Microsoft Teams: KI-Assistent moderiert physische Meetings aktiv

Microsoft stattet Teams mit KI-Notizen und einem AI Facilitator aus. Organisatoren erhalten zudem einen Schalter, um die Tools zu deaktivieren.

Der Softwarekonzern erweitert seine Kollaborationsplattform um intelligente Assistenten für physische Meetings und gibt Organisatoren mehr Kontrolle über automatisierte Tools.

Die Neuerungen, die seit Anfang Juli 2024 ausgerollt werden, zielen darauf ab, die Lücke zwischen digitaler und realer Besprechungswelt zu schließen. Im Kern geht es um zwei Innovationen: spezielle KI-Notizen für Teilnehmer in Teams Rooms und einen „AI Facilitator“, der den Gesprächsfluss aktiv unterstützt.

KI-Notizen und intelligente Moderation

Ein zentrales Feature der Juli-Updates ist die Möglichkeit für Teilnehmer in physischen Konferenzräumen, per Knopfdruck KI-generierte Besprechungsnotizen zu erstellen. Diese automatischen Zusammenfassungen und Aktionspunkte landen direkt in SharePoint und stehen anschließend allen Beteiligten zur Verfügung.

Der AI Facilitator geht noch einen Schritt weiter: Das Tool erkennt Momente der Verwirrung während einer Diskussion und liefert proaktiv relevanten Kontext. Die offizielle Einführung dieser Funktion ist für August 2024 vorgesehen, die allgemeine Verfügbarkeit wird für Oktober 2024 erwartet.

Auch die Benutzeroberfläche wird überarbeitet. Neue dedizierte Bereiche für Meeting-Chats und stummgeschaltete Chats sollen die Übersicht verbessern. Hinzu kommen Verbesserungen bei der Bildschirmfreigabe und bei Einladungen per E-Mail.

Mehr Kontrolle für Meeting-Organisatoren

Microsoft reagiert damit auf Nutzerfeedback zur Autonomie der KI. Ein manueller Schalter erlaubt es lizenzierten Organisatoren und Präsentatoren nun, KI-Tools während eines laufenden Meetings zu deaktivieren. Dies betrifft Copilot, den AI Facilitator und die intelligenten Zusammenfassungen.

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Der Rollout dieser Funktion begann Anfang Juli und soll bis Monatsende abgeschlossen sein. Wichtig: Werden KI-Funktionen ausgeschaltet, stoppt die Generation neuer Antworten und Notizen sofort – bereits erstellte Inhalte bleiben jedoch erhalten. Das Feature respektiert zudem bestehende Mandantenrichtlinien: Hat ein Administrator KI-Tools auf Organisationsebene deaktiviert, erscheint der Schalter für einzelne Nutzer gar nicht erst.

Ein weiteres Sicherheitsfeature: Drittanbieter-KI-Agenten oder Bots müssen künftig von Meeting-Organisatoren freigeschaltet werden, bevor sie einer Sitzung beitreten können. Diese Bots warten in einer virtuellen Lobby, bis ein menschlicher Moderator sie einlässt.

Milliarden-Offensive für Unternehmenskunden

Die Teams-Updates sind Teil einer größeren Strategie. Am 2. Juli 2024 gründete Microsoft die Einheit Frontier Co. – ein 2,5 Milliarden Dollar schwerer Bereich mit 6.000 Ingenieuren und Vertriebsmitarbeitern. Unter der Leitung von Rodrigo Kede Lima soll die Einheit Großkunden wie Unilever, Land O’Lakes und der London Stock Exchange Group helfen, von KI-Experimenten zu messbaren Geschäftsergebnissen zu gelangen.

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Parallel dazu baut Microsoft seine regionale KI-Präsenz aus. Eine Partnerschaft mit Inception42 ermöglicht den Einsatz souveräner KI-Agenten in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Diese Agenten, die auf der Catalyst-Plattform basieren, arbeiten mit Microsoft 365 Copilot in Teams und Outlook zusammen – bei gleichzeitiger Sicherstellung, dass die Datenverarbeitung innerhalb der Landesgrenzen bleibt. Das Vorhaben unterstützt das nationale Ziel der VAE, innerhalb von zwei Jahren 50 Prozent der Bundesverwaltung mit KI-Agenten zu unterstützen.

Bereits im Juni 2024 hatte Microsoft vermeldet, dass mehrere große Technologieunternehmen – darunter Infosys, TCS und Wipro – Microsoft 365 Copilot jeweils für mehr als 100.000 Mitarbeiter eingeführt haben.