Microsoft reißt die Mauern um sein Kollaborations-Tool ein. Ab sofort können Teams-Nutzer mit beliebigen externen Partnern chatten – selbst wenn diese keinen Teams-Account haben. Die neue „E-Mail-zu-Chat“-Funktion markiert einen strategischen Schwenk des Software-Riesen.
Das Ende des geschlossenen Gartens
Seit diesem Wochenende ist die Funktion für kommerzielle und Enterprise-Kunden verfügbar. Sie erlaubt es, einen Chat mit einer externen E-Mail-Adresse zu starten. Der Empfänger erhält eine Einladung per Mail und kann über einen Link direkt im Browser als „temporärer Gast“ am Gespräch teilnehmen – ohne Download oder Registrierung.
Damit greift Microsoft direkt Konkurrenten wie Slack Connect und Zoom Team Chat an, die mit einfacher externer Kommunikation geworben haben. Analysten sehen darin einen Teil der „Open Communication Hub“-Strategie für 2026. Das Ziel: Teams soll zur zentralen Schnittstelle für alle Geschäftskommunikation werden und sogar E-Mail-Workflows absorbieren.
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Sicherheitsbedenken und Kontrollen
Doch die neue Offenheit birgt Risiken. Cybersicherheitsexperten warnen vor einer größeren Angriffsfläche. Unverifizierte externe Nutzer könnten Phishing-Nachrichten direkt in die Chat-Streams einer Organisation einschleusen.
Microsoft reagiert mit strengen Admin-Kontrollen. Die Funktion wird durch die Richtlinie UseB2BInvitesToAddExternalUsers gesteuert und kann über das Teams Admin Center deaktiviert werden. Zudem kommt parallel die „Secure-by-Default“-Initiative zum Tragen. Links und Dateianhänge von Gast-Nutzern werden in Echtzeit von Microsoft Defender auf Schadcode gescannt.
Technisches Upgrade für mehr Stabilität
Gleichzeitig mit dem Feature-Rollout vollzieht Microsoft eine Architektur-Überholung der Desktop-App für Windows. Ab sofort wird die Anwendungslogik aufgeteilt. Ressourcenintensive Aufgaben wie Audio- und Video-Verarbeitung laufen in einem separaten Prozess (ms-teams_modulehost.exe).
Dieses Entkoppeln soll zwei lange kritisierten Schwachstellen beheben: lange Startzeiten und Instabilitäten während Meetings. Der Haupt-Chat soll auch bei hoher Last reaktionsschnell bleiben. IT-Administratoren müssen die neue ausführbare Datei in ihrer Endpunkt-Management-Software freigeben.
Marktstrategie: Teams als universeller Standard
Das Timing ist strategisch. Mit dem Start im neuen Geschäftsjahr setzt Microsoft ein klares Zeichen. Die Botschaft: E-Mail bleibt der universelle Identifikator im Geschäftsleben – also trifft man externe Partner eben dort, wo sie sind.
Diese Taktik könnte die täglichen Nutzerzahlen, die 2025 bereits bei über 320 Millionen lagen, weiter in die Höhe treiben. Statt die Welt zu zwingen, auf Teams zu wechseln, bringt Microsoft Teams nun zur restlichen Welt – per E-Mail-Integration.
Was kommt als Nächstes?
Der globale Rollout soll bis Ende Januar 2026 abgeschlossen sein. In den kommenden Wochen werden Nutzer neue UI-Elemente im „Neuer Chat“-Dialog sehen. Analysten erwarten als nächsten Schritt die Integration von Copilot AI. Die KI könnte lange Chat-Verläufe für temporäre Gäste zusammenfassen.
Für IT-Abteilungen gilt jetzt: Externe Zugriffsrichtlinien prüfen. Soll die offene Funktion genutzt oder doch der traditionelle, verifizierte Gastzugang vorgezogen werden? Die Entscheidung muss jetzt fallen.
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