Ab Mitte Mai ist ein moderner Browser Pflicht. Gleichzeitig wächst das KI-Geschäft rasant – doch es gibt auch Pannen und juristischen Gegenwind.
Moderner Browser wird zur Pflicht
Ab dem 15. Mai 2026 greift Microsoft bei Teams Web durch: Nur noch Browser, die den Standard ECMAScript 2022 (ES2022) vollständig unterstützen, haben Zugriff. Die gute Nachricht: Aktuelle Versionen von Edge, Chrome, Firefox und Safari sind bereits kompatibel. Wer mit einem veralteten Browser arbeitet, fliegt raus.
Das hat konkrete Folgen. Nutzer von macOS High Sierra 10.13 mit Chrome 116 können Teams Web bereits jetzt nicht mehr laden. Microsofts Empfehlung für alle, die auf alten Systemen festhängen: neue Hardware kaufen. Die Desktop-App unterstützt ohnehin nur die drei aktuellsten macOS-Versionen.
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Hintergrund der Verschärfung ist das interne Projekt „Windows K2″, das seit 2025 läuft. Ziel: Die veralteten React-Komponenten durch WinUI 3 ersetzen. Das verspricht eine um bis zu 60 Prozent bessere Leistung. Teams wird damit Teil einer großen Performance-Offensive, die Microsofts gesamte Produktivitäts-Suite erfassen soll.
Pannen bei der kostenlosen Version
Während Microsoft nach vorne prescht, gibt es ärgerliche Rückschläge. Seit dem 8. April 2026 sorgt ein Backend-Update im kostenlosen Teams-Tarif für Chaos. Neue Nutzer überspringen wichtige Datenschutz- und Einwilligungsbildschirme – und tauchen anschließend als „Unbekannte Benutzer“ auf. Die Folge: Chat, Anrufe und Suche funktionieren nicht mehr.
Microsoft arbeitet an einer Lösung, nennt aber keinen Termin. Branchenbeobachter sehen darin nicht nur ein Ärgernis, sondern auch ein Compliance-Risiko. Denn wenn Nutzer keine Datenschutzerklärungen bestätigen, fehlt die rechtliche Grundlage für die Datenverarbeitung.
Neue Funktionen und fragwürdiges Design
Positiv: Seit Ende April ist die Multi-Line-Funktion für Teams Phone allgemein verfügbar. Ein Nutzer kann damit bis zu elf verschiedene Telefonnummern über die Teams-Oberfläche verwalten – eine Primärnummer und zehn Alternativen. Die Funktion läuft mit Microsoft Calling Plans, Direct Routing und Operator Connect.
Weniger erfreulich für Enterprise-Kunden: Ein permanenter „Unlock Premium“-Banner in der Titelleiste. Er wirbt für eine 60-Tage-Testversion des Premium-Tarifs (zehn Euro pro Nutzer und Monat) und lässt sich nicht entfernen. Kritiker sprechen von „Dark Patterns“ – manipulativen Design-Elementen, die in einer bezahlten Unternehmensumgebung besonders unangebracht wirken.
KI-Geschäft explodiert – kostenlose Tools gestrichen
Am 29. April meldete Microsoft einen Meilenstein: 20 Millionen bezahlte Enterprise-Copilot-Sitze. Das ist ein Sprung von 15 Millionen im Vorquartal. Großkunden wie Bayer, Mercedes-Benz, Roche und Johnson & Johnson haben jeweils über 90.000 Lizenzen erworben. Der größte Einzeldeal: Accenture mit mehr als 740.000 Sitzen.
Doch das Wachstum hat seinen Preis. Seit dem 30. April 2026 ist die kostenlose Copilot-Version aus Word, Excel, PowerPoint und OneNote verschwunden. Nur wer ein Microsoft-365-Copilot-Abo besitzt, bekommt noch KI-Funktionen in den Kern-Apps. Zur Unterscheidung gibt es neue Bezeichnungen: „Copilot Chat (Basic)“ für Gratis-Nutzer, „M365 Copilot (Premium)“ für Abonnenten.
Gleichzeitig bekommt Outlook „agentische“ Copilot-Funktionen. Die KI kann jetzt E-Mails priorisieren, Terminkonflikte lösen und Antworten entwerfen. Die Kalender-Tools laufen zunächst nur unter Windows und im Web, die Postfach-Funktionen kommen auf allen Plattformen.
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Juristischer Gegenwind und Milliarden-Investitionen
Die Teams-Entwicklung wird auch von Gerichten bestimmt. Am 23. April reichte Slack (zu Salesforce gehörend) in London Klage ein. Der Vorwurf: Microsofts Bündelung von Teams mit Microsoft 365 verstoße gegen britisches Kartellrecht. Dabei hatte Microsoft Ende 2025 in der EU einem Preisabstand von 8,55 Euro pro Nutzer und Monat zwischen gebündelten und entbündelten Versionen zugestimmt. Trotzdem führte der Konzern die globale Bündelung im November 2025 wieder ein – ein Schritt, der nun im Fokus der britischen Wettbewerbsbehörde steht.
Finanziell stemmt Microsoft gewaltige Summen. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 gab der Konzern 37,5 Milliarden Euro für Investitionen aus – ein Anstieg von 21,4 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Das Geld fließt vor allem in KI- und Cloud-Infrastruktur. Analysten von Morgan Stanley zeigen sich beeindruckt: Die wöchentliche Copilot-Nutzung erreiche inzwischen das Niveau von Outlook.
Was auf Unternehmen zukommt
Der 15. Mai ist ein Stichtag für IT-Abteilungen: Sie müssen sicherstellen, dass alle Rechner mit modernen Browsern arbeiten. Microsoft wird den Druck weiter erhöhen – die Abkehr von React hin zu WinUI 3 macht häufigere Updates nötig.
Für Administratoren stehen zwei Themen im Fokus: die Kosten der neuen KI-Funktionen und der Umgang mit alter Hardware, die Teams Web nicht mehr unterstützt. Die Pannen bei Teams Free dürften bald behoben sein. Die Londoner Klage aber könnte langfristig die Art und Weise verändern, wie Microsoft Teams an Unternehmen verkauft.





