Microsoft Teams in China: Betrüger missbrauchen Plattform für Romance-Scams

Betrüger nutzen Microsoft Teams in China für hohe Geldforderungen. Microsoft warnt per Banner, während Webex und Zoho ebenfalls reagieren.

In China missbrauchen Kriminelle verstärkt die Kommunikationsplattform Microsoft Teams, um Nutzer durch das hohe Markenvertrauen in den Dienst zu hohen Geldüberweisungen zu verleiten. Jüngste Berichte verdeutlichen eine systematische Ausnutzung der Software, bei der die professionelle Anmutung der Anwendung genutzt wird, um Opfer finanziell zu schädigen.

Ein prominenter Fall betrifft den Pekinger Einwohner Zhao, der bereits im Mai eine Summe von über 100.000 US-Dollar an einen Betrüger verlor. Der Kontakt kam ursprünglich über die Plattform Xiaohongshu zustande, verlagerte sich dann jedoch auf Microsoft Teams.

Dort baute der Täter im Rahmen eines sogenannten Romance-Scams eine Vertrauensbeziehung auf, die schließlich in der hohen Geldtransaktion mündete. Weitere Betroffene berichten von finanziellen Verlusten, die sich in einem Bereich zwischen 1.500 und 300.000 US-Dollar bewegen.

Systematische Ausnutzung von Markenschutz und Vertrauen

Die Betrüger gehen bei ihren Aktivitäten koordiniert vor. Sie erstellen eigene Anmeldedaten für Microsoft Teams, um die vollständige Kontrolle über die geführten Gespräche zu behalten. Durch den Einsatz einer Plattform, die primär im geschäftlichen Umfeld für seriöse Kommunikation bekannt ist, gelingt es den Tätern, die bei privaten Messenger-Diensten übliche Skepsis der Opfer zu umgehen.

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Das Ausmaß dieser Entwicklung wird durch eine Analyse von Nutzerrückmeldungen untermauert. Eine Untersuchung von 500 Bewertungen für Microsoft Teams im chinesischen Apple App Store ergab, dass rund 30 % der Rezensionen Beschwerden über betrügerische Aktivitäten enthielten. Microsoft hat auf diese Situation reagiert und zeigt seit Juni einen Warnbanner innerhalb der Anwendung an, der Nutzer explizit vor Betrugsversuchen warnen soll.

Branchenweites Problem für Kollaborationssoftware in China

Die Sicherheitsrisiken betreffen nicht nur Microsoft Teams, sondern stellen ein breiteres Problem für internationale Softwareanbieter auf dem chinesischen Markt dar. Auch die Plattform Webex wird massiv für kriminelle Zwecke missbraucht. In einer Stichprobe von 150 App-Bewertungen, die seit Februar 2025 abgegeben wurden, bezogen sich 71 % auf Vorfälle im Zusammenhang mit Betrug.

Andere Anbieter reagieren bereits mit restriktiven Maßnahmen auf die Sicherheitslage. Der Softwarehersteller Zoho hat am 27. August die Zahlungsfunktionen für seinen Dienst Cliq innerhalb Chinas deaktiviert.

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Diese Schritte verdeutlichen den zunehmenden Druck auf Technologieunternehmen, ihre Plattformen in Regionen mit hoher Betrugsaktivität stärker zu schützen oder Funktionen einzuschränken, um den Missbrauch durch organisierte Kriminelle zu erschweren.

Experten beobachten, dass die Verlagerung von Erstkontakten auf sozialen Netzwerken hin zu professionellen Kollaborations-Tools eine wachsende Herausforderung für die Cybersicherheit und den Verbraucherschutz darstellt. Die Kombination aus persönlicher Manipulation und der Nutzung seriöser Infrastruktur erschwert die Entdeckung der Betrugsmuster durch automatisierte Sicherheitssysteme.