassungen sollen bereits in der kommenden Woche bekannt gegeben werden, wie mit der Situation vertraute Kreise berichten. Sie folgen auf das Ende des Geschäftsjahres am 30. Juni. Microsoft beschäftigt weltweit zwischen 220.000 und 228.000 Vollzeitkräfte.

Xbox-Sparte im Fokus des Sparkurses

Besonders hart könnte es die Gaming-Abteilung treffen. Branchenkenner sprechen von einem der größten Stellenabbau-Ereignisse in der Geschichte der Spieleindustrie. Microsoft hat bereits begonnen, Verträge mit externen Dienstleistern und Drittanbietern zu kündigen, die an den jüngsten Sommer-Events beteiligt waren.

Die Gewinnmargen im Gaming-Sektor sind mit rund drei Prozent äußerst dünn – ein Hauptgrund für die Kostensenkungen. Verhandlungen über neue Drittanbieter-Deals für den Abo-Dienst Game Pass wurden auf Eis gelegt. Microsoft-Finanzchefin Amy Hood sucht offenbar nach weiteren Einsparmöglichkeiten. Offiziell betont der Konzern jedoch, die Gesamtinvestitionen in Spiele nicht zu reduzieren.

Studios vor ungewisser Zukunft

Mehrere bekannte Entwicklerstudios unter dem Microsoft-Dach stehen Berichten zufolge vor einschneidenden Veränderungen. Ninja Theory, Compulsion Games, Double Fine und Undead Labs verhandeln demnach über mögliche Management-Buyouts, Ausgründungen – oder im schlimmsten Fall die Schließung.

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Bereits zuvor hatte Microsoft in den USA ein freiwilliges Abfindungsprogramm aufgelegt. Von den rund 8.750 berechtigten Mitarbeitern – ausgewählt nach Alter und Betriebszugehörigkeit – sollen etwa ein Drittel das Angebot angenommen haben.

Milliarden für KI, Sparkurs beim Personal

Die Entlassungen stehen in scharfem Kontrast zu den Investitionen in andere Bereiche. Microsoft gibt im laufenden Geschäftsjahr 2025/2026 mehr als 100 Milliarden Euro für Künstliche Intelligenz und die dazugehörige Infrastruktur aus. Dieser Strategiewechsel spiegelt einen breiten Trend in der Tech-Branche wider: Weg von traditionellen Rollen, hin zur KI-Entwicklung.

Die Zahlen sind alarmierend: Allein in den ersten vier Monaten 2026 strich die Tech-Branche über 92.000 Stellen. Bis zur Jahresmitte stieg die Zahl auf 123.653 – ein Anstieg von 66 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Als häufigsten Grund nennen Marktdaten die Umstellung auf KI.

Gewerkschaften laufen Sturm

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Die angekündigten Kürzungen stoßen auf heftigen Widerstand der Arbeitnehmervertreter. Mehr als 3.500 gewerkschaftlich organisierte Xbox-Mitarbeiter, vertreten durch die Communications Workers of America (CWA), zeigen sich empört. Die Gewerkschaftsmitglieder von Studios wie Zenimax und Activision Blizzard fordern mehr Transparenz: Vorankündigungen von Entlassungen, Einstellungsstopps zum Schutz bestehender Stellen und zweijährige Rückkehrrechte für Betroffene.

Laut Gewerkschaftsvertretern hat Microsoft die Zeit für Verhandlungen in den vergangenen Wochen drastisch verkürzt. Zwar gibt es positive Signale etwa vom World of Warcraft-Entwicklungsteam, doch die breite Gewerkschaftsbasis kritisiert scharf, dass der Konzern Stellen streicht, während er weiter hohe Managergehälter zahlt und Milliarden in KI pumpt.