Microsoft Teams: 1.298 Anmeldebeschwerden und Hacker-Anschläge

Microsoft Teams kämpft mit Anmeldechaos und Sicherheitsvorfällen. Hacker nutzen die Plattform für Social-Engineering-Attacken.

Während tausende Nutzer über hartnäckige Anmeldefehler klagen, nutzen Cyberkriminelle die Plattform gezielt für Social-Engineering-Attacken.

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Anmeldechaos: 1.298 Beschwerden innerhalb weniger Tage

Allein auf den offiziellen Support-Plattformen von Microsoft haben sich bis zum 20. Juni 1.298 Nutzer mit Problemen beim Einloggen in Teams gemeldet. Besonders häufig taucht eine Fehlermeldung auf, die besagt, dass das System die Authentifizierung nicht durchführen könne. Hinzu kommt ein wiederkehrender „Ooops“-Fehler beim Start der Anwendung.

Betroffen sind sowohl Desktop- als auch Mobile-Nutzer. Letztere kämpfen mit dem spezifischen Fehlercode AADSTS90023. Experten raten zu mehreren Lösungsansätzen: Den Cache der Anwendung leeren, die Windows-Anmeldedaten zurücksetzen und sicherstellen, dass Datum und Uhrzeit korrekt synchronisiert sind. Wer die Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzt, sollte zudem die Authenticator-App entsperren oder die Benachrichtigungen prüfen.

Die Probleme sind kein Einzelfall. Auf Microsofts Q&A-Plattform haben sich die allgemeinen Fragen zu Teams auf insgesamt 61.184 summiert. Besonders ärgerlich: Verzögerungen beim Login, die statt weniger Sekunden mehrere Minuten dauern können. Schuld sind oft Netzwerkkonfigurationen, Firewall-Einstellungen oder beschädigte Cache-Daten.

Ransomware-Bande kapert Teams für Social Engineering

Ein alarmierender Sicherheitsvorfall überschattet die technischen Pannen: Die Ransomware-Gruppe DragonForce hat Microsoft Teams als Einfallstor für Social Engineering entdeckt. Die Masche: Die Angreifer überschwemmen ihre Opfer zunächst mit einer Flut von E-Mails („Email Bombing“). Anschließend meldet sich ein vermeintlicher IT-Support-Mitarbeiter per Teams-Chat.

Der Lockruf: Das Opfer soll angeblich dringend eine Fernwartungssoftware installieren. In Wahrheit ermöglicht dies den Kriminellen, Zugangsdaten zu stehlen und sich seitlich im Firmennetzwerk zu bewegen. Betroffen sind vor allem Unternehmen aus den Bereichen Produktion, Gesundheitswesen, Finanzen, Technologie und Rüstung.

Sicherheitsanalysten empfehlen Unternehmen, die externe Teams-Kommunikation strikt einzuschränken und bedingte Zugriffsrichtlinien konsequent durchzusetzen. Parallel dazu sind iranische Hackergruppen wie Peach Sandstorm und Gray Sandstorm aktiv. Sie führen sogenannte Password-Spraying-Angriffe auf Microsoft-365-Konten durch – mit Zielen in den USA, Europa, Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Zur Tarnung nutzen sie VPNs und Tor-Ausgangsknoten.

Konfigurations- und Hardware-Probleme

Fast 700 verschiedene Beschwerden drehen sich um Einstellungen und Konfigurationen. Nutzer berichten, dass sie inaktive Konten nicht entfernen können, Bildschirmtipps nicht deaktivieren lassen und die Rechtschreibprüfung nicht funktioniert.

Auch die Hardware-Integration bereitet nach den jüngsten Updates Kopfzerbrechen. Mikrofone von Bluetooth-Headsets unter Windows 11 werden nicht erkannt, Kameras bleiben stumm. Microsoft hat am 19. Juni eine Anleitung veröffentlicht: Nutzer sollen den Kamerazugriff in den Windows-Datenschutzeinstellungen prüfen und innerhalb der Teams-App manuell das korrekte Gerät auswählen.

Microsoft 365: Auch Outlook und Windows-Updates mit Problemen

Die Teams-Pannen sind Teil einer größeren Krise im Microsoft-365-Ökosystem. Bereits im Frühjahr 2026 sorgte der Umstieg auf das neue, auf WebView2 basierende Outlook für Kritik. Das Öffnen einer E-Mail aus einer Windows-11-Benachrichtigung heraus dauert demnach bis zu zehn Sekunden – die klassische Win32-Version schaffte das nahezu verzögerungsfrei.

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Und auch das Windows-11-Update vom Juni 2026 (KB5095051) hat unangenehme Nebenwirkungen: Es beeinträchtigt den Zugriff auf OneDrive und den Papierkorb. Dort werden statt der Originalnamen interne Dateinamen angezeigt. Microsoft hat den Papierkorb-Fehler bestätigt, ein umfassender Patch steht jedoch noch aus. Vorläufige Workarounds gibt es bislang nur für Geschäftskunden über den Business-Support.