Microsoft erweitert seinen KI-gesteuerten Dolmetscher in Teams diesen Monat von Besprechungen auf Einzelgespräche und klassische Telefonanrufe. Die globale Einführung beginnt Ende Januar 2026 und soll Sprachbarrieren im Arbeitsalltag beseitigen.
KI-Dolmetscher für spontane Gespräche
Bislang war die Echtzeit-Übersetzung nur in geplanten Teams-Besprechungen verfügbar. Ab sofort können berechtigte Nutzer die Funktion in jedem Audio- oder Videoanruf innerhalb von Teams aktivieren – selbst bei Gesprächen über das klassische Telefonnetz (PSTN). Das ist ein strategischer Schritt, um KI-Werkzeuge nahtlos in den täglichen Workflow zu integrieren.
Die Bedienung ist simpel: Jeder Teilnehmer wählt seine bevorzugte Hörsprache. Spricht eine Person, übersetzt die KI deren Worte in Echtzeit für alle anderen. Das System arbeitet besonders zuverlässig, wenn die Gesprächspartner nacheinander sprechen. So entsteht ein natürlicherer Dialog mit internationalen Kollegen oder Kunden.
Die neuen EU-Regeln für KI betreffen genau solche Funktionen – von Voice‑Simulation bis zu Echtzeit‑Übersetzungen. Gerade Unternehmen, die Microsoft 365 Copilot oder ähnliche Systeme einführen, stehen vor Kennzeichnungs-, Dokumentations- und Risikobewertungspflichten. Unser kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, welche Pflichten jetzt gelten und wie IT‑Teams die Einführung rechtssicher vorbereiten. Jetzt KI-Umsetzungsleitfaden downloaden
Persönliche Stimmen und individuelle Steuerung
Das Herzstück der Technologie ist eine fortschrittliche Voice-Simulation. Mit Einwilligung des Nutzers imitiert die künstliche Intelligenz den Stimmklang und die Sprechart des Originalredners in der Übersetzung. Das soll Gespräche persönlicher und erkennbarer machen. Wo diese Funktion deaktiviert ist, stehen Standardstimmen zur Verfügung.
Nutzer haben die volle Kontrolle über ihr Hörerlebnis. Ein Regler passt das Verhältnis zwischen Originalton und Übersetzung an. In der ersten Ausbaustufe unterstützt der Dolmetscher neun Sprachen: Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch (Brasilien) und Chinesisch (Mandarin).
Lizenzierung und Verwaltung
Voraussetzung für die Nutzung ist eine Microsoft 365 Copilot-Lizenz. Die Einführung erfolgt schrittweise: Nach einer Early-Adopter-Phase Mitte Januar startet die allgemeine Verfügbarkeit für alle berechtigten Kunden weltweit Ende Januar. Der Rollout soll bis Anfang Februar abgeschlossen sein.
IT-Administratoren behalten die Kontrolle. Sie können den Dolmetscher und die Voice-Simulation über PowerShell-Richtlinien für ihre Organisation aktivieren oder deaktivieren – je nach Compliance-Anforderungen. Im Copilot-Abo sind monatlich 20 Dolmetsch-Stunden pro Nutzer enthalten.
Wettbewerbsvorteil durch integrierte KI
Die Erweiterung ist Teil eines Branchentrends: Generative KI hält Einzug in Kollaborationstools. Microsoft setzt dabei auf seine integrierte Copilot-Strategie über die gesamte 365-Produktpalette. Der Dolmetscher ergänzt bestehende Features wie live übersetzte Untertitel in Teams.
Analysten sehen in solchen KI-Funktionen bereits heute einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Sie steigern nicht nur die Effizienz, sondern fördern auch die Inklusion: Mitarbeiter können sich in ihrer Muttersprache sicher ausdrücken, ohne Missverständnisse fürchten zu müssen.
Ausblick: Natürlichere Gespräche in Aussicht
Die aktuelle Beschränkung auf neun Sprachen wird voraussichtlich nicht bleiben. Mit fortschreitendem Training der KI-Modelle dürfte die Sprachauswahl wachsen. Auch die Gesprächsdynamik könnte sich verbessern: Heute bevorzugt das System noch strukturierte Dialoge. Künftig könnte die KI auch mit schnelleren Gesprächen und Überlappungen besser umgehen.
Für global agierende Unternehmen markiert die Erweiterung einen praktischen Meilenstein. Echtzeit-Kommunikation ohne Sprachbarrieren rückt für Millionen Teams-Nutzer in greifbare Nähe.
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